Willkommen im Kopfchaos

Auf dieser Website sind Gedichte und Kurzgeschichten zu finden, die ich von 1997 bis heute geschrieben habe.

Die Texte sind in der Regel nicht überarbeitet, da ich zum eigenen Vergnügen schreibe.

Viel Spass beim schmökern.

Nicole

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Das brechene Wort

Hängt dir das Schweigen noch im Hals
Zwischen deinen Gedanken liegt die Wüste brach
Die Tränen lassen auf sich warten

Goldene Eichen
Stehen einsam im Wind
In den Beinen schon das Warten
Um endlich zu gehen

Kein Blick mehr
Bis
Das Wort bricht

05.07.2005

Die Nächte sind verschwunden
Sterne behängen nun immer den Himmel
Mir ist die Zeit zerronnen
Blutig in der Erde

Deine Tränen sind schon sinnlos
Ich singe wieder Kinderlieder
Der Regen geht achtlos unter
Im steigenden Meer

Und wir sehen uns den Sonnenaufgang nicht mehr an
Was wäre er uns schon mehr als Erinnerung
Taubheit in allen Gliedern
Das Gesicht wird langsam fahl

Nein, da gibt es nichts mehr
Und mit den Fragen
Sind auch die Gedanken gestorben
„Hirntod“, lachst du mich aus

Wir vergessen die Einsamkeit
Weil wir uns selbst von vergilbten Fotos anlachen
Die Goldrahmen
Sind rot von Rost

Ich lege mich hin
Du bist noch gar nicht müde
Gehe nochmals alleine
Komm ohne mich zurück.

Ich bin dein Sommer

Ich trenne dir
Mit dem Skalpell meine Gefühle auf
Gleite mit der Klinge
Langsam über meine Zunge
Das Wort steckt im Hals fest

Du legst mir vielleicht
Frühlingsblumen in die Arme
Im Winter
Dein Lachen
bringt mir die Sperlinge wieder

Wir schweigen einsam
Handeln die Zeit herunter
Die Ringe an unseren Händen
Bringen uns auch nicht näher
Du gehst blicklos

Ich bin dein Sommer
Sagst du mir
Doch ich fühle mich wie Herbst
Ich sammle meine Tränen ein
Dein Herz schlägt warm

Beim ersten Hahnenschrei
Bleiben wir noch
Nur für eine kurze Weile
Zusammen
Der Tag zieht lückenlos an uns vorbei

16.11.04

Hauch

09.10.2016

Dünn ist die Haut geworden
Unsicher der Schritt
Und jeder Gedanke nur ein Hauch

Eine Träne für die entfliehende Zeit
Die Gravitation zieht mich
Erbarmungslos zu Boden

Mein Körper ruht
Der Blick ist in eine Ferne gerichtet
Weit jenseits dieser Welt

 

Retrospektion

18.12.2014

“Die Zeit heilt alle Wunden”
fällt es aus all den Mündern
Und ich lächle müde.

Zwischen uns fehlen plötzlich die Jahre
doch sie schmücken unser Haar.
Und die dunklen Nächte sind wieder voller gelbem Licht.

Ich drehe mich immer auf dem gleichen Fleck
tanzend und lachend.
Das Leben ist ausgelassen

Nur manchmal brennt mein Herz

Schwarze Löcher

Der Blick zielt ins Innere
Die schwarzen Löcher
Fressen meine Welt auf

Jeder Tag beginnt
Und zwischen den Sekunden
Lähmt der Abgrund

Zittert die Seele

Hängt am dünnen Faden das Leben
Zwischen zwei Gedanken
Atmet der Tod

19.07.2015

Vom kommenden Winter

Frau Tod bestickt schon Kinderschuhe
Der Winter klopft an ihre Tür
Der Frost klammert sich an die Gräser

Die Sonne lächelt müde
Den Bäumen hängt noch der Herbst im Haar
Kinder malen Engel in den Schnee

Macht mich der Wind schwindlig
Kriecht der Nebel schon ins Tal
Ergreift mich ein unerwarteter Hunger
Nach deiner Haut

Ein Schritt nur
Schon hast du mein Gesicht vergessen
Der Himmel von Sturmwolken überzogen
Keine Geigen spielen mehr für uns

Der Fall tut schon fast nicht mehr weh
Die Flügel gebrochen
Die letzten Lieder verhallen
Nur ein keuscher Kuss

Zwischen den letzten Blumen im Jahr
Versickert langsam mein Verstand
Sand in den Adern
Erinnerungen an Regentropfen im Kopf

Die leeren Strassen
Die Tage in Grautönen
Ändern nicht wer wir sind
Zwischen Gedanken

29.10.2008

Der Geist

06.02.2015

Um mich bewegt sich das Leben
In erhöhter Geschwindigkeit
Erstarrt stehe ich mittendrin
Mein Weg unkenntlich im Staub
Kein Horizont mehr

Der Geist
Webt mir Küsse in die Haut
Legt seine Finger auf kaum verheilte Erinnerung
Sein einst reiner Geruch
Trägt die Jahre schwer in sich

Ich weine
Laut in die Nacht
Und meine Haut ist mir plötzlich unvertraut
Schäle mich aus ihr
Betrete ein anderes Jetzt

Die Momente entgleiten mir
Wo sind nur die Träume hin?
Der Blick schon lang geblendet
Die Hoffnung verlor’n

Und der Geist legt sich leise zurück in sein Grab
Mein Haar in seiner Hand
Ich lege die roten Rosen
Neben ihn
Und weine
Leise in die Nacht

Schwankt das Leben

12.11.2014

Schwankt das Leben

Unter mir

Als würde ich leichtfüssig

Über einen Steg gehen

Leise plätschert das Wasser

Und all die Tage

Wogen sanft dahin

Kein Morgen

Kein Heute

Kein Gestern

Nur ein Schritt

Nur ein leichter Fall