Macht mich der Wind schwindlig
Kriecht der Nebel schon ins Tal
Ergreift mich ein unerwarteter Hunger
Nach deiner Haut

Ein Schritt nur
Schon hast du mein Gesicht vergessen
Der Himmel von Sturmwolken überzogen
Keine Geigen spielen mehr für uns

Der Fall tut schon fast nicht mehr weh
Die Flügel gebrochen
Die letzten Lieder verhallen
Nur ein keuscher Kuss

Zwischen den letzten Blumen im Jahr
Versickert langsam mein Verstand
Sand in den Adern
Erinnerungen an Regentropfen im Kopf

Die leeren Strassen
Die Tage in Grautönen
Ändern nicht wer wir sind
Zwischen Gedanken

29.10.2008

Notiz

Manchmal reisse ich mir das Fleisch von den Knochen
Und tanze nackt im Wind

Manchmal träume ich von deinem blutigen Kuss

21.08.2006

7. September 2006 – 0:29

Mir war als müsste ich brennen
Und brennen, und brennen
Als tropfte das Leben, wie flüssiges Wachs aus mir

Mir war als müsste ich schreien
Und schreien, und schreien
Als könnte ich mich erst dann nicht mehr selber denken hören

Mir war als müsste ich weinen
Und weinen, und weinen
Als wären meine Tränen nötig, damit die Flüsse fliessen hier

Mir war als müsste ich schreiben
Und schreiben, und schreiben
Als würde mein Wort

nie verblassen

nicht mit der Zeit vergehn

16. März 2006 – 17:02

Die Hände geöffnet
Wie zum Gebet
Ein “Bitte” auf den Lippen
die schon vor Kälte beben
Und zwischen uns die Welt

Was sonst noch interessiert
Hinter den zerbröckelnden Zeilen
Die meiner Kehle entfliehen
Ein letztes Röcheln
auf Papier

Keine Hymnen mehr zu schreiben
Keine Worte mehr
Nur noch die blassen Tage
Und die Nächte
Die langen Nächte

5. April 2006 – 22:36

An der Decke tanzen die Sterne
Und ich giesse den Rasen auf dem Teppich
Neben dem Kleiderschrank wächst ein neuer Berg
Ein grauer Fluss teilt meine Schenkel
Hochwasser unterm Kühlschrank

Von den Ehemännern, die durch die Tür treten
Haben alle zweisilbige Namen
Die Katze versteckt sich im Büchergestell
Beim Staubwischen wecke ich den Riesen hinterm Sofa

Der Baum in der Badewanne verstopft den Abfluss
Die Steuern wurden im Geschirrspüler erhöht
Deine wilden Küsse
(ach, ich kanns nicht lassen)
häng ich zum trockenen auf dem Balkon auf

7. Juni 2006 – 21:53

Und keiner kam
Nicht in der Nacht
Nicht in den Morgenstunden
Nicht zwischen den Minuten
Nicht zwischen den Sekunden

Du bist

3. Juli 2006 – 13:31

Die Sterne sind verblasst vor langer Zeit
Du bist mein Licht!
Du bist mein Licht!
Du bist meine Dunkelheit

Werwolf

18. Juli 2006 – 21:07

Zwischen all den Monden
Ist die Erde in Blut ertrunken
Das Reh bricht durch die Bäume
Und hinter ihm
Der Schlächter
Der Jäger
Der atemlos hetzt

Tanzen die alten Geister
Durch die Knochen
Vor der grossen Eiche
Die sie alle sah
Die Jahre
Und die Opfer

Das Tier in mir
Reisst an meiner Haut
Zwingt Fell
Wo Nacktheit geboren wurde
Das nächtliche Auge
Findet den Tod
Im sterben liegend

Und jede Nacht
Und jede Nacht
Ist nur eine Erinnerung
An wilde Träume
Und den Geruch
Von Wölfen

11.11.2006

Entgeht mir zwischen Rosen dein Blick
Hören wir im Birkenhain den Sommer singen
Bettelmönche wandeln über abgeerntete Weizenfelder

Erledigen sich unsere Worte mit der Zeit
Ein Bleistift kratzt über Papier
Hand in Hand einen Hügel erklimmen

Zwischen Seerosen deinen Körper entdecken
Weinen wir stumm keine Tränen
Hören wir auf zu lieben
Und kein Wind mehr
Und kein Hauch


“Und kein Wind mehr, und kein Hauch” stammt aus aus dem Lied “Der Rose Auge glüht” von Endraum.

04.01.2008

Ich lebe täglich das Leben einer anderen Frau
Und wenn ich in den Spiegel sehe
Weiss ich nicht, wer das sein soll
Die da meinen Blick erwidert

Ich entschuldige mich immer wieder
Dass ich nicht sein kann wer ich sein möchte
Weil ich nicht weiss
Wer ich eigentlich bin