21. August 2006 – 23:27

Am Montag beschloss ich, ein Buch zu schreiben.

Am Dienstag ging ich in eine Buchhandlung, und da standen und lagen viele Bücher. Dicke Bücher, dünne Bücher, farbige Bücher und in Leder gebundene Bücher. Es gab auch einen besonderen Ständer, wo die witzigsten, spannendsten, gruseligsten, kurz, die besten Bücher des Monats ausgestellt waren. Ich kaufte alle.

Am Mittwoch warf ich das fünfte Buch nach dreissig gelesenen Seiten in die Ecke zu den anderen. Die erzählen Geschichten interessierten mich nicht. Wenn dies der Lesestoff war, den die Leser wollten, würde dann überhaupt jemand mein Buch lesen wollen?

Am Donnerstag verbrannte ich meine Notizbücher und löschte die Festplatte meines Computers.

Am Freitag vergass ich alle guten Buchanfänge, die mir in den letzten Jahren eingefallen waren.

Am Samstag konnte ich meine Handschrift nicht mehr lesen und machte ganz viele Tippfehler.

Am Sonntag ging das Leben weiter.

18. September 2006 – 15:27

“Ach Fuck!”, stiess sie hervor und es schien mir, als wäre damit alles gesagt, für immer.

Danach trank sie Kaffee und draussen beobachtete ihre Katze die vorbeiziehenden Vögel auf ihrem Weg nach Afrika.

03.07.2007

Als mich an einem Freitagmorgen mitten im Hochsommer beim Blick aus dem Fenster eine glitzernde Schneedecke begrüsste, wusste ich, dies war wieder einer jener Tage.

Meine Nachbarn, die ich bisher alle für Phantome gehalten hatten, drängten sich im Treppenhaus. Frau Gamsel bemerkte wohl meinen verwirrten Blick. Ich war erstaunt, wie alt sie war. Von ihrer Existenz wusste ich nur, weil sie immer den Wasserhahn der Waschmaschine offen liess, wenn sie vor mir Waschtag hatte. Diese kleine, dürre Frau hatte eindeutig nicht die Kraft, den Hahn wieder zu zu schrauben.

Frau Gamsel also klärte mich auf, dass eine Filmgesellschaft unser Wohnquartier in Beschlag genommen hatte. Natürlich waren alle Mieterinnen und Mieter rechtzeitig mittels Handzettel informiert worden. Dumm nur, dass ich vor einigen Wochen meinen Briefkastenschlüssel verlegt hatte, und somit von nichts wusste. Frau Gamsel übernahm gerne die Rolle der Informantin.

Es handelte sich um eine wichtige Hollywood-Produktion, und die Nachbarn versuchten nun, einen Blick auf die berühmten Schauspieler zu erhaschen, die mitspielen sollen. Leider konnte Frau Gamsel sich nicht erinnern, wie die Schauspieler hiessen. Ihr Gedächtnis war auch nicht mehr das jüngste, und diese neumodischen Schauspieler tauchten auf und gleich wieder unter. Früher, da war das noch anders, mit einem Tony Curtis, einem Frank Sinatra oder einem James Dean. Ich verkniff mir, sie darauf hin zu weisen, dass James Dean ja wohl auch “frühzeitig abgetaucht” war.

Auf dem Handzettel waren wir Quartierbewohner gebeten worden, von 8.00 bis 10.00 Uhr unsere Häuser nicht zu verlassen, um ja nicht den teuren Kunstschnee zu zertreten.

[to be continued, wenn mir eine Pointe einfällt :-)]