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	<title>Kopfchaos &#187; Absurde Kurzgeschichten</title>
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	<description>Gedichte und Geschichten von Nicole</description>
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		<title>Das Trinkwasser</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Absurde Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Das ist genial!&#8221; Dr. Urmann, seines Zeichens Doktor der Medizin, strahlte Dr. Greuter an. Dr. Himmelmann schaute etwas skeptisch vom einen zum anderen. Nat&#252;rlich konnte er sich als Physiker nicht so ganz vorstellen, dass Dr. Greuters Idee sich derart einfach w&#252;rde umsetzen lassen. Drei Monate sp&#228;ter sassen die Doktoren &#252;ber ihre Unterlagen gebeugt da. 5% [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Das ist genial!&#8221; Dr. Urmann, seines Zeichens Doktor der Medizin, strahlte Dr. Greuter an. Dr. Himmelmann schaute etwas skeptisch vom einen zum anderen. Nat&#252;rlich konnte er sich als Physiker nicht so ganz vorstellen, dass Dr. Greuters Idee sich derart einfach w&#252;rde umsetzen lassen.</p>
<p>Drei Monate sp&#228;ter sassen die Doktoren &#252;ber ihre Unterlagen gebeugt da. 5% der Studentenschaft klagte &#252;ber</p>
<ul>
<li>unerkl&#228;rliche Uebelkeit (zu viele Studentenparties)</li>
<li>chronische Kopfschmerzen (kurz vor Pr&#252;fungen nochmal in Nachtschichten gelernt)</li>
<li>M&#252;digkeit (Ursache siehe Kopfschmerzen)</li>
<li>Mundtrockenheit (heisser Sommer. Anmerkung: sehr gut, trinken sie noch mehr Wasser)</li>
<li>Appetitlosigkeit (der heutige Di&#228;tenwahn) </li>
</ul>
<p>Die restlichen Studenten f&#252;hlten sich wohl, gl&#252;cklich und motiviert. Die Doktoren waren mit dem Resultat ihres Experimentes zufrieden. Dr. Urmann versprach, den Stadtrat in der n&#228;chsten geheimen Sitzung &#252;ber die Ergebnisse zu informieren. Dr. Himmelmann trug ein verz&#252;cktes L&#228;cheln auf den Lippen. Kein Wunder, nachdem er den ganzen Abend zwei Liter Wasser getrunken hatte.</p>
<p>Der Gemeinderat beschloss in seiner geheimen Sitzung drei Wochen sp&#228;ter, das Trinkwasser der gesamten Stadt mit Psychopharmaka zu versetzen. Rund ein halbes Jahr sp&#228;ter f&#252;hlt sich die Stadtbev&#246;lkerung wohl, gl&#252;cklich und motiviert. Ein L&#228;cheln lag allen Stadtbewohnern auf den Lippen. Es gab weniger Kriminalit&#228;t, freundlichere Verk&#228;uferinnen und schnelleres Servicepersonal.</p>
<p>Durch eine undichte Stelle im Stadtrat sickerte eines Tages die Information &#252;ber den Psychopharmazusatz im Trinkwasser zu einem Angestellten eines anderen Stadtrates durch. Die Idee wurde sofort in einer geheimen Sitzung besprochen und umgesetzt. Nur drei Jahre nach dem ersten Experiment von Dr. Greuter, Dr. Urmann und Dr. Himmelmann war bereits das Trinkwasser der gesamten Schweiz mit dem Psychopharmaka versetzt. Die Bev&#246;lkerung f&#252;hlte sich wohl, gl&#252;cklich und motiviert. Die Expo 02 wurde trotz enormer Kosten mit viel Wohlwollen durchgef&#252;hrt. Der Bundesrat konnte es sich nicht verkneifen, ein Projekt namens &#8216;sWISH&#8217; dazu zu schmuggeln, in dem die Schweizer und Schweizerinnen von ihren Tr&#228;umen und W&#252;nschen erz&#228;hlten&#8230; Und sich eigentlich sehr zufrieden mit der Schweiz zeigten.</p>
<p>Jahre sp&#228;ter: &#8220;Das ist genial!&#8221; Dr. Urmann, seines Zeichens Doktor der Medizin, strahlte Dr. Greuter an. Dr. Himmelmann schaute etwas skeptisch vom einen zum anderen. Nat&#252;rlich konnte er sich als Physiker nicht so ganz vorstellen, dass Dr. Greuters Idee sich derart einfach w&#252;rde umsetzen lassen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir wirklich wissen wollen, was die drei nun schon wieder ausgebr&#252;tet haben&#8230;</p>
<p>7. Juli 2002</p>
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		<title>Im Blut</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:53:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Absurde Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Und pl&#246;tzlich wachsen dir hundert Arme. Du sprichst zu mir durch Wolken. Ich sp&#252;re dich auf mir, in mir. H&#246;re dich kaum. Deine H&#228;nde auf meiner Haut. Und diese Spannung in mir. Weg soll sie, weg. Winde mich. Jemand st&#246;hnt laut. Umklammere dich wie eine Spinne. K&#252;sse deinen Hals. Rieche dich nicht. Dein Schweiss hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Und pl&#246;tzlich wachsen dir hundert Arme. Du sprichst zu mir durch Wolken. Ich sp&#252;re dich auf mir, in mir. H&#246;re dich kaum. Deine H&#228;nde auf meiner Haut. Und diese Spannung in mir. Weg soll sie, weg. Winde mich. Jemand st&#246;hnt laut. Umklammere dich wie eine Spinne. K&#252;sse deinen Hals. Rieche dich nicht. Dein Schweiss hat keinen Geschmack. Dein Gesicht ist nur ein Schatten. Wieder ein Stoss. Komm endlich, komm! Zu mir! In mich! Mit mir! Und liebe mich! Liebe mich! Das Oben wird zum unten, irgendwo ist das Bett, dein Kuss ist salzig, die Zunge direkt vom Mund ins Hirn, m&#246;chte dich aussaugen, d&#228;mmere schon weg, noch ein stoss, brichst &#252;ber mir zusammen, in meine Arme&#8230;</p>
<p>Der Vollmond scheint staunend durch das Fenster.</p>
<p>22. Juli 2002</p>
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		<title>SMS</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Absurde Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles begann mit der ersten SMS. Die erste Short Message stieg mit ihrer Nachricht in den &#196;ther. Sie schwebte dort oben, gem&#228;chlich, tr&#228;ge, bis sie wieder heruntergesaugt wurde, und sich bald Millionen von Menschen ihrer bedienten. Jedes Handy, jeder Computer spuckte neue SMS aus, wichtige Nachrichten, nichtige, immer beschr&#228;nkt auf 160 Zeichen. Und der &#196;ther [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles begann mit der ersten SMS. Die erste Short Message stieg mit ihrer Nachricht in den &#196;ther. Sie schwebte dort oben, gem&#228;chlich, tr&#228;ge, bis sie wieder heruntergesaugt wurde, und sich bald Millionen von Menschen ihrer bedienten. Jedes Handy, jeder Computer spuckte neue SMS aus, wichtige Nachrichten, nichtige, immer beschr&#228;nkt auf 160 Zeichen.</p>
<p>Und der &#196;ther f&#252;llte sich mit ihnen. Die meisten wurden wieder nach unten geholt, verschwanden spurlos und liessen nur Leere zur&#252;ck. Leere, die gleich wieder durch eine neue Nachricht gef&#252;llt wurde. Doch einige blieben. Ihre Bestimmungsnummern waren falsch getippt worden. Oder nicht mehr aktiv. Und so blieben sie im &#196;ther, schwebten dort oben, gem&#228;chlich, tr&#228;ge.</p>
<p>Jeden Tag kamen neue SMS hinzu, und jeden Tag blieben ein paar dort oben. Der &#196;ther wurde immer voller. Die Nachrichten mussten zusammenr&#252;cken. Kaum mehr Platz f&#252;r neue. Kein Schweben mehr, Stillstand.</p>
<p>Und es kam die Stunde, da der &#196;ther platzte. Er bekam einfach ein Loch. Oder vielleicht explodierte er auch, wer konnte das sp&#228;ter so genau sagen? Die Handys begannen verr&#252;ckt zu spielen. Die Menschen auf den Strassen blieben stehen. In den Z&#252;gen blickten sie verwundert auf ihre Handys. In den Schulen vibrierten die W&#228;nde von den Vibraalarmen. Und es erhob sich ein L&#228;rm von Handymelodien. Valkyrie aus hundert Handys mischte sich mit Wilhelm Tell, Dawn k&#228;mpfte leise gegen Samba. Es war ein Piepen, ein Fiepen, es war ein Quietschen, ein Tickern das einem h&#228;tte der Kopf explodieren m&#246;gen.</p>
<p>Und die Menschen bekamen die vergessenen SMS. Auf ihren Handydisplays erschienen unsinnige Nachrichten. &#8220;Hallo, ich komme gleich, gruss delia&#8221;, &#8220;Arschloch&#8221;, &#8220;Ich liebe dich&#8221; vermischte sich mit &#8220;Bahnhof Nord?&#8221;, &#8220;und das kontest du mir nicht sagen?&#8221;, &#8220;asap, ild&#8221; oder &#8220;@}&#8211;&#8217;&#8211;,&#8212; alles gute zum geburtztag&#8221;. &#8220;danke f&#252;r alles&#8221; prangte dort, &#8220;i freu mi auf heut abnd&#8221; kam, ebenso wie &#8220;es ist aus&#8221;. Und es kamen SMS in englisch, in italienisch, spanisch, t&#252;rkisch, chinesisch.</p>
<p>Und die Menschen dr&#252;ckten hektisch auf die Tasten, lasen die Sinnlosigkeiten (es h&#228;tte ja etwas Wichtiges dabei sein k&#246;nnen) und manche begannen zu schreien oder schalteten verzweifelt ihre Handys aus, schmissen sie zu Boden und trampelten darauf herum.</p>
<p>Erst am Abend kehrte Ruhe ein. Der &#196;ther war verlassen.</p>
<p>10. M&#228;rz 2002</p>
<p><em>Dank an meinen Vater f&#252;r diese Geschichte. H&#228;tte ich sie ihm nicht erz&#228;hlt, w&#228;re er nicht auch begeistert gewesen von dieser Vorstellung, diese Geschichte h&#228;tte nie meinen Kopf verlassen.</em></p>
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		<title>Der Exhibitionist</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Exhibitionist stieg in den Zug. Und eigentlich war es gar kein steigen mehr, so ging es ihm durch den Kopf, nur noch ein Schritt und er war aus der Welt und im Zug. So ging zur gegen&#252;berliegenden T&#252;r, nicht nach links und schon gar nicht nach rechts oben, nein, er blieb stehen, liess seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Exhibitionist stieg in den Zug. Und eigentlich war es gar kein steigen mehr, so ging es ihm durch den Kopf, nur noch ein Schritt und er war aus der Welt und im Zug.</p>
<p>So ging zur gegen&#252;berliegenden T&#252;r, nicht nach links und schon gar nicht nach rechts oben, nein, er blieb stehen, liess seine Tasche fallen und starrte aus dem Fenster. Die Landschaft zog vorbei, und er stellte sich vor, wie der Zug in Wirklichkeit still stehen w&#252;rde und Gott eine Fototrommel angestossen h&#228;tte. Und nur er, der Exhibitionist, w&#252;rde irgendwann erkennen, dass dort draussen keine wirkliche Landschaft war, weil sich alles wiederholte, der grosse Baum mit dem kaputten Ast, das rote Haus, der Bahnhof mit dem alten Schild.</p>
<p>Und der Exhibitionist dachte an den vergangenen Tag. Manchmal stand er so da und fragte sich, was ihn dazu bewogen haben mochte, in der Beschwerdeabteilung zu arbeiten. Man hatte ihn anfangs gar nicht nehmen wollen. Frauen wurden bevorzugt, Frauen hatten einen Instinkt f&#252;r sowas, Frauen wirkten nicht so bedrohlich. Schliesslich hatte er die Zusage doch bekommen, nach 3 Wochen Probezeit. Es k&#246;nne ja nichts schaden, einer aufgebrachten Kundin einen h&#252;bschen jungen Mann vor die Nase zu stellen, hatte der Personalchef augenzwinkernd gemeint und ihm dabei gutm&#252;tig auf die Schulter geklopft.</p>
<p>Seither arbeitete der Exhibitionist also in der Beschwerdeabteilung und hatte es jeden Tag mit aufgebrachten Kunden zu tun. Er machte das gerne, auch wenn es manchmal etwas anstrengend war. Die anderen Damen waren sehr nett. Das Team unterst&#252;tzte sich gegenseitig, und wenn es mal sehr hart war f&#252;r jemanden, gab es auch mal eine spontane Umarmung.</p>
<p>Daran dachte der Exhibitionist, wie er an der Zugt&#252;r stand und nach draussen schaute. Und dann, dass dies alles bald keine Bedeutung mehr haben w&#252;rde, bis morgen. Sp&#228;ter, in der Umarmung seiner Frau&#8230;</p>
<p>5. Juni 2002</p>
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		<title>Die Raupe</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Daniel: hebr. = mein Richter ist Gott &#8220;Made&#8221; fiel anna spontan ein, als sie Daniel da so liegen sah. Sofort korrigierte sie sich. Wie er da lag, in seine Decke eingewickelt, erinnerte er sie an die fette, rauchende Raupe aus Alice im Wunderland. Erst jetzt wurde ihr klar, dass dieses Ding ja friedlich am Opium [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> Daniel: hebr. = mein Richter ist Gott</em></p>
<p>&#8220;Made&#8221; fiel anna spontan ein, als sie Daniel da so liegen sah. Sofort korrigierte sie sich. Wie er da lag, in seine Decke eingewickelt, erinnerte er sie an die fette, rauchende Raupe aus Alice im Wunderland. Erst jetzt wurde ihr klar, dass dieses Ding ja friedlich am Opium rauchen ist, die ganze Zeit. Und waren die Ratschl&#228;ge der Raupe an Alice nicht immer irgendwie verwirrend, unklar? anna grinste vor sich hin. Dann sah sie sich im Zimmer um und fragte sich, wie sie hierher gekommen war.</p>
<p>Daniel schien fest zu schlafen auf seinem Futon. Eine andere Erinnerung dr&#228;ngte sich kurz in annas Kopf, um sich dann zwischen der T&#252;r vom Schlaf- ins Wohnzimmer zu verlieren. anna ging in die K&#252;che. Daniel hatte eine typische Jungesellenwohnung. Schmutziges Geschirr stapelte sich neben dem Herd. Mit einem L&#228;cheln erinnerte sie sich an das erste Gespr&#228;ch in dieser K&#252;che. Daniel war die Unordnung peinlich gewesen. anna hatte nur gelacht und ihn beruhigt: &#8220;Bei mir sieht es Freitags auch so aus. Und ich werde mich h&#252;ten, etwas zu sagen. Seit ich mich dar&#252;ber aufgeregt habe, dass in unserer Gesellschaft der Lebenserfolg eines Menschen daran gemessen wird, wie sauber er seine Wohnung halten kann und nicht, ob er gl&#252;cklich ist, habe ich wohl auch kein Recht mehr dazu.&#8221; Sp&#228;ter war ihr diese Erkl&#228;rung etwas peinlich gewesen. Sie klang platt und bem&#252;ht gesellschaftfeindlich. anna liess sich in Daniels Fernsehsessel fallen. Aus dem Schlafzimmer wehte ein Seufzer her&#252;ber. Der Fernsehsessel war richtig super. Der Himmel weiss, wie Daniel ihn gefunden hatte. Der edel schimmernde, dunkelblaue Bezug war mit grossen Sonnenblumen bedruckt&#8230;</p>
<p>anna liess ihren Blick tr&#228;ge aber fasziniert &#252;ber die Unordnung schweifen. Sie dachte an ihre eigene Wohnung. Stellte sich ihre M&#246;bel in diesem Raum vor und l&#228;chelte dabei. Dieser Platz war so gut wie jeder andere, und sie war sowieso nirgendmehr zu Hause. anna h&#246;rte das Rascheln der Decke. Daniel war aufgewacht und versuchte, sich aus der unfreiwilligen Umarmung zu l&#246;sen.</p>
<p>Als er ins Wohnzimmer kam, hatte sie ihn immer noch nicht freigegeben. Daniel h&#252;pfte auf anna zu. Sah sie bittend an: &#8220;Kannst du mir aus dieser bl&#246;den Decke helfen?&#8221; anna sah ihn an. Dann lachte sie, steigerte sich von einem leisen Kichern in ein donnerndes Lachen. &#8220;Was willst du von mir Daniel? Sei doch froh, dass du kein K&#228;fer geworden bis!&#8221;</p>
<p><em>13. April 2002<br />
Anmerkung: Eigentlich macht es sich nicht so gut, Geschichten zu erkl&#228;ren. *l&#228;chel*<br />
Es gibt von Franz Kafka eine Kurz-Geschichte mit dem Titel &#8216;Der K&#228;fer&#8217;. Darin verwandelt sich ein junger Mann langsam vom Menschen in einen riesigen K&#228;fer. Soweit ich das noch im Kopf habe, stirbt er am Schluss, ermordert von seiner eigenen Familie&#8230;</em></p>
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		<title>Spiegelzeit</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal kommt es vor, dass die Welt einen Tag anh&#228;lt. Dass sie seltsam ist und Dinge geschehen, die uns nur als dunkle Tr&#228;ume in Erinnerung bleiben. Als Spiegelzeit herrschte, merkten wir zun&#228;chst nichts davon. Wie auch, wenn unser Spiegelbild gerade am zu Bett gehen war? Ich traf das meine erst um halb vier. Pl&#246;tzlich wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal kommt es vor, dass die Welt einen Tag anh&#228;lt. Dass sie seltsam ist und Dinge geschehen, die uns nur als dunkle Tr&#228;ume in Erinnerung bleiben. Als Spiegelzeit herrschte, merkten wir zun&#228;chst nichts davon. Wie auch, wenn unser Spiegelbild gerade am zu Bett gehen war? Ich traf das meine erst um halb vier. Pl&#246;tzlich wurde es eng auf meinem Schreibtischstuhl. Verwundert sah ich elociN an. Sie blickte verwundert zur&#252;ck und kam dann vom kaffeeholen zur&#252;ck. Sp&#228;ter dachte ich noch einmal an sie. Im Bus auf dem Heimweg sah ich sie zur Arbeit kommen. Kaffeetrinken. Duschen. Aufstehen.</p>
<p>Ich erz&#228;hlte anna von elociN. Wie ich dachte, in einen Spiegel zu schauen. Wie ihre Narben an der falschen Stelle waren, sie mit der linken Hand ihre Tasse hielt. Wie sie nur kurz &#8220;ollaH&#8221; sagte, als w&#228;re es normal, dass wir uns begegnen. anna starrte nachdenklich in ihren Milchkaffee. &#8220;Ich bin meinem Spiegelbild nicht begegnet&#8221;, stiess sie pl&#246;tzlich leise hervor. F&#252;r einen Moment verstand ich nicht, was sie mir da sagte. Ich blickte sie verbl&#252;fft an. &#8220;Aber das ist doch nicht m&#246;glich! Alle, alle sind ihrem Spiegelbild begegnet!&#8221;, wisperte ich schliesslich zur&#252;ck. &#8220;Es ist mein Name&#8230; anna bliebt immer anna.&#8221; anna hob den Kopf und sah mich voller Angst an: &#8220;Aber was hat das zu bedeuten?&#8221;</p>
<p>4. Mai 2002</p>
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		<title>Die Aff&#228;re</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 10:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Absurde Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aff&#228;re begann ohne Plan und ohne Absicht. Er hiess Peaux zum Nachname. Das franz&#246;sische Wort f&#252;r Haut, einmal nicht melodi&#246;ser als das Deutsch, doch vielleicht gibt es in keiner Sprache ein Wort, dass der Haut gerecht wird. Die Leute scherzten &#252;ber seinen Nachnamen und sprachen es aus wie &#8216;Beau&#8217;. Und sch&#246;n war er auch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aff&#228;re begann ohne Plan und ohne Absicht. Er hiess Peaux zum Nachname. Das franz&#246;sische Wort f&#252;r Haut, einmal nicht melodi&#246;ser als das Deutsch, doch vielleicht gibt es in keiner Sprache ein Wort, dass der Haut gerecht wird.</p>
<p>Die Leute scherzten &#252;ber seinen Nachnamen und sprachen es aus wie &#8216;Beau&#8217;. Und sch&#246;n war er auch, oder zumindest liess sein Charme das die Leute glauben. Sp&#228;ter w&#252;rde ich immer an seine Haut denken, wann immer mich nur der Hauch eines &#228;hnlichen Geruches traf, wann immer ich eine Kerze brennen sah.</p>
<p>25. Juni 2002 </p>
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