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	<title>Kopfchaos &#187; Er</title>
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	<description>Gedichte und Geschichten von Nicole</description>
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		<title>Er</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Gang flog an mir vorbei. Verzweifelt drehte ich meinen Kopf nach hinten, Tr&#228;nen verschleierten meinen Blick, ich sah nichts, doch ein unbeschreibliches Grauen erfasste von neuem mein Herz. Ich rannte noch schneller, mein Herz drohte zu zerspringen, meine Brust schmerzte, jeder Atemzug brannte in meinen gepeinigten Lungen, doch meine Beine blieben nicht stehen, mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Gang flog an mir vorbei. Verzweifelt drehte ich meinen Kopf nach hinten, Tr&#228;nen verschleierten meinen Blick, ich sah nichts, doch ein unbeschreibliches Grauen erfasste von neuem mein Herz. Ich rannte noch schneller, mein Herz drohte zu zerspringen, meine Brust schmerzte, jeder Atemzug brannte in meinen gepeinigten Lungen, doch meine Beine blieben nicht stehen, mein ganzer K&#246;rper lechzte nach Friede, doch meine Beine blieben nicht stehen! Der Gedanke an Erholung, an eine Ruhepause erf&#252;llte meinen Kopf, nichts hatte mehr Platz in meinem Gehirn, ich dachte nur noch an den Tod als letzte Ruhe und daran, dass ich nicht anhalten durfte, dass es sonst kein Entrinnen gab. Wieder drehte ich meinen Kopf, diesmal waren keine Tr&#228;nen in meinen Augen, ich sah Ihn hinter mir, Er w&#252;rde nicht halten. Da gab ich alle Hoffnung auf, ich blieb stehen, mein Herz h&#228;mmerte in meiner Brust, ich drehte mich nicht um, erwartete Ihn, erwartete seine Umarmung. Als Er mich erreichte, sp&#252;rte ich seinen Atem in meinem Nacken, seine Ber&#252;hrung war hauchzart, sein Umhang h&#252;llte mich ein, und so fiel ich ersch&#246;pft und dankbar in tiefen Schlaf&#8230;</p>
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		<title>Reise in das Land</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er flog, flog &#252;ber Felder und Wiesen, &#252;ber H&#228;user, D&#246;rfer, St&#228;dte, &#252;ber L&#228;nder, und vielleicht auch &#252;ber Welten. Er &#252;berflog W&#252;sten und W&#228;lder, Meere und Berge. Schliesslich landete er. Er fiel in weiches Gras, erst jetzt entdeckte er, dass die Sonne schon lange untergegangen war. Die Sterne standen hell am Himmel, es waren jedoch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er flog, flog &#252;ber Felder und Wiesen, &#252;ber H&#228;user, D&#246;rfer, St&#228;dte, &#252;ber L&#228;nder, und vielleicht auch &#252;ber Welten. Er &#252;berflog W&#252;sten und W&#228;lder, Meere und Berge. Schliesslich landete er. Er fiel in weiches Gras, erst jetzt entdeckte er, dass die Sonne schon lange untergegangen war. Die Sterne standen hell am Himmel, es waren jedoch nicht seine Sterne. Doch sie spendeten ihm einen Trost, den er noch nie zuvor gef&#252;hlt hatte. Unbeweglich lag er da, kein Ger&#228;usch st&#246;rte die Stille, selbst seine Gedanken schwiegen. Nach einiger Zeit schlief er ein, sanfte Tr&#228;ume begleiteten seinen Schlaf. Fr&#252;h am Morgen wachte er auf, erst blieb er noch etwas liegen, doch dann erhob er sich und blickte neugierig auf das Land, welches vor ihm lag. Das Land sah frisch und jung aus, in den B&#228;umen zwitscherten einige V&#246;gel, von weit her kamen ihre Ges&#228;nge, leise und dennoch unglaublich klar. Langsam erhob sich die Sonne &#252;ber den Horizont, ihre Strahlen liessen die Tautropfen golden schimmern, wie ein Juwel erschien ihm das Land. In der N&#228;he pl&#228;tscherte ein Bach und pl&#246;tzlich sp&#252;rte er Durst. Er machte sich auf den Weg, folgte dem Murmeln und betrachtete dabei vergn&#252;gt die herrlichen Blumen, an denen er vorbeiging. Sie leuchteten gelb und rot und in allen Farben des Regenbogens. Da standen Blumen, von deren Sch&#246;nheit er nie zu tr&#228;umen gewagt h&#228;tte. Dunkelviolette Akelaien standen in sch&#246;nster Bl&#252;te, und der Boden um sie war mit ihren eigenen Bl&#252;tenbl&#228;ttern bedeckt. L&#228;chelnd und gl&#252;cklich erreichte er den Bach, der sich glitzernd durch das Land wand. Vorsichtig liess er sich am Ufer nieder und beugte sich vor, um zu trinken. Eiskalt rann das Wasser durch seine Kehle, wie frisches Quellwasser erquickte es seinen K&#246;rper und seine Seele. Schliesslich fasste er sich ein Herz und sprang in den Bach, prustend sp&#252;rte er die K&#228;lte des Wassers. Vergn&#252;gt beobachtete er die Wassertropen, die an seiner Haut hinab rannen, wie mit tausend Diamanten besetzt sah sie aus. Langsam stieg er aus dem Wasser, die Strahlen der Sonne trockneten ihn, sie selbst war noch weiter gestiegen und vertrieb die letzten Schatten unter den B&#228;umen. Noch immer zwitscherten munter die V&#246;gel, weit weg und doch so klar, als ob sie vor ihm s&#228;ssen. Er setzte sich unter eine alte, kr&#228;ftige Eiche und ruhte sich etwas aus. Wieder schwiegen seine Gedanken, seine Seele f&#252;hlte sich besch&#252;tzt und geborgen.</p>
<p>Nach einiger Zeit stand er auf, breitete seine Arme aus und flog der Sonne entgegen. Er musste schliesslich zum Fr&#252;hst&#252;ck wieder zu Hause sein&#8230;</p>
<p>13. Juni 1996</p>
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		<title>Horror</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er n&#228;herte sein Gesicht dem ihren und spitzte die Lippen wie zum Kusse. Nur einige Millimeter vor den ihren verharrte er und begann die Luft einzusaugen. Der Sog wurde immer st&#228;rker und sie sp&#252;rte, wie sich ihre Eingeweide vom K&#246;rper zu l&#246;sen begannen. Ihr Innerstes begann sich nach Aussen zu wenden und schoss in seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er n&#228;herte sein Gesicht dem ihren und spitzte die Lippen wie zum Kusse. Nur einige Millimeter vor den ihren verharrte er und begann die Luft einzusaugen. Der Sog wurde immer st&#228;rker und sie sp&#252;rte, wie sich ihre Eingeweide vom K&#246;rper zu l&#246;sen begannen. Ihr Innerstes begann sich nach Aussen zu wenden und schoss in seinen Mund. Er sog weiter, saugte den blutigen K&#246;rper auf, wurde unf&#246;rmig, sog mit weit aufgerissenen Augen weiter und war endlich voll von ihr.</p>
<p>Einen Moment blieb er still stehen, unglaublich dick, mit geschlossenen Augen, kein Mensch mehr, nur noch ein Monster, ein menschenfressendes Monster. Dann bog er sich weit nach hinten, sein Bauch in einer unm&#246;glichen Stellung dem Himmel entgegenstreckend, und lachte. Sein Lachen hallte von den hohen W&#228;nden, verfing sich in den dunkelsten Ecken und dr&#246;hnte in den G&#228;ngen. Kein menschlicher Laut, ein Lachen von jenseits des Himmels und jenseits der H&#246;lle.</p>
<p>Doch pl&#246;tzlich begann sich sein Leib zu bewegen. Beulen wuchsen aus seinen Gliedern und im Gesicht, als wolle sich jemand aus ihm herausk&#228;mpfen erschien der Abdruck einer Hand, an einer anderen Stelle hoben Finger die Haut, Augen versuchten durch seine Haut zu sehen.</p>
<p>Und er schrie.</p>
<p>26. November 1997</p>
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		<title>Ende</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Himmel war weiss, graue Wolken bedeckten ihn, ein scharfer Wind strich &#252;ber das &#246;de Land. Um ihn herum wuchs gr&#252;nes Gras, ein dunkles Gr&#252;n, trist, deprimierend, passend. In der Ferne standen die Berge, schwarz, d&#252;ster, drohend, weit entfernt. &#214;de B&#228;ume, gestorben vor viel zu langer Zeit, standen hie und da in der Ebene und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Himmel war weiss, graue Wolken bedeckten ihn, ein scharfer Wind strich &#252;ber das &#246;de Land. Um ihn herum wuchs gr&#252;nes Gras, ein dunkles Gr&#252;n, trist, deprimierend, passend. In der Ferne standen die Berge, schwarz, d&#252;ster, drohend, weit entfernt. &#214;de B&#228;ume, gestorben vor viel zu langer Zeit, standen hie und da in der Ebene und streckten ihre kahlen &#196;ste dem trostlosen Himmel entgegen. In der Luft lag der Geruch des Endes, tausend singende Engel h&#228;tten die Stille nicht verdr&#228;ngen k&#246;nnen. Bleich stiegen zwei Monde im Osten auf, bald w&#252;rde die Nacht hereinbrechen und mit ihrer gnadenvollen Dunkelheit die &#214;dnis zudecken. Falls die Nacht noch kommen w&#252;rde. Eine starke Windb&#246;e zerzauste sein Haar, st&#246;rend hing es ihm ins Gesicht, doch er hob nicht einmal die Hand. Die n&#228;chste B&#246;e w&#252;rde sie wieder zur&#252;ckwerfen. Stumm stand er da, niemand kam, da war niemand der h&#228;tte kommen k&#246;nnen. Weit hinter ihm lag die Stadt voller grauer, trostloser H&#228;user, himmelhohe Wolkenkratzer, leer, ausgestorben, &#246;de, grau. Er blickte den Bergen entgegen, erwartete irgend etwas, doch als nichts kam, setzte er sich, blickte auf den Boden vor sich, auf das Gras, das dunkelgr&#252;ne, triste, deprimierend unpassende Gras. Er erwartete ein Hungergef&#252;hl, er f&#252;hlte nichts, er f&#252;hlte sich nicht, war einfach da, starrte wieder in die Ferne, lauschte der Stille, grau, trostlos, &#246;de, leer, am Ende&#8230;</p>
<p>13. November 1997</p>
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		<title>No Exit</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:06:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich rannte, jeder Schritt, nein, jeder Sprung ersch&#252;tterte meine Sicht, doch ich sah sowieso nicht mehr viel. Tr&#228;nen verschleierten den Stollen vor mir, das d&#252;stere Licht wechselte mit der hellen Dunkelheit, blind folgte ich dem Gang, immer weiter, immer weiter&#8230; In meiner Brust schlug mein Herz zum zerspringen, jeder Atemzug brannte in meinen gepeinigten Lungen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich rannte, jeder Schritt, nein, jeder Sprung ersch&#252;tterte meine Sicht, doch ich sah sowieso nicht mehr viel. Tr&#228;nen verschleierten den Stollen vor mir, das d&#252;stere Licht wechselte mit der hellen Dunkelheit, blind folgte ich dem Gang, immer weiter, immer weiter&#8230; In meiner Brust schlug mein Herz zum zerspringen, jeder Atemzug brannte in meinen gepeinigten Lungen, jeder Sprung stach in meine Beine. Ich war zu Tode ersch&#246;pft, doch ich durfte nicht stehenbleiben, durfte meinen gequ&#228;lten K&#246;rper nicht ausruhen lassen. Mein ganzes Denken war erf&#252;llt vom Schmerz und der Angst, doch ich musste weiter rennen, immer weiter, nicht stehenbleiben! Verzweifelt wandte ich meinen Kopf nach Ihm um, hoffend, der Abstand zwischen uns sei gr&#246;sser geworden, doch da war Er, lachend, mir war als fl&#246;ge er auf mich zu, in den Augen jenes schrecklich siegessichere Lachen. In jenem Moment begriff ich die Sinnlosigkeit meiner Flucht, begriff mein Schicksal und w&#252;nschte mir den Tod statt diesem unendlichem Grauen. Ersch&#246;pft blieb ich stehen, mein Herz schlug weiter, dankbar sog meine Lunge die Luft ein, schon fiel ich auf die Knie, da erreichte Er mich. Er h&#252;llte mich ein, mit seiner Aura, mit seinem Umhang, heiss brannte sein Atem in meinem Nacken. Schon wollte mich das Grauen &#252;bermahnen, da begriff ich meine unsinnige Angst, erkannte meinen Irrtum. Ersch&#246;pft und dankbar fiel ich in seine Arme und in einen tiefen Schlaf&#8230;</p>
<p>11. Juni 1997</p>
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		<title>Seine Augen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seine Augen waren etwas sehr Besonderes. Anfangs dachten wir, das Licht spiele uns Streiche, oder er trage Kontaktlinsen. Doch dann bemerkten wir, dass seine Augen wirklich ihre Farbe wechselten. Manchmal waren sie gr&#252;n, dann ging es ihm gut, er war freundlich und aufmerksam. Bei Braun war er gl&#252;cklich, erz&#228;hlte Witze und lachte mit uns. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seine Augen waren etwas sehr Besonderes. Anfangs dachten wir, das Licht spiele uns Streiche, oder er trage Kontaktlinsen. Doch dann bemerkten wir, dass seine Augen wirklich ihre Farbe wechselten. Manchmal waren sie gr&#252;n, dann ging es ihm gut, er war freundlich und aufmerksam. Bei Braun war er gl&#252;cklich, erz&#228;hlte Witze und lachte mit uns. Mit dieser Augenfarbe lernte er am meisten Leute kennen, sie passte so gut zu seinen blonden Haaren. Obwohl sich nie jemand f&#252;r sein Aussehen interessierte, alle blickten nur in jene seltsamen Augen. Wer im unsympathisch war, wurde mit einem eiskalten, blauen Blick bedacht, wen er gar hasste, sah in feuerrote Augen. Manche spekulierten, ob er vielleicht ein Ausserirdischer sei, denn in seinen Augen war nichts. Es heisst, die Augen seien die Fenster zur Seele. Vielleicht hatte er gar keine. Denn eigentlich hatte er nichts. Er kam zur Schule, jeden Tag, solange sich die Lehrer erinnern konnten, und war dennoch nie gealtert. Vielleicht war er ein Geist, gebunden an diesen Ort, verdammt, auf ewig hier zu bleiben. Manchmal waren seine Augen gelb. Das machte uns Angst, dann keiner von uns hatte so etwas schon einmal gesehen, und keiner wusste, was es zu bedeuten hatte. Aber wir hatten uns an ihn gew&#246;hnt, fast war er einer von uns. Bis zu jenem Tag, als seine Augen weiss wurden&#8230;</p>
<p>29. November 1996</p>
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