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	<title>Kopfchaos &#187; Top Ten</title>
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	<description>Gedichte und Geschichten von Nicole</description>
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		<title>Einsame Art</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:43:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Top Ten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war eine schw&#252;le Nacht. Der Sommer war einem harten Winter gefolgt. Der Mond hing tr&#228;ge am Himmel. Sandte sein Licht auf die m&#252;de Welt. Keine Sterne. Als h&#228;tten sie sich zur&#252;ckgezogen, um ihrem Bruder das All zu &#252;berlassen. Ich lag auf meinem Bett. Einen halben Meter vom Fenster entfernt, dessen Fl&#252;gel weit offen standen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war eine schw&#252;le Nacht. Der Sommer war einem harten Winter gefolgt. Der Mond hing tr&#228;ge am Himmel. Sandte sein Licht auf die m&#252;de Welt. Keine Sterne. Als h&#228;tten sie sich zur&#252;ckgezogen, um ihrem Bruder das All zu &#252;berlassen. Ich lag auf meinem Bett. Einen halben Meter vom Fenster entfernt, dessen Fl&#252;gel weit offen standen. Das Leintuch auf meinem K&#246;rper war nassgeschwitzt. Ich starrte auf das Leintuch neben mir. Auf das Mondlicht darauf. Eine harte Linie. Eine Grenze zwischen der Helligkeit und der Dunkelheit. Ich lag einfach auf dem Bett. Kein L&#252;ftchen brachte Erleichterung&#8230;</p>
<p>Meine Gedanken flossen dahin. Ich tr&#228;umte mich aus dem Zimmer. Mir wuchsen Fl&#252;gel. Ich erhob mich vom Bett. Das Leintuch fiel lautlos zu Boden. Die Mondstrahlen strichen &#252;ber meine nackte Haut. Ich starrte den hellen Ball am Himmel an. Kletterte auf das Fensterbrett. Verharrte. Liess meinen Blick &#252;ber den silbernen Rasen gleiten. &#220;ber das schwarze Loch mitten im Garten. Ein Biotop. Der Mond spiegelte sich matt im Wasser.</p>
<p>Ich h&#246;rte im nahen Wald einen Fuchs im Unterholz streifen. Schn&#252;ffelnd nach Nahrung suchen. Die V&#246;gel schliefen in den B&#228;umen. Der Atem meiner Schwester ging ruhig und regelm&#228;ssig. Ein altes Haus bewegte sich knarrend zu seinen Tr&#228;umen. Eine Eule &#246;ffnete kurz die leuchtenden Augen, um sogleich wieder in Schlummer zu fallen. Die Fische im See liessen tr&#228;ge ein paar Luftblasen an die Wasseroberfl&#228;che steigen. Ein Schw&#228;rmer umarmte seine Gattin sch&#252;tzend mit seinen Fl&#252;geln.</p>
<p>Ich breitete meine Schwingen aus. Erhob mich in die reglose Luft. Ich sp&#252;rte Freiheit sich in mir ausbreiten. Ich verliess den sicheren Boden. Liess Erinnerungen und W&#252;nsche zur&#252;ck. Flog mit kr&#228;ftigen Fl&#252;gelschl&#228;gen dem Mond entgegen. Sein bleiches Gesicht l&#228;chelte mich traurig an. Als wisse er Dinge, die mir verborgen blieben. Dinge, die mir verboten sind. Ich schwebte. Nichts war um mich. Unter mir die Welt. unter mir meine W&#252;nsche und Tr&#228;ume. Meine Erinnerungen. Die guten und die schlechten. Die unn&#252;tzen und die gl&#252;cklichen&#8230;</p>
<p>Ich f&#252;hlte mich stark. Konnte den Blick nicht vom Mond nehmen. Wollte ihn erreichen. Wie einst Icarus die Sonne. F&#252;hlte seine K&#228;lte in meinem Herzen. Es erfror mit jedem Fl&#252;gelschlaf. Jedes Klopfen schmerzte in meiner Brust. Flog weiter. Dem Mond entgegen.</p>
<p>Irgendwann verlor ich mein Herz. Es fiel aus meinem K&#246;rper und st&#252;rzte zu Boden. Zersprang in tausend St&#252;cke. Wie ein Herz aus Glas. Und die Splitter schmolzen zu Blut, das von der Erde gierig aufgesaugt wurde. Ich flog weiter auf meinen Bruder zu. Sehnte mich nach seiner kalten Umarmung. Nach seinem erfrierenden Atem&#8230;</p>
<p>Doch mein Herz klopfte mir von unten entgegen. Schrie nach meinem K&#246;rper. Weinte um die verlorenen Tr&#228;ume. Um die vergessenen Erinnerungen. Um die verschwundenen W&#252;nsche. Ich h&#246;rte mein Weinen. Schmeckte salzige Tr&#228;nen auf meinen Wangen. Sah meine Augen. Zwei tote L&#246;cher. Leer. Ohne Leben&#8230;</p>
<p>Ich fiel. Fiel der Erde entgegen. Mein Herz jauchzte auf. Empfing mich mit warmer Liebe. Umarmte mich&#8230; Ich versank in ihrer feuchten W&#228;rme. F&#252;hle mich vereint. Geborgen. Zu Hause&#8230; Ich war zu Hause&#8230;</p>
<p>Pl&#246;tzlich sp&#252;rte ich etwas im Zimmer hinter mir. Einen Menschen. Ein Wesen. Einen Moment &#252;berkam mich eine furchtbare Angst. Ich stellte mir vor, wie diese Person ein M&#246;rder w&#228;re. Wie sie ein Messer in der Hand hielte. Wie sie mich t&#246;ten wollte. Wie sie danach d&#252;rstete, mich zu verletzen. Wie sie mich anstarrte. Mit gierigen Augen. Fast f&#252;hle ich diesen Blick auf mir. Langsam wandte ich den Kopf. Starrte in mein dunkles Zimmer. Zuerst war alles schwarz. Eine undurchdringliche Dunkelheit. Ich stellte mir vor, wie das Mondlicht vom Leintuch reflektiert wurde. Wie es mein Gesicht erleuchtete. Weisse Porzellanhaut, deren Tod bereits vorweggenommen&#8230;</p>
<p>Ich schloss die Augen. F&#252;hlte kalte Schweisstropfen &#252;ber meine Stirn rinnen. Langsam. Unaufh&#246;rlich. Ich &#246;ffnete meine Augen wieder.</p>
<p>Eine schwarze Gestalt stand da. Schw&#228;rze vor der Dunkelheit. Ich erahnte sie mehr, als dass ich sie sah. Schlank. Mit langem Haar, dass regungslos herabhing. Das schwarze Haar fing an, sich zu bewegen. Wallte um den Kopf. Wie die Schlangen der Medusa. Doch sie verbanden sich mit der Dunkelheit. Schienen nach unergr&#252;ndlichen Geheimnissen zu suchen.</p>
<p>Ich starrte das Wesen an. Sah meine Augen sich vor Schreck weiten. Als w&#252;rde der Mond durch mich hindurchscheinen. Sein Licht durch meine Augen dringen.</p>
<p>Das Haar des Wesens hing wieder herab, und es verschwand. Hinterliess nur stumme Worte: &#8220;Ich dachte, du seist von meiner Art&#8221;</p>
<p>8. M&#228;rz 1999<br />
Semesterarbeit Deutsch; FS 1999</p>
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		<title>Der Sturm</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Top Ten]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht war es wirklich so offensichtlich gewesen, wie so viele Leute im nachhinein meinten.
Doch das sagen wir ja oft. Ich selbst hatte zuerst nichts gemerkt. Im Gegenteil, ich hatte es genossen.
Das ganze fing mit dem f&#252;r die Jahreszeit ungew&#246;hnlichen Wetter an. Der Himmel war wolkenverhangen, &#252;ber dem ganzen Land. Kein Sonne, tagelang nicht. Man sagte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht war es wirklich so offensichtlich gewesen, wie so viele Leute im nachhinein meinten.<br />
Doch das sagen wir ja oft. Ich selbst hatte zuerst nichts gemerkt. Im Gegenteil, ich hatte es genossen.</p>
<p>Das ganze fing mit dem f&#252;r die Jahreszeit ungew&#246;hnlichen Wetter an. Der Himmel war wolkenverhangen, &#252;ber dem ganzen Land. Kein Sonne, tagelang nicht. Man sagte, auch die Flugzeuge waren nicht f&#228;hig, &#252;ber den Wolken zu fliegen, wie hoch sie auch stiegen. Die Temperatur war angenehm, und dennoch hatten viele den Eindruck, es sei kalt. Man sah Menschen in T-Shirts, ebenso wie Leute in dicken Winterjacken. Die ganze Stimmung war kalt. Das Gras duckte sich in einem faden, ged&#228;mpften gr&#252;n, und selbst die B&#228;ume schienen nicht mehr so viele Bl&#228;tter zu haben, als w&#228;re es Winter, und sie h&#228;tten vergessen, das Laub abzuwerfen. Die Tiere waren lustlos, ruhig, doch auch in einer seltsamen Anspannung. Zuerst hatte niemand die Ver&#228;nderung richtig bemerkt. Der Wind war einfach da. Menschen blieben pl&#246;tzlich stehen und sagten: „Hei, es windet.“ Andere neben ihnen blieben ebenfalls stehen und meinten: „Tats&#228;chlich! Seit wann das? Ist mir irgendwie gar nicht aufgefallen&#8230;“. Und sie gingen weiter, froh dar&#252;ber, dass wenigstens etwas ge&#228;ndert hat an diesem Wetter, dass nun schon wochenlang immer gleichbleibend war. Und sie genossen den Wind in den Haaren. So wie niemand bemerkt hatte, dass es zu winden begann, so bemerkte auch niemand, dass der Wind st&#228;rker wurde. Die B&#228;ume begannen sich zu wiegen, aus dem Fl&#252;stern der Bl&#228;tter wurde ein Schwanken der B&#228;ume. Ich machte in dieser Zeit oft Spazierg&#228;nge. Es gibt nichts wunderbareres f&#252;r mich, als der Wind, der wie ein Geliebter durch mein Haar f&#228;hrt. Ein fl&#252;chtiger Geliebter, von dem man nie weiss, ob er zur&#252;ckkehrt oder nicht. Es kehrte zur&#252;ck, immer wieder. Er kr&#228;uselte das Wasser im See, fuhr durch die gef&#252;llten Strassen der St&#228;dte ebenso wie durch die verlassene Gassen in den D&#246;rfern. Die Tiere zogen sich in ihren Bau zur&#252;ck. Es war, als w&#252;rden sie ihren Winterschlaf halten.</p>
<p>Jemand aus der Schule sah von Tag zu Tag bleicher aus. Er konnte nicht schlafen, der Baum vor seinem Fenster wisperte unerm&#252;dlich unverst&#228;ndliche Botschaften und st&#246;rte so seinen Schlaf. Ich musste mich zur Schule k&#228;mpfen, nach vorne gebeugt. Immer in Angst, ein Blatt oder ein Stecklein k&#246;nnte gegen meine Brille schlagen und sie verkratzen. Staub wirbelte durch die Luft, dauernd schien ein Nebel &#252;ber dem Land zu liegen. Es hatte auch nicht geregnet in der letzten Zeit, und so trug der Wind trockene Erde und Sand mit sich. Bl&#228;tter und kleine Aeste. Fallengelassenes Papier, vergessene Einkaufst&#252;ten aus Plastik. Als er zu einem Sturm anwuchs, verliess ich mein Haus nicht mehr. Ich sass in meinem Wohnzimmer. Der Fernseher lief die ganze Zeit. Die Leitungen sind unterirdisch verlegt, so hatte ich immer Anschluss. Die Nachrichten zeigten umgest&#252;rzte Strommaste. Ich ging in den Keller und suchte die Reservekerzen, die man mir zur Milleniumswende geschenkt hatte. Ich z&#252;ndete ein paar an und lauschte dem Wind, der pfeifend um die Hausecken strich. Die Fahne am Mast im Garten des Nachbarn hing in Fetzen. Der Nachrichtensprecher erz&#228;hlte was von Orkanst&#228;rken. Die Musik, die leise aus der Anlage in der Ecke klang, schien mir die Stimmung zu treffen. Der Himmel war immer noch weiss. Viele hatten gehofft, dass der Wind sie wegblasen w&#252;rde. Oder zumindest Regen bringen. Ein paar Leute wurden interviewt, klagten &#252;ber den dauernden Staub. Dass sie sich aus dem Haus wagten, wunderte ich mich. Ich begn&#252;gte mich mit dem Essen aus den Dosen, die mir ein Freund geschenkt hatte. Aus einem Grund, der mir nicht recht klar war, hatten mir viele Freunde Milleniumsausr&#252;stungsgegenst&#228;nde geschenkt. Kerzen. Streichh&#246;lzer. Nahrung in Dosen. Jemand hat mir sogar einen kleinen Gaskocher geschenkt. Dabei hatte ich nie davon gesprochen, Angst vor der Jahrtausendwende zu haben, die ja sowieso noch ein Jahr auf sich warten lassen w&#252;rde. Nun war ich froh &#252;ber all diese Geschenke. So konnte ich hier bleiben. Einsam. Das Natel funktionierte nicht, der Fernseher zeigte abgebrochene Antennen. Ich verharrte in meinem Haus.</p>
<p>Wartete auf irgend etwas. Der Fernseher zeigte Bilder von zerst&#246;rten Geb&#228;uden. D&#228;cher, die durch den Wind abgedeckt worden waren. Eine Bahnhofanzeige, die auf eine Treppe gefallen war. Werbebuchstaben, die von Hochh&#228;usern fielen. Menschen, die gegen den Sturm ank&#228;mpften. Autos, die durch den Wind aus der Spur gedr&#252;ckt worden sind, und deren Insassen, durch einen kriechenden Krankenwagen verborgen, wahrscheinlich auf dem Weg in die Leichenhalle.</p>
<p>Die Welt war mir unendlich fern. Mein Leben war reduziert. Ich sass den ganzen Tag auf meinem alten, bequemen Sessel vor dem Fenster und beobachte, was der Wind mit den B&#228;umen ums Haus anstellte. Wie er durch das Gras huschte. Durch die B&#252;sche eilte. Um die Ecke schielte. Sich zur&#252;ckzog. Wieder zustiess. Die Scheiben erzittern liess. Manchmal machte ich mir etwas zu essen. Wenn es dunkel wurde, z&#252;ndete ich Kerzen an. Und starrte in die Dunkelheit. Lauschte dem Wind. Der schnellen Luft. Dem leisen Pfeifen, dort, an der Ecke. Das klirrende Ger&#228;usch vom Draht am Fahnenmast des Nachbars. Und das Ger&#228;usch von zerfetztem Stoff, etwas h&#246;her. Der Fernseher wirft blaues Licht in den Raum, das an den Glasscheiben abprallt und zur&#252;ckgeworfen wird. Die Musik l&#228;uft die ganze Zeit. Nur manchmal lege ich eine neue CD ein. Tausche eine aus, und lasse sie rotieren. Nach dem Zufallsprinzip wird einen angespielt. In meinem Bette liegend kann ich den Wind immer noch h&#246;ren. Er zerrt auch an meinen Ziegeln. Doch sie sind fest verankert. Ein solides, untergangsicheres Haus, haben meine Freunde gewitzelt, als ich hier einzog, und spielten damit auf das Ehepaar an, das dieses Haus erbaut hatte. Sie hatten es wirklich abgesichert. Bis heute war ich mir nie sicher, ob sie nicht vielleicht einer dieser Sekten angeh&#246;rten, die an den Weltuntergang glaubten. Dann waren sie nach Afrika gezogen, lebten nun in einem kleinen Haus mitten in Zaire und schickten mir ab und zu Ansichtskarten um mir zu versichern, wie gut sie lebten. Dabei kannte ich sie doch eigentlich nur kurz. In diesen Tagen bekam ich keine Post. Der Postbeamte hatte kurz angerufen und gefragt, ob ich einige Tage auf meine Post verzichten k&#246;nne. Es sei einfach zu gef&#228;hrlich, zu meinem Haus zu fahren. Der Wald, durch den die Zubringerstrasse f&#252;hrt, war voller alter B&#228;ume. Wahrscheinlich hatte der Wind viele von ihnen zu Boden gedr&#252;ckt. L&#228;chelnd dachte ich an meinen Bambus, der sich im hinteren Teil meines Gartens lustig mit dem Wind bewegte. Der w&#252;rde nicht brechen. Der war spezialisiert, sich zu biegen. Sich anzupassen. Im Fernsehn zeigten sie die Auswirkungen des Sturms auf alle Teile des Landes. Der See war &#252;ber die Ufer getreten. Es w&#252;rde lange dauern, bis er mein Haus erreichte, und wenn, so w&#252;rde es kaum bis in den Keller gelangen. Dieses Haus hatte sogar die grosse &#220;berschwemmung vor f&#252;nf Jahren &#252;berstanden, ohne dass auch nur ein Tropfen Wasser durch die W&#228;nde geronnen war, hatten mir die fr&#252;heren Besitzer stolz erz&#228;hlt. Die Seewache meldete Rekordh&#246;he f&#252;r die Wellen. Die Sturmlichter blinkten Tag und Nacht, doch wer nicht unbedingt musste, verliess sein Haus sowieso nicht. Und kam schon gar nicht auf die Idee, im See zu baden. Ein Bergdorf war von der Umwelt abgeschlossen, weil eine Permaschneelawine niedergegangen war. Keine Chance f&#252;r die Helfer, dorthin zu gelangen. Kein Flugzeug konnte starten, kein Helikopter konnte den Aufstieg wagen. Die Bauern klagten, dass sie ihrem Vieh den Wintervorrat verf&#252;ttern m&#252;ssen, weil sie nicht raus konnten, um frisches Gras zu schneiden. Das w&#228;re sowieso plattgedr&#252;ckt auf dem Feldern. Experten sprachen von einer Missernte, weil der Sturm viele junge Pflanzen geknickt oder sonstwie besch&#228;digt hatte. Ein Freund rief besorgt an, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen, und legte mir ans Herz, ihn anzurufen, wenn ich irgend ein Problem h&#228;tte. Ich dankte ihm, legte auf und setzte mich wieder in meinen Sessel.</p>
<p>Wann w&#252;rde der Sturm enden? Das fragte ich mich manchmal. Und h&#246;rte wieder den Geschichten des Windes zu.</p>
<p>11. Januar 2000</p>
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		<title>Der Baum</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:42:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute haben wir keine Schule. Die Lehrer halten eine ausserordentliche Konferenz ab. Mitten im Neubau ist n&#228;mlich &#252;ber Nacht ein riesiger Baum gewachsen. Einfach so, gestern war er noch nicht da und heute morgen f&#252;llt er fast die ganze Halle aus. Uns Sch&#252;lern gef&#228;llt er. Seine Bl&#228;tter sind herzf&#246;rmig und von einem satten Gr&#252;n. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute haben wir keine Schule. Die Lehrer halten eine ausserordentliche Konferenz ab. Mitten im Neubau ist n&#228;mlich &#252;ber Nacht ein riesiger Baum gewachsen. Einfach so, gestern war er noch nicht da und heute morgen f&#252;llt er fast die ganze Halle aus. Uns Sch&#252;lern gef&#228;llt er. Seine Bl&#228;tter sind herzf&#246;rmig und von einem satten Gr&#252;n. Der Stamm ist wohl um die zwei Meter dick und die Krone st&#246;sst oben an der Decke an. Ein Wunder, dass sie diese noch nicht durchstossen hat! Die Lehrer haben also ihre Konferenz und beraten, wie sie diesen Baum wieder loswerden. Wie er dahin gekommen ist, scheint niemanden zu interessieren. Wir sitzen w&#228;hrenddessen in der Cafeteria und warten darauf, endlich heimgehen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Jetzt ist ein F&#246;rster gekommen. Er sieht sich den Baum an und beratschl&#228;gt sich mit einem Uniprofessor, der extra von Z&#252;rich hierher gerufen wurde. Anscheinend weiss der allerdings auch nicht, was f&#252;r ein Baum das ist und wie er hierher kommt. Der Baum selbst steht noch immer da, gross und breit, mit gr&#252;nen, herzf&#246;rmigen Bl&#228;ttern. In der Halle scheinen sich nun unter der Decke Wolken zu bilden. Noch immer will uns niemand nach Hause lassen, obschon klar ist, dass heute kein regul&#228;rer Unterricht mehr stattfinden wird.</p>
<p>Soeben sind einige M&#228;nner mit Motors&#228;gen gekommen. Die meisten Sch&#252;ler dr&#228;ngen sich in der N&#228;he des Baumes zusammen, um auch ja genau mitzubekommen, was da geschieht. Die Wolken an der Decke sind mittlerweilen dichter geworden. Die M&#228;nner messen den Stamm aus und diskutieren, wie der Baum am besten zerkleinert werden soll, ohne dass Gel&#228;nder, Treppen oder W&#228;nde besch&#228;digt werden. Irgendwo zwitschert ein Vogel.</p>
<p>Nun ist ein Mann von der Verbindungsbr&#252;cke auf einen dicken Ast gestiegen. Er bewegt sich vorsichtig so weit vor wie es geht und z&#252;ckt dann seine Motors&#228;ge. Pl&#246;tzlich zerreisst ihr scharfes Aufheulen die Stille, die sich &#252;ber uns Sch&#252;lern ausgebreitet hat. Der Bereich direkt unter dem Ast ist bereits vorher abgesperrt worden, und die Granitplatten bedecken sich nun langsam mit Bl&#228;ttern, als der Mann zu s&#228;gen beginnt. Der Ast bewegt sich unter der Motors&#228;ge, als w&#252;rde er vor Angst und Schmerz zittern. Aus den Wolken f&#228;llt nun weisser Schnee. Langsam senken sich die Flocken auf die Bl&#228;tter des Baumes und die K&#246;pfe der Menschen. Der erste Ast ist nun abges&#228;gt und jetzt geht es Schlag auf Schlag. Bald ist der Boden mit &#196;sten bedeckt. Wir k&#246;nnten nun endlich nach Hause gehen, doch niemand r&#252;hrt sich.</p>
<p>Nach zwei Stunden sind sie fertig. Die Granitplatten sind &#252;bers&#228;t mit &#196;sten und Laub. Die Wolken haben sich wieder aufgel&#246;st und nur das Schimmern des Schmelzwassers erinnert an ihre Existenz. Die Aufr&#228;umarbeiten beginnen und ich mache mich endlich auf den Weg nach Hause.</p>
<p>Am n&#228;chsten Tag ist schon wieder Alles beim alten. Wo der Stamm den Fussboden durchstiess sind neue Platten eingesetzt worden. Nichts erinnert an den Baum, und er wird auch von niemandem erw&#228;hnt, als w&#228;re er nur ein Traum gewesen, eine kurze Erscheinung aus einer anderen Dimension.</p>
<p>Zwei Monate sp&#228;ter:<br />
Heute Morgen durchbrach ein Pflanzenspross mit gr&#252;nen, herzf&#246;rmigen Bl&#228;ttern den Fussboden&#8230;</p>
<p>14. Dezember 1997</p>
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		<title>Die Bombe</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bombe hatte bereits einige Zeit dagelegen. Im Grunde grenzte es schon fast an ein Wunder, dass noch niemand darauf getreten war. Dass sich nicht einmal jemand um sie k&#252;mmerte. Sie hatte sogar mehrere Putztage des Reinigungsdienstes &#252;berstanden. Dabei war die Bombe nicht gerade unauff&#228;llig. Es musste sich wohl um einen Tretmine handeln, denn es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bombe hatte bereits einige Zeit dagelegen. Im Grunde grenzte es schon fast an ein Wunder, dass noch niemand darauf getreten war. Dass sich nicht einmal jemand um sie k&#252;mmerte. Sie hatte sogar mehrere Putztage des Reinigungsdienstes &#252;berstanden. Dabei war die Bombe nicht gerade unauff&#228;llig. Es musste sich wohl um einen Tretmine handeln, denn es war keine &#228;ussere Z&#252;ndvorrichtung zu erkennen. Wer sie dort hin gelegt hatte, war im nachhinein nicht mehr zu rekonstruieren. Ein Grund daf&#252;r war ebenfalls nicht zu finden. Und dass jemand zuf&#228;lligerweise eine Bombe in der Schule verlieren w&#252;rde, war wohl die unwahrscheinlichste Erkl&#228;rung von allen. Auch ich war einige Tage an diesem Ding vorbeigegangen, ohne es gross zu beachten. Doch am Mittwochmorgen blieb ich pl&#246;tzlich stehen. Da hatte ich doch was gesehen, so einfach aus den Augenwinkeln! Ich drehte mich um. Sch&#252;ler liefen rechts und links schwatzend vorbei, und Angela blieb genervt stehen. &#8220;Was ist? Wir m&#252;ssen in die n&#228;chste Stunde! Komm endlich!&#8221;, rief sie mir zu und ging weiter. Ich hatte endlich entdeckt, was mir da so aufgefallen war: ein kleines Ding. Es lag auf dem Boden. Schwarz war es. Rund. Geduckt. Ich ging n&#228;her. Ein Sch&#252;ler, der gedankenverloren in ein Gespr&#228;ch mit einer Kollegin vertieft war, wich mir in letzer Sekunde aus. Ich b&#252;ckte mich. Betrachtete dieses Ding. Dann entschl&#252;pfte meinen Lippen zwei &#252;berraschte Worte: &#8220;Eine Bombe?!&#8221;, fl&#252;sterte ich leise. Jemand neben mir blieb stehen. &#8220;Was hast du gesagt?&#8221;, fragte er mich. &#8220;Eine Bombe&#8221;, antwortete ihm der Nebenstehende an meiner Stelle. Ich konnte mich nur aufrichten, den andern wortlos anstarren, wieder auf die Bombe starren, wieder den anderen an. Es war, als h&#228;tte sich ein Wispern in einem Baum erhoben, als w&#252;rden sich seine Bl&#228;tter gegenseitig eine Geschichte erz&#228;hlen, die bis zu den &#228;ussersten Bl&#228;ttern getragen wurde. Im Schulhaus erhob sich ein Fl&#252;stern, ein aufgeregtes Murmeln, dass sich langsam verlor und dann anwuchs, immer lauter wurde, vom Fl&#252;stern sich aufbauschte zu einem ohrenbet&#228;ubenden L&#228;rm. Und alle, alle schrien sie nur ein Wort: &#8220;Eine Bombe!&#8221;</p>
<p>Dann kam Bewegung in die Sch&#252;ler, und sie kamen aus den Zimmern und dr&#228;ngten den Treppen zu. Jeder wollte zuerst raus aus dem Geb&#228;ude, raus, weg von der Bombe. Und sie schoben und stiessen, zerrten und boxten und hieben blind um sich. Und der andere, der meine zwei entschl&#252;pften Worte geh&#246;rt hatte, er wich vor mir zur&#252;ck und wurde mir doch entgegengestossen, und ich sah die Bombe, sah sie immer n&#228;her kommen.</p>
<p>Ihr scharfes Klicken wunderte mich noch. F&#252;r einen Moment war alles ruhig, niemand sprach ein Wort. Stille. Die Helligkeit &#252;berstieg alles, was ich je zuvor gesehen hatte. Irgendwo in den Resten meines Gehirns dachte ich noch: &#8220;So muss das Licht zum Himmel aussehen&#8230;&#8221;</p>
<p>12. Januar 2000</p>
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		<title>Ecriture automatique</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Top Ten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich f&#252;hlte mich alt
Ich sah mein Leben an mir vorbeiziehen, sah V&#246;gel und B&#228;ume, liebte den Wind der in den B&#228;umen nach seiner Heimat suchte flog mit seinen Gedanken zur&#252;ck und wusste doch nicht, wohin meine Beine mich trugen ohne meinen Gedanken zu folgen flog ich weiter und immer weiter das Ende war nie abzusehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich f&#252;hlte mich alt</p>
<p>Ich sah mein Leben an mir vorbeiziehen, sah V&#246;gel und B&#228;ume, liebte den Wind der in den B&#228;umen nach seiner Heimat suchte flog mit seinen Gedanken zur&#252;ck und wusste doch nicht, wohin meine Beine mich trugen ohne meinen Gedanken zu folgen flog ich weiter und immer weiter das Ende war nie abzusehen die Gef&#252;hle sogen mich auf, um mich gleich darauf wieder auszuspucken und eigentlich bin ich voll bis obenhin und zugleich leer, die Musen verlassen denGl&#252;cklichen, wer stark war wird schwach, wer h&#246;rte kann sehen ich suche die Klarheit sie ist in der Reinheit und will etwas &#252;ber andere wissen kann sie nicht erkennen der Wind sucht sein Zuhause wo m&#246;gen die Kinder geblieben sein und die Schw&#228;ne und die Schwulen und ist die Liebe nur eine Klammer nur ein Ger&#252;cht wie die Rundung der Erde wie sie doch eine Schiebe ist, eine riesige Scheibe ist, wie wir doch auf ihr leben m&#252;ssen, wie ich doch weinen muss wie mich doch der Wind entf&#252;hrt und weitertreibt weiter, immer weiter bis zum Ende</p>
<p>16. November 1998</p>
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		<title>Der stille Ort</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er flog. Wie im Traum, &#252;ber H&#252;gel und T&#228;ler, &#252;ber W&#252;sten und Meere und schliesslich, ganz pl&#246;tzlich, landete er. Es war eine sanfte Landung, er fiel in weiches Gras, fast ertrank er darin, es reichte ihm bestimmt bis zu den H&#252;ften. Er war auf dem R&#252;cken gelandet. Das Gras war ein gem&#252;tliches Bett, die Sonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er flog. Wie im Traum, &#252;ber H&#252;gel und T&#228;ler, &#252;ber W&#252;sten und Meere und schliesslich, ganz pl&#246;tzlich, landete er. Es war eine sanfte Landung, er fiel in weiches Gras, fast ertrank er darin, es reichte ihm bestimmt bis zu den H&#252;ften. Er war auf dem R&#252;cken gelandet. Das Gras war ein gem&#252;tliches Bett, die Sonne ging langsam unter, blutrot hing sie am Himmel. Einen Moment dachte er noch etwas besorgt an m&#246;gliche Gefahren, an Insekten oder wilde Tiere, doch dann schlief er friedlich ein. Er erwachte durch zartes Vogelgezwitscher, die Sonne schien schon hell, doch der Tag war jung, frisch und klar. Alles schlief noch, nur die V&#246;gel zwitscherten. Er lief ein St&#252;ck, und als er an einen Bach kam, liess er sich auf die Knie nieder, um zu trinken. Das Wasser war eiskalt, wie frisches Quellwasser, er wusch sich prustend, liess das kalte Wasser &#252;ber seinen K&#246;rper fliessen und beobachtete dann vergn&#252;gt, wie sich glitzernde Perlen bildeten. Er blieb noch etwas am Ufer sitzen, genoss die Einsamkeit und die Sonne. Dann stand er auf, breitete seine Arme aus und flog in den Himmel, schliesslich musste er rechtzeitig zum Fr&#252;hst&#252;ck zur&#252;ck sein&#8230;</p>
<p>10. Februar 1997</p>
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		<title>Laufen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hatte beschlossen zu laufen. Der Grund daf&#252;r war mir entfallen, irgendwo liegengeblieben zwischen den Str&#228;uchern und Grasleichen im Land hinter mir. Vielleicht hatte ich es wie die australischen Ureinwohner machen wollen. Wenn ein Aborigines das Gef&#252;hl hat, er habe sein eigenes Ich verloren, macht er sich auf den Weg. Er l&#228;uft und l&#228;uft immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte beschlossen zu laufen. Der Grund daf&#252;r war mir entfallen, irgendwo liegengeblieben zwischen den Str&#228;uchern und Grasleichen im Land hinter mir. Vielleicht hatte ich es wie die australischen Ureinwohner machen wollen. Wenn ein Aborigines das Gef&#252;hl hat, er habe sein eigenes Ich verloren, macht er sich auf den Weg. Er l&#228;uft und l&#228;uft immer geradeaus, ohne nach rechts oder links zu sehen und ohne anzuhalten. Der Aborigines hofft, irgendwann auf sein Ich zu treffen. Dann setzt er sich und spricht so lange mit ihm, bis er weiss, was ihm in seinem Leben gefehlt hat. Erst dann kann er wieder nach Hause zur&#252;ckkehren. Vielleicht war dies der Grund, weshalb ich zu laufen begonnen hatte. Einmal habe ich mir &#252;berlegt, es den Aborigines gleich zu tun, doch wo sollte ich hingehen, in einem Land voller Strassen, Vergewaltigern und kalten N&#228;chten? Ohne &#246;de Grasl&#228;nder? Und voller Menschen?</p>
<p>Als ich zu laufen begonnen hatte, waren erst noch viele Menschen um mich. Ich befand mich in einer Stadt, und sie waren &#252;berall um mich herum, liefen hierhin und dahin, liefen mir entgegen, liefen aneinander vorbei und voneinander weg. Doch ihr Gehen war seltsam, zerstreut und ohne Ziel. Als sich die Reihen der H&#228;user lichteten, wurden auch die Menschen weniger, vereinzelt traf ich nun auf sie, meist gingen sie in Gruppen oder zu zweit, nie allein. Sie sprachen miteinander, leere Worte, die ich nur h&#246;ren, doch nicht verstehen konnte.</p>
<p>Schliesslich liess ich das letzte Haus hinter mir, und mit ihm die Menschen. Anfangs war mir das Gehen schwergefallen, m&#252;hsam musste ich mich zu jedem Schritt zwingen, als w&#228;ren Steine an meine Fussgelenke gebunden, als w&#228;re die Strasse ein sumpfiger Morast. Doch als die Stadt hinter mir lag, wurden meine Schritte leichter, ich schien zwei Treppenstufen in  die H&#246;he zu steigen und auf der Luft meinen Weg fortzusetzen. In der Stadt waren mir noch viele Gedanken im Kopf herum geschwirrt, wie ein Abbild der &#228;usseren Welt liefen sie eilig und ziellos in meinem Kopf herum. Doch je l&#228;nger ich lief, je weniger Menschen ich begegnete, desto ruhiger wurden meine Gedanken, schwebten tr&#228;ge dahin und schliesslich verschwanden sie. Was h&#228;tte ich auch in diesem trostlosen Land denken k&#246;nnen? Die Sonne versteckte sich hinter einer weissen Dunstmauer, das Land selbst war leer, eine W&#252;ste aus trockener Erde, nur selten das Gerippe eines Baumes oder die gelben &#220;berreste von Gras. Dennoch, mir war gut. Das &#246;de Land lag um mich und erstreckte sich weit, weiter, bis zum Horizont. Doch ich kam diesem nicht n&#228;her, als w&#252;rde er vor mir fliehen. Ein leiser Wind wehte mir das seltsame Gef&#252;hl von Leere zu. Mochte dort das Ende sein? W&#252;rde dort alles verschwinden, im Schlund einer Unendlichkeit? War es die Absicht des Landes, mich nicht bis dorthin kommen zu lassen?</p>
<p>Als ein Vogel sich erhob und fl&#252;gelschlagend die Erde verliess, als er gen Himmel flog und im Dunst verschwand, da fragte ich mich zum letzten Mal, ob ich das Richtige getan hatte. Es gab keine Umkehr, das war mir klar. Und als ich tief in mich hinein horchte, da gab es auch keine Reue. Mochten mich die G&#246;tter in dieser Zwischenwelt gefangen halten, mochte ich bis in alle Ewigkeit gehen, mochte der Horizont vor mir fliehen! Dies war mein Schicksal.</p>
<p>Und ich lief weiter, unaufh&#246;rlich, immer weiter, immer weiter&#8230;</p>
<p>1. Juni 1998</p>
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		<title>Der Donnergott</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf einem H&#252;gel stehend, erwarte ich mit Schaudern den m&#228;chtigen Donnergott. Am Horizont k&#252;ndet D&#252;sternis von seinem Kommen. Noch bescheint die Sonne das durstige Land, doch ein tiefes Grollen l&#228;sst die B&#228;ume erzittern, und die Erde lechzt nach dem Nass seiner Begleiterin.
Der Wind fl&#252;stert mir seine Ankunft zu, erst leise und schmeichelnd. Dann pl&#246;tzlich braust [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einem H&#252;gel stehend, erwarte ich mit Schaudern den m&#228;chtigen Donnergott. Am Horizont k&#252;ndet D&#252;sternis von seinem Kommen. Noch bescheint die Sonne das durstige Land, doch ein tiefes Grollen l&#228;sst die B&#228;ume erzittern, und die Erde lechzt nach dem Nass seiner Begleiterin.</p>
<p>Der Wind fl&#252;stert mir seine Ankunft zu, erst leise und schmeichelnd. Dann pl&#246;tzlich braust der grosse Donnergott im goldenen Streitwagen heran, peitscht die Wolkenpferde vorw&#228;rts und verdunkelt die Sonne mit seinem schwarzen Umhang. Erst h&#246;re ich in der Dunkelheit nur seine Herolde, sie blasen die m&#228;chtigen H&#246;rner zu seinen Ehren. Dann sehe ich ihn, den m&#228;chtigen Donnermacher aus altem G&#246;ttergeschlecht, und er h&#228;lt das Licht in seinen H&#228;nden. Zornig wirft er es auf die Sch&#246;pfung und verbrennt einen Baum, nimmt sich sein gefordertes Opfer. Seine feuchte Begleiterin weint schwere Tr&#228;nen auf die Erde und ich blicke ihm nach, h&#246;re den Wind schmeichelnde Abschiedsworte fl&#252;stern, die Herolde, weit weg bereits, ihre H&#246;rner blasen, das letzte Schnauben der Wolkenpferde, ein unh&#246;rbares Grollen, Stille</p>
<p>14. Januar 1998</p>
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		<title>Angst</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:18:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwo, den 29. August 1997
Hallo du,
Ich habe dir nun schon lange nicht mehr geschrieben. Mir ist einfach nichts Interessantes eingefallen. Heute ist mir jedoch etwas passiert, von dem ich dir unbedingt berichten muss. Es hat mich so besch&#228;ftigt, dass ich es gleich im Zug aufgeschrieben habe. Hier also meine Geschichte:
Im Zug Irgendwo, den 29. August [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwo, den 29. August 1997</p>
<p>Hallo du,<br />
Ich habe dir nun schon lange nicht mehr geschrieben. Mir ist einfach nichts Interessantes eingefallen. Heute ist mir jedoch etwas passiert, von dem ich dir unbedingt berichten muss. Es hat mich so besch&#228;ftigt, dass ich es gleich im Zug aufgeschrieben habe. Hier also meine Geschichte:</p>
<p>Im Zug Irgendwo, den 29. August 1997</p>
<p>Heute habe ich ehrlich gesagt keine Lust, in die Schule zu gehen. Es ist nicht wie sonst, dass mir einfach die Motivation fehlt. Ich habe Angst! Ich habe heute Morgen verschlafen, die Batterie meines Weckers war &#252;ber Nacht ausgegangen. In einer Rekordzeit von einer Viertelstunde, sonst brauche ich drei, war ich angezogen und abfahrbereit. In Irgendwo jedoch musste ich zehn Minuten auf den versp&#228;teten Zug warten. Super! Zuerst beobachtete ich fasziniert das Schauspiel der vorbeiziehenden Wolken am Morgenhimmel. Es war wundersch&#246;n! Dann schaute ich einer Frau zu, die offenbar Ballettschritte &#252;bte. Pl&#246;tzlich meinte ich, ein schwaches M&#228;nnerbr&#252;llen geh&#246;rt zu haben. War es meine M&#252;digkeit, die mir einen Streich spielte? Auf der anderen Gleisseite stand, keine zwanzig Meter entfernt, ein weisses Auto. Darin stritt sich offenbar ein Paar. Auch die &#252;brigen wartenden Fahrg&#228;ste blickten nun neugierig in die Richtung des Autos. Undeutlich konnte ich verstehen, wie der Mann &#252;ber sein Fahrzeug fluchte. Die Frau wollte ihn wohl beruhigen, das Schreien der beiden war jedoch nur undeutlich zu verstehen. Dann versuchte die Frau, aus dem Auto zu steigen, denn pl&#246;tzlich dr&#246;hnte ein deutliches: &#8220;Du bleibst hier&#8221;, zu uns hin&#252;ber. Mich &#252;berkam in jenem Moment eine unerkl&#228;rliche Angst. Ich wollte vor dem Auto zur&#252;ckweichen, jeder andere der wartenden Reisenden kam mir pl&#246;tzlich&#8230; bedrohlich vor. Auf der anderen Seite des Geleises hielt in diesem Moment ein Auto mit quietschenden Reifen vor einer Kreuzung, und ich erinnere mich noch genau wie ich dachte: &#8220;Sind denn heute alle verr&#252;ckt?&#8221; Als der Zug einfuhr brach in mir pl&#246;tzlich Panik aus. Wie ein drohender Schatten zischte die Eisenbahn heran, als wolle sie mich aufsaugen, mich verschlingen. Mir kam in den Sinn, dass ich nun zur Schule gehen musste, und mit einem Mal erfasste mich ein Gef&#252;hl absoluter Angst. Gegen meinen Instinkt, der mir zuschrie: &#8220;Geh nach Hause, geh heim&#8221;, stieg ich in den Zug und setzte mich in ein Abteil. Sofort begann ich nach meinem Block zu suchen, um dies hier aufzuschreiben, um die anderen Fahrg&#228;ste nicht ansehen zu m&#252;ssen, um meine Angst im Stillen zu bezwingen. In dieser Zeit setzte sich ein Mann mir gegen&#252;ber hin und schlug seine &#8220;Blick&#8221;-Zeitung auf. W&#228;hrend des Schreibens sah ich ihn nur aus den Augenwinkeln. Ich hatte das Gef&#252;hl, er w&#252;rde mich anstarren und jeden Moment aufspringen, um mich zu schlagen oder gar zu ermorden. Die Angst sitzt mir im wahrsten Sinn des Wortes in den Knochen, ich f&#252;hle mich ganz steif, Arme und Beine tun mir weh und ein seltsamer Druck lastet auf meiner Brust. Hoffentlich passiert heute nichts!</p>
<p>W&#228;hrend des Tages schrumpfte die Angst zu einem unguten Gef&#252;hl zusammen, doch ich sp&#252;re meine Knochen immer noch. Als ob jemand Stahlb&#228;nder um sie gelegt h&#228;tte und diese nun langsam aber unbarmherzig zusammenz&#246;ge. Gerade ist mir eingefallen, dass dies vielleicht ein Anfall einer Angstneurose war. Es gibt ja Menschen, die, wenn sie zum Beispiel &#252;ber eine Br&#252;cke gehen oder wenn ein Zug einf&#228;hrt (!), pl&#246;tzlich eine irrationale Angst empfinden. Ich war jedenfalls extrem schockiert. Dieses ungute Gef&#252;hl den ganzen Tag, als lauere hinter jeder Ecke ein Monster aus meinen schlimmsten Alptr&#228;umen und risse auch meine Mitmenschen in den Wahnsinn! Ich hoffe, so etwas passiert mir nie wieder!</p>
<p>Dies war also mein Bericht. Ich hoffe, ich habe dich damit nicht zu sehr erschreckt. Wirst du mir deine Meinung dazu schreiben?</p>
<p>Auf bald<br />
Anna!</p>
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		<title>Schwarzer Tag</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 13:18:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Top Ten]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines Tages wachte ich am Morgen auf und wusste, dass ich nicht mehr schreiben konnte. Es war ein Wissen, wie wir es vielleicht haben, wenn einem geliebten Menschen etwas zust&#246;sst. Oder wenn wir uns weigern, in ein bestimmtes Flugzeug zu steigen. Mir kam es jedoch vor, wie die Gewissheit nach einem Albtraum, die uns das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines Tages wachte ich am Morgen auf und wusste, dass ich nicht mehr schreiben konnte. Es war ein Wissen, wie wir es vielleicht haben, wenn einem geliebten Menschen etwas zust&#246;sst. Oder wenn wir uns weigern, in ein bestimmtes Flugzeug zu steigen. Mir kam es jedoch vor, wie die Gewissheit nach einem Albtraum, die uns das Erwachen so schwer macht, als w&#252;rden wir die n&#228;chtlichen Schrecken mit uns in die reale Welt nehmen. Ich wusste einfach, dass ich nicht mehr schreiben konnte. Schweissgebadet lag ich in meinem Bett, unf&#228;hig, auch nur einen Muskel zu r&#252;hren. Meine Gedanken rasten, doch gleichzeitig war mein Gehirn leer. Ich war in Panik, mein Herz raste wie wild, ich versuchte mich vergeblich zu bewegen. Erst als der Wecker rasselnd verk&#252;ndete, es sei Zeit auf zu stehen, vermochte ich mich auf zu setzen. Wankend lief ich ins Badezimmer, wie eine Betrunkene nach links und rechts torkelnd, knallte gegen einen T&#252;rrahmen. Endlich stand ich in der Dusche. Ich drehte das Wasser auf, eiskalt ergoss es sich &#252;ber mich, &#252;ber mein Nachthemd, das aus zu ziehen ich nicht imstande gewesen war. Erst als mein K&#246;rper vor K&#228;lte und nicht mehr vor Schock zitterte, gew&#228;hrte ich ihm etwas W&#228;rme. Wie in Trance zog ich mich an, verliess das Haus, das Morgenessen v&#246;llig vergessen, setzte mich in den Zug und befand mich schliesslich in der Schule, letzte Bastion der Realit&#228;t.</p>
<p>In unserer ersten Stunde hatten wir Mathematik. Ich h&#246;rte dem Lehrer zu, und als wir die Theorie einschreiben sollten, nahm ich den Deckel von meinem F&#252;ller, um ihn anschliessend auf das Blatt auf zu setzen. Meine Gedanken str&#246;mten aus meinem Gehirn in meinen Arm, in die Hand, dann in den F&#252;ller und von dort aus in Form von Tinte auf das Blatt. Zahlen f&#252;llten die weisse Leere.</p>
<p>Die zweite Stunde war besetzt durch die Geschichte. Meine Gedanken str&#246;mten wieder aus meinem Gehirn in meinen Arm, in die Hand, dann in den F&#252;ller und von dort aus in Form von Tinte auf das Blatt. Vergangenheit f&#252;llte die weisse Leere.</p>
<p>Dritte Stunde: Deutsch. Bleich betrat ich das Klassenzimmer. Mein Blut rauschte mir in den Ohren, und es war mir, als w&#252;rde es mir zufl&#252;stern: &#8220;Du kannst nicht mehr schreiben. Du kannst nicht mehr schreiben.&#8221; H&#246;lzern setzte ich mich auf meinen Stuhl, mein K&#246;rper schien der Erde zwar entgehen zu fallen, jedoch nur, weil eine unsichtbare Macht mich zog. An diesem Tag war Schreibwerkstatt. Ich war nicht f&#228;hig, den Ausf&#252;hrungen meines Lehrers zu folgen. Als die anderen ihre Bleistifte und Kugelschreiber z&#252;ckten, nahm auch ich meinen F&#252;ller in die Hand. Mit schreckgeweiteten Augen und starrem Blick schaute ich auf dieses Ding in meiner Hand hinunter. F&#252;r Minuten war ich wieder nicht f&#228;hig, mich zu bewegen. Mir kam einfach nicht in den Sinn, was ich mit diesem Ding tun sollte. Endlich l&#246;ste ich den Deckel vom Schaft und setzte die Federspitze auf mein Blatt. Meine Augen schienen ausgetrocknet zu sein. Erstaunt beobachtete ich, wie sich auf dem Blatt ein grauer Fleck bildete, der sich rasch ausbreitete. Meine Stirn war schweissnass, und meine Hand schien zu zittern. Der Klang der Pausenglocke erl&#246;ste mich. Auf der Heimfahrt konnte ich nur an meine Angst denken, die mich vor vielen Jahren einmal &#252;berfallen hatte. Es war zu einer Zeit, als es noch ungew&#246;hnlich war, dass jemand schreibt. Viele Menschen hatten mir prophezeit, dass ich eines Tages ein Buch schreiben w&#252;rde. Auch ich war dieser &#220;berzeugung. Irgendwann las ich dann ein Buch und stellte mir die ganze Zeit vor, welche Arbeit es bedeutet, sich eine solche Geschichte aus zu denken und sie anschliessend auch noch auf zu schreiben. Und pl&#246;tzlich &#252;berw&#228;ltigte mich die Angst, dass auch ich eines Tages ein Buch schreiben w&#252;rde. Ein einziges Buch, denn danach w&#252;rde f&#252;r mich alles geschrieben sein, mein ganzes Leben ausgekotzt und aufgeschrieben so zu sagen, und ich w&#252;rde nicht mehr schreiben k&#246;nnen! Nie mehr! Nun war es also geschehen, ich hatte  nie ein Buch geschrieben, und ich w&#252;rde es nie tun. Ich konnte nicht mehr schreiben. Der Gedanke liess mich nicht mehr los.</p>
<p>Zu Hause angekommen, vergrub ich mich in meinem Bett unter einem Berg von Decken. Doch auch die Dunkelheit konnte das Wissen nicht verdr&#228;ngen. Ich konnte nicht mehr schreiben. Es hallte in meinem Kopf, der mir v&#246;llig leer vorkam, als h&#228;tte mir jemand unbemerkt das Gehirn ausgesaugt. Verzweifelt w&#228;lzte ich mich hin und her. Endlich stand ich auf und suchte im Medizinalschrank nach Schlaftabletten.</p>
<p>&#8220;Ich kann nicht mehr schreiben&#8221;, hallte es in meinem Kopf. Ich nahm die erste Schlaftablette. Doch es gab keine Erl&#246;sung. &#8220;Nie mehr schreiben&#8221;. Die zweite Tablette fand den Weg in meinen Magen. Unwirksam. Verzweifelt nahm ich eine dritte. &#8220;Ich kann nicht mehr schreiben.&#8221; Kein Fluch konnte schlimmer sein. Ich konnte nicht mehr schreiben.</p>
<p>Endlich kam der erl&#246;sende Schlaf. Erleichtert begr&#252;sste ich das s&#252;sse Vergessen. Neben meinem Bett lagen einige leere R&#246;hrchen&#8230;</p>
<p>1. Oktober 1998</p>
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