Willkommen im Kopfchaos

Auf dieser Website sind Gedichte und Kurzgeschichten zu finden, die ich von 1997 bis heute geschrieben habe.

Die Texte sind in der Regel nicht überarbeitet, da ich zum eigenen Vergnügen schreibe.

Viel Spass beim schmökern.

Nicole

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Schwankt das Leben

12.11.2014

Schwankt das Leben

Unter mir

Als würde ich leichtfüssig

Über einen Steg gehen

Leise plätschert das Wasser

Und all die Tage

Wogen sanft dahin

Kein Morgen

Kein Heute

Kein Gestern

Nur ein Schritt

Nur ein leichter Fall

Rennes le Château

Am 22. November 2001 sah ich endlich, wofür ich einen Weg von über 1000 km auf mich genommen hatte: das gerüchteumrankte südfranzösische Städtchen Rennes le Château.

Auf diesen Seiten möchte ich von meiner Reise berichten, sowie meine Fotos zeigen.

1.11.2006

„Das Kovariationsprinzip nach Kelley…“. Mit einem Knall verabschiedete sich die Stromversorgung des Hörsaals, und 600 Erstsemestrige sassen plötzlich im Dunkeln. Toll. Ganz toll. Einige Frauen begannen hysterisch zu schreien. Der Professor versuchte uns zu beruhigen, doch seine Stimme war kaum zu hören. Ich verfolgte wie gebannt einen Mann, der durch die Schatten an der Wand ging. Er sollte nicht hier sein.

1.11.2006

Sanftes Atmen strich durch die Vorhänge wie eine verbotene Melodie und der Mond warf geheimnisvolle Muster auf meine Bettdecke. Als ich aufstand und aus dem Fenster sah, konnte ich ein Leuchtfeuer in der Ferne sehen. Wie seltsam. Ein Haus stand doch meiner Wohnung gegenüber. Wo war es nur geblieben?

Gestohlene Küsse

21.10.2014

 

Dunkel ist die Nacht
Und tanzt hinter meinen Augen
Die Gefahr
Rast wie dickes Blut durch meine Adern
Zitternd der nächste Atemzug
Und schon treffen sich unsere Lippen
Viel zu früh
Viel zu spät

*

Über die Felder ziehst du mich
Der Wind treibt uns vor sich her
Sternenlicht in unseren Augen
Bis wir sie schliessen
Und nur gestohlene Küsse zurücklassen.

*

Dunkel hängt die Nacht in den Gassen
Und kein Wind verfängt sich in unserem Haar
Ich trage dich an meinem Herzen
Dein Kuss brennt in meiner Seele
Nimm sie zurück, die gestohlenen Küsse
Schliess sie ein, die süssen Gedanken
Trage mein Herz offen
Und weine nicht
Und weine nicht

Notiz

Manchmal reisse ich mir das Fleisch von den Knochen
Und tanze nackt im Wind

Manchmal träume ich von deinem blutigen Kuss

21.08.2006

Zuggeschichten

Im April 2006 wurde ich von Janet angefragt, ob sie für ihre Aufnahmeprüfung zum Grafik-Design Studium in Hildesheim meine Zuggeschichten illustrieren dürfe. Natürlich durfte sie, ich fühlte mich sehr geehrt.

Ende August kam dann die gute Nachricht: Janet war angenommen worden! Und sie schickte mir eine pdf mit ihrer Arbeit zu. Die Bilder sind wie in ihrem Mail angekündigt sehr farbig geworden, ich finde sie jedoch unheimlich passend. Sie lockern vor allem den doch sehr schwermütigen Inhalt gut auf. 

Netterweise gab sie mir die Erlaubnis, das pdf hier veröffentlichen zu dürfen:

Zuggeschichten, illustriert von Janet, geschrieben von Nicole (alias anna) (1.4 MB)

Janet hat eine tolle Website:
www.janet-silberfisch.de

1.11.2006

„Hei anna, was würdest du machen, wenn du morgen eine Menge Geld erben würdest?“
„Von wem?“
„Egal, von einem deiner Grossväter oder so.“

13.05.2007

„’Anemone and the Truth’?“ Annabelle blickte fragend von dem Flyer in ihrer Hand auf. „Es wird ‚Anemon’ ausgesprochen. Das E ist stumm“, berichtigte ich sie. Beat schnappte sich den Flyer und musste auch seinen Senf dazu geben: „’Anemone and the Truth?’ Wieso denn dieses ‚Anemone’? Heisst der Kerl etwas so? Oder ist er etwa ein Seeungeheuer?“ „Hat er vielleicht so viele Arme wie ein Seestern?“, fiel Andrea in die Frotzelei ein. Ich musste grinsen. „Woher kennst du überhaupt diesen Kerl?“, platzte Annabelle plötzlich heraus. „Kerl? Welchen Kerl?“ Für einen Moment war ich doch etwas verwirrt. „Den Anemone! Anna, konzentrier dich gefälligst“, wies sie mich zurecht. „Komm schon Annabelle, wir wollen jetzt erst wissen, wieso diese Band so einen komischen Namen hat!“, mischte sich Beat wieder ein. Mir schwirrte mittlerweilen der Kopf. „Buh, Leute, ihr überfordert mich etwas. Ich brauch noch einen Kaffee. Und bevor ich den hole, zu euren Fragen: Anemone heisst tatsächlich so und ich kenne ihn aus dem Tanzkurs. Und auf den Bandnamen kamen sie wie die meisten Band mit schrägen Namen: viel Alkohol und dumme Labereien. Bis gleich.“

Als ich bereits fünf Meter vom Tisch entfernt war, hörte ich Beat mir fassungslos nachrufen: „Du gehtst in einen Tanzkurs?“ Für einen Moment befürchtete ich, der obere Teil meines Kopfes würde runterfallen, so breit war mein Grinsen.