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	<title>Kopfchaos &#187; Shortstory-Projekt</title>
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	<description>Gedichte und Geschichten von Nicole</description>
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		<title>Stromausfall</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1.11.2006 „Das Kovariationsprinzip nach Kelley…“. Mit einem Knall verabschiedete sich die Stromversorgung des H&#246;rsaals, und 600 Erstsemestrige sassen pl&#246;tzlich im Dunkeln. Toll. Ganz toll. Einige Frauen begannen hysterisch zu schreien. Der Professor versuchte uns zu beruhigen, doch seine Stimme war kaum zu h&#246;ren. Ich verfolgte wie gebannt einen Mann, der durch die Schatten an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1.11.2006</p>
<p>„Das Kovariationsprinzip nach Kelley…“. Mit einem Knall verabschiedete sich die Stromversorgung des H&#246;rsaals, und 600 Erstsemestrige sassen pl&#246;tzlich im Dunkeln. Toll. Ganz toll. Einige Frauen begannen hysterisch zu schreien. Der Professor versuchte uns zu beruhigen, doch seine Stimme war kaum zu h&#246;ren. Ich verfolgte wie gebannt einen Mann, der durch die Schatten an der Wand ging. Er sollte nicht hier sein.</p>
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		<title>Lebenstr&#228;ume</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[1.11.2006 „Hei anna, was w&#252;rdest du machen, wenn du morgen eine Menge Geld erben w&#252;rdest?“ „Von wem?“ „Egal, von einem deiner Grossv&#228;ter oder so.“ „Meine Grossv&#228;ter sind tot, ausserdem w&#252;rden dann meine Eltern erben, nicht ich.“ „Och komm, machs mir nicht so schwer… OK, was w&#252;rdest du machen, wenn du im Lotto gewinnst?“ „Wie gross [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1.11.2006</p>
<p>„Hei anna, was w&#252;rdest du machen, wenn du morgen eine Menge Geld erben w&#252;rdest?“<br />
„Von wem?“<br />
„Egal, von einem deiner Grossv&#228;ter oder so.“<br />
„Meine Grossv&#228;ter sind tot, ausserdem w&#252;rden dann meine Eltern erben, nicht ich.“<br />
„Och komm, machs mir nicht so schwer… OK, was w&#252;rdest du machen, wenn du im Lotto gewinnst?“<br />
„Wie gross w&#228;re der Gewinn?“<br />
„Warum spielt das eine Rolle?“<br />
„Das spielt ja wohl eine eminent wichtige Rolle. Wenn ich nur 50.- Fr. gewinne, kann ich damit ja nicht so viel machen, wie wenn ich 50 Millionen gewinne!“<br />
„Aaaaah, du bist unm&#246;glich! Ok, sagen wir, du gewinnst 50 Millionen. Was w&#252;rdest du damit machen?“<br />
„Hm. Mein Studium bezahlen und meinen Lebensunterhalt.“<br />
„Ist das alles?“<br />
„Wieso?“<br />
„50 Millionen! Damit m&#252;sstest du nicht mehr arbeiten gehen, k&#246;nntest das Geld quasi zum Fenster rauswerfen! Komm schon, ich will was Besseres h&#246;ren als „Mein Studium und mein Lebensunterhalt“.“<br />
„Ich geb doch meinen Job nicht auf, nur weil ich 50 Millionen gewonnen habe! Wo bekomme ich denn da den Ausgleich her? Ausserdem kann ich das ganze Geld sowieso nicht behalten, weil man dem Staat noch kr&#228;ftig was abgeben muss. Und nat&#252;rlich w&#252;rde ich einen grossen Teil des Geldes f&#252;r den Weltfrieden ausgeben, was denkst du denn?“, erwiderte ich gelassen und grinste Beat breit an.<br />
„Du nervst.“<br />
„Stimmt. Und jetzt lass mich weiter mein Sudoku l&#246;sen. Solange ich keine 50 Millionen gewinne, muss ich mir zum Gl&#252;ck auch keine Gedanken dar&#252;ber machen, wie ich sie anlegen und ausgeben w&#252;rde.“<br />
Ich konnte Beat f&#246;rmlich mit den Z&#228;hnen knirschen h&#246;ren.</p>
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		<title>Mondlicht</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1.11.2006 Sanftes Atmen strich durch die Vorh&#228;nge wie eine verbotene Melodie und der Mond warf geheimnisvolle Muster auf meine Bettdecke. Als ich aufstand und aus dem Fenster sah, konnte ich ein Leuchtfeuer in der Ferne sehen. Wie seltsam. Ein Haus stand doch meiner Wohnung gegen&#252;ber. Wo war es nur geblieben?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1.11.2006</p>
<p>Sanftes Atmen strich durch die Vorh&#228;nge wie eine verbotene Melodie und der Mond warf geheimnisvolle Muster auf meine Bettdecke. Als ich aufstand und aus dem Fenster sah, konnte ich ein Leuchtfeuer in der Ferne sehen. Wie seltsam. Ein Haus stand doch meiner Wohnung gegen&#252;ber. Wo war es nur geblieben?</p>
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		<title>Anemonen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:41:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[13.05.2007 „’Anemone and the Truth’?“ Annabelle blickte fragend von dem Flyer in ihrer Hand auf. „Es wird ‚Anemon’ ausgesprochen. Das E ist stumm“, berichtigte ich sie. Beat schnappte sich den Flyer und musste auch seinen Senf dazu geben: „’Anemone and the Truth?’ Wieso denn dieses ‚Anemone’? Heisst der Kerl etwas so? Oder ist er etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>13.05.2007 </p>
<p>„’Anemone and the Truth’?“ Annabelle blickte fragend von dem Flyer in ihrer Hand auf. „Es wird ‚Anemon’ ausgesprochen. Das E ist stumm“, berichtigte ich sie. Beat schnappte sich den Flyer und musste auch seinen Senf dazu geben: „’Anemone and the Truth?’ Wieso denn dieses ‚Anemone’? Heisst der Kerl etwas so? Oder ist er etwa ein Seeungeheuer?“ „Hat er vielleicht so viele Arme wie ein Seestern?“, fiel Andrea in die Frotzelei ein. Ich musste grinsen. „Woher kennst du &#252;berhaupt diesen Kerl?“, platzte Annabelle pl&#246;tzlich heraus. „Kerl? Welchen Kerl?“ F&#252;r einen Moment war ich doch etwas verwirrt. „Den Anemone! Anna, konzentrier dich gef&#228;lligst“, wies sie mich zurecht. „Komm schon Annabelle, wir wollen jetzt erst wissen, wieso diese Band so einen komischen Namen hat!“, mischte sich Beat wieder ein. Mir schwirrte mittlerweilen der Kopf. „Buh, Leute, ihr &#252;berfordert mich etwas. Ich brauch noch einen Kaffee. Und bevor ich den hole, zu euren Fragen: Anemone heisst tats&#228;chlich so und ich kenne ihn aus dem Tanzkurs. Und auf den Bandnamen kamen sie wie die meisten Band mit schr&#228;gen Namen: viel Alkohol und dumme Labereien. Bis gleich.“</p>
<p>Als ich bereits f&#252;nf Meter vom Tisch entfernt war, h&#246;rte ich Beat mir fassungslos nachrufen: „Du gehtst in einen Tanzkurs?“ F&#252;r einen Moment bef&#252;rchtete ich, der obere Teil meines Kopfes w&#252;rde runterfallen, so breit war mein Grinsen.</p>
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		<title>Flucht</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[06.05.2007 „Glaubst du, dass wir es schaffen?“ Einen Moment war ich verwirrt. Als h&#228;tte ich getr&#228;umt, und pl&#246;tzlich w&#228;re ich wach und m&#252;sste auf eine Frage antworten. Ich blinzelte und versuchte mich auf die Frage zu konzentrieren. Ob wir es schaffen w&#252;rden? Ich starrte auf das Lenkrad, das ich mit meinen H&#228;nden umklammert hielt, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>06.05.2007</p>
<p>„Glaubst du, dass wir es schaffen?“ Einen Moment war ich verwirrt. Als h&#228;tte ich getr&#228;umt, und pl&#246;tzlich w&#228;re ich wach und m&#252;sste auf eine Frage antworten. Ich blinzelte und versuchte mich auf die Frage zu konzentrieren. Ob wir es schaffen w&#252;rden? Ich starrte auf das Lenkrad, das ich mit meinen H&#228;nden umklammert hielt, so fest, dass meine Kn&#246;chel weiss hervor traten. Entsetzt erkannte ich erst jetzt den vertrauten Anblick einer Autobahn, durch die ich in atemberaubendem Tempo hindurch donnerte. Wie war ich hierher gekommen? „Anna?“ Schnell warf ich der Person einen Blick zu, die mich angesprochen hatte. Es war meine Schwester, doch sie war Annabelle. Ich musste tr&#228;umen.</p>
<p>„Wir d&#252;rfen einfach unter gar keinen Umst&#228;nden anhalten“, stiess ich zwischen zusammengebissenen Z&#228;hnen hervor. Die Strasse schien wegen der Geschwindigkeit immer schmaler zu werden, und wir jagten mit einem irrsinnigen Tempo an den anderen Autos vorbei. Ich sp&#252;rte einen unangenehmen Druck auf meiner Blase und begann zu hoffen, dass ich mir nicht vor Angst in die Hose machen w&#252;rde. Ich wollte nicht morgens aufwachen und gleich meine Bettw&#228;sche wechseln m&#252;ssen. Wie entfernt man Urin aus einer fast zwanzig Zentimeter dicken Matratze?</p>
<p>Hellas Stimme drang durch meine leicht hysterischen Gedanken: „Warum d&#252;rfen wir nicht anhalten?“, fragte sie mich mit &#228;ngstlicher Stimme. „Weil wir dann nicht mehr schnell fahren k&#246;nnen. Kennst du das nicht? Man fl&#252;chtet mit einem Auto und wenn man anh&#228;lt kann man danach nur noch im ersten Gang damit rumfahren. Egal wie sehr man auf das Gaspedal tritt. Eigentlich k&#246;nnte man dann auch aussteigen und rennen, dann w&#228;re man schneller, aber aus irgendeinem Grund will man das Auto nicht verlassen. So ist das immer in Tr&#228;umen.“ F&#252;r einen Moment war es still im Wagen. Nur das Rauschen der R&#228;der auf dem Asphalt und das Pfeiffen des Windes waren zu h&#246;ren. „Anna? Was meinst du mit ‚So ist das immer in Tr&#228;umen’?“</p>
<p>Vor uns begannen die Autofahrer mit ihren Pannenlichtern das Ende eines Staus an zu zeigen.</p>
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		<title>In Trauer</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:41:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[18.01.2007 Es war Montag und Ernst war tot. Ich stand vor meinem Badezimmerspiegel und schnitt mir die Haare, will ich bef&#252;rchtete, mir sonst etwas anderes ab- oder aufzuschneiden. Eine Str&#228;hne rauszupfen. Einige Millimeter abschneiden. Eine andere Str&#228;hne raus suchen. Einige Millimeter abschneiden. Eine weitere Str&#228;hne. Ein weiterer Millimeter. Eine weitere Minute. Eine weitere Stunde. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>18.01.2007</p>
<p>Es war Montag und Ernst war tot. Ich stand vor meinem Badezimmerspiegel und schnitt mir die Haare, will ich bef&#252;rchtete, mir sonst etwas anderes ab- oder aufzuschneiden. Eine Str&#228;hne rauszupfen. Einige Millimeter abschneiden. Eine andere Str&#228;hne raus suchen. Einige Millimeter abschneiden. Eine weitere Str&#228;hne. Ein weiterer Millimeter. Eine weitere Minute. Eine weitere Stunde.</p>
<p>Das Licht im Raum ver&#228;nderte sich. Im Zwielicht des Abends wurde es schwierig, mein Haar zu erkennen. Doch ich hatte nun schon so lange, so unendlich lange Millimeter um Millimeter abgeschnitten, dass ich einfach weitermachen konnte.</p>
<p>Erst als es schon so lange dunkel war, dass auch die Strassenlaternen gel&#246;scht wurden, als selbst der Mond und die Sterne am Himmel erloschen, erst da schnitt ich mich in den Finger. Ein brennender Schmerz. Warme, z&#228;he Fl&#252;ssigkeit tropfte auf mein Gesicht. Und mischte sich endlich mit meinen Tr&#228;nen. </p>
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		<title>Als der Himmel einbrach</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:40:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[15.01.2007 Heimlich war ich &#252;berzeugt, dass die ganze Sache meinem Nachbarn ganz recht geschah. Eine g&#246;ttliche Strafe, so zu sagen. Wie viele andere berufst&#228;tige Menschen putze ich jeden Samstagmorgen meine Wohnung. Ich reinigte das Menschen- und das Katzenklo, leerte die vorhandenen Abfalleimer, wischte an allen strategisch wichtigen Orten –sprich, wo man es auf den ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>15.01.2007</p>
<p>Heimlich war ich &#252;berzeugt, dass die ganze Sache meinem Nachbarn ganz recht geschah. Eine g&#246;ttliche Strafe, so zu sagen.</p>
<p>Wie viele andere berufst&#228;tige Menschen putze ich jeden Samstagmorgen meine Wohnung. Ich reinigte das Menschen- und das Katzenklo, leerte die vorhandenen Abfalleimer, wischte an allen strategisch wichtigen Orten –sprich, wo man es auf den ersten Blick sah- Staub, um als kr&#246;nenden Abschluss mit „Walter“, meinem Super-Staubsauger die B&#246;den zu saugen. Anschliessend wurde alles feucht aufgenommen, und w&#228;hrend der Parkett in der Morgensonne trocknete, brachte ich Altpapier und M&#252;ll nach unten. Ein einfacher Ablauf, der jedoch bei meinem Nachbarn einen Stock weiter unten nicht sonderlich Anklang zu finden schien. Bis zum Einsatz von Walter war es jeweils 10.15 Uhr, eine mehr als angemessene Zeit, um L&#228;rm in der Wohnung zu machen. Mein Nachbar war da anderer Meinung, und tat dies jeweils mit kr&#228;ftigen Schl&#228;gen an seine Decke kund. So ging das Samstag f&#252;r Samstag.</p>
<p>Eines Freitags kam ich sp&#228;t nach Hause. Der Tag war lange gewesen, und er f&#252;hlte sich beim Anblick meines Bettes noch l&#228;nger an. Ich stopfte mir ein St&#252;ck Toast in den Mund, kaute ein paar Mal m&#252;de w&#228;hrend ich mich auszog, um schliesslich ersch&#246;pft in tiefen Schlaf zu fallen…</p>
<p>…aus dem ich f&#252;nf Stunden sp&#228;ter wieder erwachte, als die Welt zusammen zu st&#252;rzen schien. Unsanft wurde ich zur&#252;ck in mein Bett geschleudert und h&#246;rte einige der Latten des Rostes brechen. Was war passiert? Wo war ich? Was war los?</p>
<p>Als sich der Staub langsam verzog und mein schlaftrunkenes Gehirn in Bewegung setzte, konnte ich erst gar nicht fassen, was ich sah. Ich starrte an die Decke. An die Decke meines Nachbarn. Nur dass keine vollst&#228;ndige Decke mehr da war, weil genau &#252;ber mir ein monstr&#246;ses Loch den Blick auf die Decke meiner Wohnung freigab. Ich war mitsamt Bett durch den Boden gebrochen!</p>
<p>Die Feuerwehr konnte meinen Nachbarn nur noch f&#252;r tot erkl&#228;ren, nachdem eine beachtliche Blutlache unter der riesigen Betonplatte hervorgequollen war. Ich wurde wegen Schockgefahr zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht, was mir den Anblick ersparte, wie die armen Kerle die Betonplatte mit schwerem Ger&#228;t vom Boden hochwuchteten und die &#220;berreste meines Nachbarn vom Boden kratzten.</p>
<p>Die Versicherung best&#228;tigte mir, dass ich meinen Fussboden mit meinem Bett nicht &#252;berm&#228;ssig belastet hatte. Die Fachleute schienen sich nicht einigen zu k&#246;nnen, weshalb es zu dem Ungl&#252;ck kommen konnte, was mich allerdings auch nicht sonderlich interessierte. Die Wohnung wurde komplett umgebaut, im Schlafzimmer ist nun die K&#252;che, um die Belastung auf den neu gegossenen Beton gering zu halten.</p>
<p>Mein neuer Nachbar ist Wochenaufenthalter. </p>
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		<title>Der Kurs VI</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[09.01.2007 „Was machen wir jetzt?“, brach ich schliesslich die Stille. Mir unheimlich zumute in dem stillen, leeren Haus. Von draussen fiel indirektes, rotes Licht hinein, und zauberte Monster zwischen die M&#246;bel von Beats Eltern. Ich sp&#252;rte das Adrenalin durch meine Venen toben und wunderte mich einen Moment, dass es m&#246;glich war, mich noch mehr zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>09.01.2007</p>
<p>„Was machen wir jetzt?“, brach ich schliesslich die Stille. Mir unheimlich zumute in dem stillen, leeren Haus. Von draussen fiel indirektes, rotes Licht hinein, und zauberte Monster zwischen die M&#246;bel von Beats Eltern. Ich sp&#252;rte das Adrenalin durch meine Venen toben und wunderte mich einen Moment, dass es m&#246;glich war, mich noch mehr zu f&#252;rchten. Seit dem Stromausfall, mit dem alles begann, hatte mich eine seltsame Ruhe befallen. Doch nun war ich nerv&#246;s. Alles trieb mich aus dem Haus, dass doch eigentlich Sicherheit versprach. Obwohl ich sie zu ignorieren versucht hatte, waren Hannas letzte Worte mir ins Bewusstsein gekrochen:</p>
<p><em>„Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, und werden w&#252;nschen zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen.“</em></p>
<p>Was war, wenn Beats Eltern zerst&#252;ckelt im Pool lagen, regungslos unter der undurchsichtigen Oberfl&#228;che in ihrem eigenen Blut schwammen, und pl&#246;tzlich zu Zombies wurden? Ich hatte genug Endzeitfilme gesehen, um auf solche Dinge gefasst zu sein. Ich wollte jedoch die anderen nicht unn&#246;tige beunruhigen, nur weil meine Fantasie mit mir durchging. „Wohin sollen wir?“, fragte ich also noch mal.</p>
<p>Beat blickte ans Sofa gelehnt nachdenklich aus dem Fenster, Annabelle trank and&#228;chtig ihre Coke und Hanna hatte angefangen, mit dem Oberk&#246;rper vor und zur&#252;ck zu wippen. Jemand musste eine Entscheidung treffen. Doch wohin? Was sollten wir tun? Wir waren hierher gekommen, weil uns ein Gef&#252;hl hergebracht hatte. Und nun zog es mich weiter. Pl&#246;tzlich mussten wir uns beeilen. „Wir fahren weiter!“, erkl&#228;rte ich mit bestimmter Stimme. Die anderen stellen ohne ein Wort ihre Getr&#228;nke hin und wir verliessen das Haus. Gerade rechtzeitig, um ihn zu sehen: Aus dem roten Schlund am Himmel kam er, der grosse feuerrote Drache, welcher sieben H&#228;upter und zehn H&#246;rner und auf seinen H&#228;uptern sieben Diademe hatte.</p>
<p>Ich wunderte mich wie er mit sieben K&#246;pfen nur zehn H&#246;rner haben konnte. Hatte er die restlichen vier H&#246;rner bei K&#228;mpfen verloren? Oder war das ein Verweis auf die zehn Gebote? Und wo war die schwangere Frau, die ihn begleiten sollte? Als ob jemand meine unausgesprochenen Fragen beantworten wollte, hob eine helle Stimme zu singen an. In einer Sprache, die nicht gemacht ist, um von Menschen geh&#246;rt zu werden, sang sie von dunklen Tr&#228;umen, von Krieg, alten Wunden und blutigem Regen. Ich fiel auf die Knie und weinte, das tr&#228;nennasse Gesicht dem wundersch&#246;nen Drachen zugewandt, der sich in eleganten Schlenkern am Himmel bewegte. Dann erz&#228;hlte das Lied vom Leben, vom Wachsen des Grases, einem Sonnenstrahl und dem Lachen eines Baumes. Ich war gl&#252;cklich. F&#252;r eine kurze Zeit war meine Existenz gut und richtig. Dann schlug mir Beat seine Faust in den Nacken, und ich fiel. </p>
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		<title>Auf hoher See</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
				<category><![CDATA[Shortstory-Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[09.01.2007 Das Meer lag ruhig da. Sanfte Wellen kr&#228;uselten ab und zu die weiss schimmernde Oberfl&#228;che, und das Sonnenlicht brach sich in ihnen. „Wie ein riesiger, glitzernder Diamant“, ging es mir durch den Kopf. Immer wieder musste ich die Augen schliessen, weil diese Helligkeit so stechend war. Bis zum Horizont erstreckte sich diese weisse W&#252;ste, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>09.01.2007</p>
<p>Das Meer lag ruhig da. Sanfte Wellen kr&#228;uselten ab und zu die weiss schimmernde Oberfl&#228;che, und das Sonnenlicht brach sich in ihnen. „Wie ein riesiger, glitzernder Diamant“, ging es mir durch den Kopf. Immer wieder musste ich die Augen schliessen, weil diese Helligkeit so stechend war. Bis zum Horizont erstreckte sich diese weisse W&#252;ste, in alle Himmelsrichtungen dehnte sie sich aus.</p>
<p>Es war bereits der f&#252;nfte Tag auf der „Flying Goat“. Am vierten Tag hatte mein Magen den Kampf gegen die See endlich aufgegeben, und ich konnte wieder feste Nahrung zu mir nehmen. Ich war sehr erleichtert dar&#252;ber, denn bereits nach dem ersten Bissen f&#252;hlte ich mich schon deutlich besser. Die Mannschaft ging von meiner Kotzerei unbeeindruckt ihren Aufgaben nach, die beschr&#228;nkt waren, solange wir uns mitten in der Passage befangen. Die Navigatorin &#252;berpr&#252;fte von Zeit zu Zeit anhand des Sonnen-, Mond- oder Sternenstandes den Kurs und nahm kleinere Korrekturen daran vor.</p>
<p>Als ich den Frieden an Bord endlich geniessen konnte, erwachte auch wieder meine Neugier und Aufmerksamkeit. Nina, die Navigatorin, erz&#228;hlte mir, dass in diesen Gew&#228;ssern normale Kompasse nicht funktionierten. Trotz moderner Technik war es bisher niemandem gelungen, eine Erkl&#228;rung daf&#252;r zu finden. Es gab Ger&#252;chte von einem gewaltigen Magnetberg unter der Wasseroberfl&#228;che, bisher hatte aber noch niemand diese Theorie best&#228;tigen k&#246;nnen. So waren die Seeleute, welche die „leere Passage“ durchqueren mussten, gezwungen, sich auf die alte Kunst des Navigierens mittels der Himmelsgestirne zu verlassen. „Falls da unten wirklich ein grosser Berg ist, besteht er ganz sicher nur aus gekenterten Schiffen. Die K&#252;ste ist gef&#228;hrlich, und nicht jeder Navigator ist heute noch mit den Gestirnen vertraut“, f&#252;gte Nina am Ende hinzu, um dann noch mal den Sonnenstand zu &#252;berpr&#252;fen.</p>
<p>„Ausserdem kann hier das Wetter schnell umschlagen“, fuhr sie dann fort, „aber keine Angst. Hier ziehen zwar oft heftige St&#252;rme auf, doch in den n&#228;chsten Tagen wird es ruhig bleiben.“ Ich blickte auf das Meer, auf die gem&#228;chlichen Wellen und den blauen Himmel dar&#252;ber.</p>
<p>Ich verbrachte meine Tage damit, der Mannschaft etwas zur Hand zu gehen, auch wenn es f&#252;r mich in dem eingespielten Team wenig zu tun gab. Dreimal pro Tag zauberte Sandro der Koch eine Mahlzeit, die jeden 5-Sternekoch zur Ehre gereichte. Den Rest der Zeit wurde gefischt, kleinere Reparaturarbeiten vorgenommen oder Karten gespielt. Abends sprachen wir dem Rum zu und sagen alte Piratenlieder. Und der Klabautermann tanzte f&#252;r uns in den Masten der „Flying Goat“.</p>
<p>Nach drei weiteren Tagen entdeckte ich die M&#246;wen am Horizont. Wir hatten also die Landzunge erreicht. „Der Bart des alten Mannes ist in Sicht!“, br&#252;llte Kilian aus dem Ausguck. „Noch zwei Tage, wenn das Wetter h&#228;lt“, murmelte Nina, die bei Kilians Ank&#252;ndigung neben mir an die Reling getreten war. Noch zwei Tage also.</p>
<p>Der Sturm fand uns in der Nacht vor der berechneten Ankunft in Port Hachven. „Bald ziehen Wolken auf. Du solltest nichts mehr essen heute. Bei einem Sturm ist es f&#252;r eine Landratte nicht ratsam, &#252;ber der Reling zu h&#228;ngen“, informierte mich Kapit&#228;n Rudolf. Ich stand auf dem Vorderdeck und versuchte die Wolken zu entdecken, von denen er gesprochen hat. Eine sanfte Brise fuhr mir durchs Haar und brachte den Geruch des Festlandes mit sich. Wir w&#252;rden noch einen halben Tag unterwegs sein, bis uns die ersten M&#246;wen erreichen konnten, um uns zu unserem Ziel zu eskortieren. Ein Tag noch, dann waren wir da. Ein Tag, und dazwischen ein Sturm. </p>
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		<title>Wenn Regen f&#228;llt</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:39:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole</dc:creator>
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		<description><![CDATA[17.12.2006 Es hatte schon seit Wochen nicht mehr aufgeh&#246;rt zu regnen. Es war mir ein R&#228;tsel, wie es so unglaublich heiss sein konnte, w&#228;hrend sich der Himmel schon seit einer gef&#252;hlten Ewigkeit ausweinte. Musste ja was wirklich Schlimmes passiert sein. Ich war an diesem Morgen mehr schlecht als recht aufgestanden. Die halbe Nacht hatte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>17.12.2006</p>
<p>Es hatte schon seit Wochen nicht mehr aufgeh&#246;rt zu regnen. Es war mir ein R&#228;tsel, wie es so unglaublich heiss sein konnte, w&#228;hrend sich der Himmel schon seit einer gef&#252;hlten Ewigkeit ausweinte. Musste ja was wirklich Schlimmes passiert sein.</p>
<p>Ich war an diesem Morgen mehr schlecht als recht aufgestanden. Die halbe Nacht hatte ich mich wegen der feuchten Hitze hin und her geworfen. Der Regen schlug gegen den geschlossenen Fensterladen, jeder Tropfen ein weiterer Schlafr&#228;uber. Meine Gedanken flossen langsam und unkontrolliert dahin. Im einen Moment wunderte ich mich, ob wohl bald tropische B&#252;sche in den G&#228;rten zu wachsen beg&#228;nnen, im n&#228;chsten schwamm ich durch einen weiten See.</p>
<p>Nun stand ich mit einer Tasse lauwarmen Kaffees am Fenster und sah nach draussen. Interessanterweise hatte der Fluss vor dem Haus sich bei einem bestimmten Niveau eingependelt. Ich hatte Anfangs noch bef&#252;rchtet, dass er aus seinem Bett ausbrechen und die Strasse &#252;berfluten k&#246;nnte.</p>
<p>&#220;ber der Stadt hing dichter Nebel, und dar&#252;ber musste wohl die Sonne scheinen. Ich &#252;berlegte, ob ich meinen Vetter anrufen sollte. Als Pilot konnte er mir sicher best&#228;tigen, ob die Sonne tats&#228;chlich noch da war, oder ob sie zwischenzeitlich von einer geheimen Regierungsorganisation durch einen unglaublich grossen Scheinwerfer ersetzt worden war. Heute war ja alles m&#246;glich. Ich l&#228;chelte in meinen Kaffee.</p>
<p>Nach dem letzten Schluck putzte ich mir die Z&#228;hne, schnappte mir Handtasche und Regenschirm und wagte mich in die Wassermassen mit Ziel Arbeitsstelle. Der Tag verlief ruhig. Das laute Surren unserer Ventilatoren schien alle im &#252;ro ein wenig schl&#228;frig zu machen, es wurde kaum ein Wort gesprochen. Eine kurze Besprechung mit meinem Kollegen Hubert verschob ich auf den n&#228;chsten Tag, was ich schon die letzten drei Tage gemacht hatte. Pl&#246;tzlich erklang ein Warnton aus meinen Kopfh&#246;rern. Es war 17 Uhr, Zeit, nach Hause zu gehen.</p>
<p>Angewidert zog ich meine Hose aus. Es war mir ein R&#228;tsel, wie ich sie immer bis unter die Pobacken durchn&#228;ssen konnte. Ich konnte mich nicht erinnern, irgendwie ungew&#246;hnlich gelaufen zu sein. Annarose hatte mir w&#228;hrend ich auf dem Heimweg war ein SMS geschrieben, ob wir uns mal wieder auf einen Tee treffen wollten. Ich vermutete schon lange, dass sie irgendwo eine Erinnerungsfunktion hatte, hatte jedoch den Rhythmus noch nicht entziffern k&#246;nnen. Also ging ich zu meinem Jahreskalender und trug ein: 22. Juli, SMS von Annarose. Dann rief ich sie pflichtbewusst an.</p>
<p>Wie zu erwarten, hatte Annarose eigentlich auch keine grosse Lust, ihre Wohnung zu verlassen. Wir kl&#246;nten eine halbe Stunde &#252;ber das eint&#246;nige, nasse Wetter, M&#228;nner, nervige Kunden und die neuesten Weltgeschehnisse. Um genau zu sein, informierte mich Annarose &#252;ber letztere, da ich mich strikt weigerte, Zeitung zu lesen oder Nachrichten zu gucken. Die schlechten Nachrichten &#252;ber Krieg und Mord in aller Welt l&#246;sten in mir jedesmal eine Daseins-Krise aus. Die Welt war schlecht, das wollte ich nicht auch noch t&#228;glich sehen m&#252;ssen.</p>
<p>Nach dem Telefongespr&#228;ch legte ich mich nur mit einer leichten Hose und einem T-Shirt bekleidet aufs Bett. Bloss nicht bewegen. Sogar das atmen schien mir zu anstrengend. Ich dachte kurz an die Rechnungen, die sich auf meinen Schreibtisch stapelten, und beschloss dann, sie ebenfalls noch ein paar Tage zu ignorieren. Wenn der Gerichtsvollzieher mein Bett holt, w&#252;rde ich mir weitere Gedanken machen.</p>
<p>Durch die einzelnen Lamellen des Rollladens fiel Licht ins Zimmer. Ich h&#246;rte meinen Atemz&#252;gen zu, und dem Schnurren meiner Katze, die es sich auf dem zweiten Kopfkissen gem&#252;tlich gemacht hatte. Im Schatten meines Kleiderschrankes stand der schwarze Mann.</p>
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