2.11.2006
Auf dem obersten Regal des Büchergestelles hatte sich mal wieder eine sensationelle Staubschicht angesammelt. Woher das Zeug nur immer kam?. Ich machte kurzen Prozess und setzte meinen Super-Staubsauger ein. Wenn ich aufräumen und putzen musste, stellte ich mir immer vor, eine Superheldin wider der Verschmutzung und dem Chaos in meiner Wohnung zu sein. Die Super-Putze und ihr Super-Staubsauger „Walter“. Ich weiss, für einen Superhelden bzw. Super-Staubsauger wünscht man sich einen besseren Namen, doch der stand als Marke fett über seinen Hintern, und wer war ich, daran rumzumäkeln? Walter war vielleicht nicht das beste zur Zeit auf dem Mark verfügbare Modell, doch er hatte mich noch nie im Stich gelassen. Und ich war ihm immer noch sehr dankbar, dass er mir geholfen hatte, das Riesen-Problem hinter meinem Sofa zu lösen.
Ich wusste wirklich nicht, wie sie da hingekommen waren. Eines Tages kam ich nach Hause, und entdeckte hinter meinem Sofa eine Kolonie von Riesen. Das hätte mich ja nicht weiter gestört, wenn diese verdammten Kreaturen nicht andauernd meinen Kühlschrank gegessen hätten. Ja, den Kühlschrank, nicht den Inhalt. Den stellten sie netterweise jeweils neben den Kochherd. Nach dem dritten Kühlschrank und einer Verwarnung meiner Vermieterin hatte ich genug. So konnte es nicht weitergehen. Ich stelle den Anführer der Riesen zur Rede. Uluk, wie er sich vorstellte, blickte nachdenklich auf mich herunter, während er sich meine Erklärung anhörte, dass meine Vermieterin mir mit Rauswurf gedroht hatte, falls noch ein Kühlschrank verschwinden sollte. Plötzlich hörte ich ein Krachen aus der Küche. Uluk, der Jüngste aus dem Clan (ja, er hiess gleich wie der Anführer, tatsächlich hiessen alle Riesen Uluk, auch die Frauen), hatte gerade meinen neuen Kühlschrank verspiesen. Wie vom Donner gerührt starrte ich auf das Loch in der Wand. „Vielleicht könnten Sie ja bei einem Fachgeschäft für Kühlschränke wegen einem Sponsoring anfragen?“, erklang Uluks Stimme kleinlaut hinter mir und Uluk verdrückte sich schnell hinter das Sofa.
Fuchsteufelswild begann ich Pläne zu schmieden, wie ich die Bande loswerden sollte und konnte kaum schlafen.
Als ich am nächsten Morgen aufstand, lag Walter halb hinter dem Sofa. Von den Riesen war weit und breit nichts zu sehen. Ich musste am gleichen Tag den Staubsack entsorgen. Als ich ihn in die Mülltonne vor dem Haus werfen wollte, viel ein einzelner, kleiner Knochen aus dem Beutel.