19.11.2006
Meine Crew hatte sich bereits durch die Tür in den senkrecht abfallenden Schacht dahinter geschmissen. Ich musste mich beeilen, denn gleich würde sich die Geheimöffnung automatisch wieder schliessen. Im Gegensatz zu meinen Mitkämpferinnen und Mitkämpfer (ich nahm zumindest an, dass beide Geschlechter vertreten waren), liess ich mich nach vorne fallen, statt mich für den Fall umzudrehen. Was wohl keine gute Landeposition sein würde. „Vielleicht sollte ich mich drehen“, überlegte ich mir, entschied mich jedoch dagegen, alls ich die anderen weiter unten erkennen konnte. Sie hatten sich gedreht und hatten jetzt die typische Pose von Fallschirmspringern eingenommen. Ich hoffte inständig, dass uns unten eine weiche Matratze empfangen würde.
Ich stand mit meinen Mitheldinnen und Mithelden vor der riesigen Matratze. Irgendwie hatten es unsere Gegner geschafft, in unser Geheimversteck einzudringen. Oder hatten wir einen geheimen Ausgang aus dem Gebäude benutzt? Die Bösewichte waren alle in dunkle Overalls gehüllt und bedrohten uns mit ihren Gewehren. Eine Frau trat zwischen ihnen hervor. „Aber, aber, was haben wir denn hier?“, fragte sie gespielt überrascht. Wir sassen in der Falle!
Neben mir bewegte sich plötzlich einer aus dem Team. Ein grosser roter Kerl, der mich vage an einen Superhelden aus einem Trickfilm erinnerte. Überdimensionaler Oberkörper, ultraschmale Hüfte, Gesichtsmaske. Er holte mit seiner Faust aus und fegte die feindliche Armee hinweg. Ich verlor keine Sekunde und rannte durch die Gasse zwischen den zerstreuten Feinden. Verzweifelt begann ich mit meinen Armen zu schlagen.
Als der Wecker läutete, wusste ich einen Moment nicht, wo ich mich befand. Dann warf ich frustriert die Decke zur Seite. Wieder mal einer meiner seltenen Superheldinnen-Träume, und ich war nicht mal richtig zum fliegen gekommen!