Die Nächte sind verschwunden
Sterne behängen nun immer den Himmel
Mir ist die Zeit zerronnen
Blutig in der Erde

Deine Tränen sind schon sinnlos
Ich singe wieder Kinderlieder
Der Regen geht achtlos unter
Im steigenden Meer

Und wir sehen uns den Sonnenaufgang nicht mehr an
Was wäre er uns schon mehr als Erinnerung
Taubheit in allen Gliedern
Das Gesicht wird langsam fahl

Nein, da gibt es nichts mehr
Und mit den Fragen
Sind auch die Gedanken gestorben
„Hirntod“, lachst du mich aus

Wir vergessen die Einsamkeit
Weil wir uns selbst von vergilbten Fotos anlachen
Die Goldrahmen
Sind rot von Rost

Ich lege mich hin
Du bist noch gar nicht müde
Gehe nochmals alleine
Komm ohne mich zurück.

20.10.2016

Vom kommenden Winter

Frau Tod bestickt schon Kinderschuhe
Der Winter klopft an ihre Tür
Der Frost klammert sich an die Gräser

Die Sonne lächelt müde
Den Bäumen hängt noch der Herbst im Haar
Kinder malen Engel in den Schnee

20.10.2016

Ich bin dein Sommer

Ich trenne dir
Mit dem Skalpell meine Gefühle auf
Gleite mit der Klinge
Langsam über meine Zunge
Das Wort steckt im Hals fest

Du legst mir vielleicht
Frühlingsblumen in die Arme
Im Winter
Dein Lachen
bringt mir die Sperlinge wieder

Wir schweigen einsam
Handeln die Zeit herunter
Die Ringe an unseren Händen
Bringen uns auch nicht näher
Du gehst blicklos

Ich bin dein Sommer
Sagst du mir
Doch ich fühle mich wie Herbst
Ich sammle meine Tränen ein
Dein Herz schlägt warm

Beim ersten Hahnenschrei
Bleiben wir noch
Nur für eine kurze Weile
Zusammen
Der Tag zieht lückenlos an uns vorbei

16.11.04