Sehnsucht
Raum und Zeit stehen still
Das Leben zieht an mir vorbei
Ich denke
An verblasste Erinnerungen

Sehnsucht
Das Gehen fällt mir schwer
Kann meine Arme nicht bewegen
Sehe keine Farben mehr
Das Glück ist grau geworden

Verwirrung
Eine Raupe hat sich verpuppt
Doch heraus kam kein Schmetterling
Ich wünsche mir den Tod zurück
Meine Gefühle tanzen lachend im Kreis

Sehnsucht
Ich habe vom verbotenen Apfel gekostet
Die Maske abgestreift
Durch eine andere ersetzt
Die mir nicht zu eng war
Nun muss ich weinen

Bitte, Sehnsucht, stirb!

2. November 1998

Ich habe Himmel und Hölle gesehen
Und könnte ich wählen
So würde ich nie sterben wollen
War voller Gefühle
Die ich selbst jetzt
Nach so langer Zeit
Nicht benennen kann
Der umarmte Baum gab mir keine Kraft
Der Wald keine Ruhe
Der Schlaf kein Vergessen
Erst als mein Verstand
Die Notwendigkeit einer Entscheidung erkannte
Als ich einen Entschluss fasste
Wurde es ruhig in mir

Und ich verlor meine Liebe

26. November 1998

Schmerz

Wo sind die Tränen
Wo bin ich
Ich fliege
Aber ich bin nicht allein
Etwas zieht an meinem Leib
Es stammt aus mir selber
Ich muss weinen
Ich schwebe
Woher kommt diese Traurigkeit
Mein Herz ist schwer
Ich bin ruhelos
Suche in meiner eigenen Seele
Nach Antworten
Doch mein Herz lässt mich im Stich
Niemand, der mich tröstet
Keiner, der mich versteht
Weil ich sie nicht sehen kann
Meine Gedanken entschwinden
In den dunklen Gang
Ich eile ihnen nach
Renne um mein Leben
Die Dunkelheit holt mich ein
Ich falle
Durch viele Zeitalter
Fühle den Schmerz
Vieler Menschen
Es ist nur meinen Schmerz
Doch er lastet mehr
Drückt mich schwer gegen den Boden
Zermalmt meinen Körper
Es ist schwarz in mir
Zu einer Zeit
Da ich mich freuen müsste
Wo ist das Licht?
Wo sind meine Tränen
Ich suche die Einsamkeit
Vielleicht den Tod
Und bin selber überrascht
Wie ich so traurig sein kann
Woher dieser Schmerz
Die Sehnsucht nach dem dunklen Schlaf
Sehe mich selber leiden
Und verspotte mich dafür
Wo sind die Tränen
Für jene die wirklich leiden
Was ist mein Schmerz gegen den Schmerz
Tausender
Die Dunkelheit steigt aus den Tiefen auf
Nicht aus der Hölle
Nicht der Himmel hat sie gesandt
Ich suche verzweifelt
Kein Ausweg
Keine Tränen
Es schreit aus mir
Wann wird mein Schmerz vergehen?

Preis

Du siehst mich
Doch du siehst mich nicht
Erkennst nur
Was ich dir zeige
Ich habe zwei Gesichter
Das eine lacht
Wenn du bei mir bist
Ich bei dir bin
Doch als du fragtest
War ich nicht stark
Nicht stark genug
Die Tränen der Mondfrau
Werden zu Perlen
Doch die meine
Versickern nutzlos im Sand
Ich konnte
Dir deine Fragen
Nicht beantworten
Erklärte dir alles
Und sprach doch
Nur stumm
Mit mir selber
Meine Traurigkeit
Verschloss mir die Lippen

Keine Trauer
Um die Menschen
Die sterben
Sondern der Preis
Für mein Glück
Und meinen Frieden
Für unsere Liebe
Eine Pein
Aus der Tiefe meiner Seele
Ich kann sie dir nicht erklären
Nicht mit dir teilen
Denn in der Dunkelheit
Bin ich in mir allein
Allein

Doch wenn die Sonne aufgeht
Streckst du den Regenbogenfinger aus
Machst alle Farben wieder neu
Und fängst mich auf
Heisst mich willkommen
In einer neuen Welt

Und der Preis
Erscheint mir wenig
Für das
Was ich gewann
…dich…

Die Sonne
Hatte sich mühsam
Von der Erde gelöst
Ihre Wärme
Traf mich schwer
In meiner Dunkelheit
Wo ich weilte
Die Lippen fest zusammengepresst
Zu einem lautlosen Schrei
Der Lichtmacher
Färbte die Welt
Mit seinem Regenbogenfinger
Und alles war neu
Die Augen voller Erstaunen
Blickte ich mich um
Und spürte
Die Freude aus meinem Herzen
In die Welt entfliehen
Spürte
Kraft
Das Glück des Leben
Zu ertragen.

2. August 1999

Dawn

Dunkles Herz
Die Raben haben dich davongetragen
In das Land, wo die Träume schlummern
Und meine Seele schreit nach dir

Dunkles Herz
Nie hätten wir getrennt werden dürfen
Das Glück
Ohne deine Last
Fliesst durch meine Adern
Und mein Blut ist süss
Doch ich will die Schwärze zurück
Vermisse den Hass

Dunkles Herz
Ich fürchte den Tag deiner Rückkehr
Du wirst deine Macht mehren
Und jede Stunde
Bringt mich dem Wahnsinn näher
Es gilt den Preis zu zahlen
Denn mein Glück kommt mich teuer zu stehen

Dunkles Herz
Du schickst die süssen Träume
Von Tod uns Zerstörung
Schickst mir Erinnerungen
Kehre in meinen Leib zurück!
An den dir angestammten Platz!
Vereine dich mit meiner Seele!

Dunkles Herz
Verschleiere meinen Blick
Lass mich das Lebende hassen
Ich will wieder ganz sein…

21. Juni 1999

Geliebter
Schrecke nicht vor meinen Worten zurück
Meine Seele ist ein Schloss
Eine schwarze Kutsche bringt dich an ihre Tore
Wenn du die Pforten durchschreitest
Erwarte ich dich
Ein Tunnel liegt vor uns
Mit vielen Türen
Und Wächtern
Die dir zeigen
Was hinter den Türen ist
Erinnerungen
Sie werden dich nicht eintreten lassen

Ich werde den Traumzug rufen
Und du wirst schlafen
Auf der Reise zum Anfang meines Seins
Die Erinnerungen werden älter
Und du siehst Menschen vorbeiziehen
Tiere und Pflanzen und Dinge

Am Ende erwartet dich die Tiefe
Ein weisses Tor
Ich fürchte seine Existenz
Hinter seiner Makellosigkeit
Verbirgt es mein Sein

Fürchte dich, die mächtigen Torflügel zu berühren
Ihre Vollkommenheit zu spüren
Sie verbergen Unvorstellbares
Nie gesehenes
Wenn sie sich öffnen
Wirst du sterben
Und niemand weiss
Vielleicht auch ich

Geliebter
Ich kann dir meine Seele nicht erklären
Dich nicht zum schloss führen
Die Wirklichkeit scheint zu schwinden
Trauer und Hass übermahnen mich
Hab keine Angst
Auch wenn ich nicht erklären kann
Es ist ein Teil von mir
Dunkel
Doch wunderschön
Verdammt, in mir zu leben
Nie bestimmt
Die Welt zu sehen…

26. Juni 1999

Der Himmel dreht sich
Ich verliere mein Gesicht
Die Erinnerungen sind alt geworden
Ich tanze am Abgrund

Wir waren nie ohne Fehler
Der Tag bracht immer wieder an
Wo ich nun Weile
Ist das Licht die Dunkelheit

Erinnere dich, Freund
Wir trafen uns im Wald der Lüge
Ich konnte nicht sehen
Du hast mir meine Blumen
Zurückgegeben

Die Völker kennen keine Gnade
Die Ratten sind uns im Spiegel erschienen
Ich habe mich selber angelacht
Ein Narr sass auf einem Stein

Welche Fehler auch immer
Woher die Wasser auch kommen
Niemand kann uns
Die vergessenen Wege führen

Ist es nicht seltsam
Wie das Feuer brennt
Er kommt näher
Wo auch immer du hingehst
Vergiss mich nicht
Mein Freund

Ich rufe nach dir

4. August 1999

Ich kann dir nicht sagen, was die Liebe ist, doch sie trifft uns oft unverhofft.
Ich kann dir nicht sagen, woher die Eifersucht kommt, doch wir müssen sie verschweigen.
ich kann dir nicht sagen, wen wir begehren, doch wir sollten uns immer selber prüfen.

Liebe verlangt viel, gibt viel, ist viel zu kompliziert, um sie zu erklären.
Eifersucht brennt, verzehrt den eigenen Geist und muss bezwungen werden.
Begierde füllt die Gedanken, doch sie kann sich auch als Fehler herausstellen.

Eigentlich müsste vor der Liebe wie vor einer ansteckenden Krankheit gewarnt werden.
Doch wer könnte behaupten, gelebt zu haben, wenn er nie geliebt hat?

Liebe Schwester, es wir in unseren leben noch mehr Männer geben. Männer, die es wert sind, von uns geliebt zu werden, und solche, die es nicht sind. Unsere Aufgabe ist es, uns von den zweitgenannten frei zu machen, denn sie engen uns ein und zerstören unseren Glauben an das Gute in dieser Welt.

9. August 1999

Manchmal

Manchmal wünsche ich mich dir nahe, wenn du scheinbar unendlich fern bist.
Manchmal möchte ich immer mit dir zusammen sein, in jeder Minute, in jeder Sekunde.
Manchmal möchte ich ein Soch graben und mich darin verstecken, und niemand würde mich sehen, weil wir unsichtbar wären, das Loch und ich.
Manchmal wünschte ich mir, dich nie kennen gelernt zu haben, dich mit deinen Problemen und Ängsten.
Manchmal könnte ich mir mein Leben nicht mehr ohne dich vorstellen.
Manchmal könnt ich weinen vor Glück und lachen vor Schmerz.

Wer kann mir schon sagen, warum wir uns trafen, wir uns lieben, wer kann mir schon sagen, wo das enden wird?

9. August 1999