Ich zeige dir meine Mandalas

17.11.2003

Ich zeige dir meine Mandalas
Und weil du sie nicht sehen kannst
Beschreibe ich sie dir

Die konzentrischen Kreise drehen sich langsam in deinem Kopf.
Und du muss nochmal nachlesen, was ‚konzentrisch‘ überhaupt bedeutet.
Die roten Tränen bilden regelmässige Muster mit den blauen,
meine sieht man nicht.
Das zweite kannst du gar nicht erkennen,
nicht einmal die vorgedruckten Linien,
weil ich sie alle mit schwarzem Farbstift übermalte.
(Vielleicht solltest du das Papier gegen das Licht halten.)
Im dritten malte ich eine nackte Frau.
Und dein Blick bleibt an ihren Brüsten hängen.
Wie die drei Jungs, die noch schnell ins Schaufenster des Brautgeschäfts gucken,
weil das Model auf dem Foto Strapse trägt.
Ich träume vom weissen Kleid daneben.

Die oliv-farbenen Linien windet sich über das Papier,
eine Schlange legt sich träge hin.
Du sprichst davon, wie sinnlos dein Leben dir erscheint,
und ich spreche von meiner Einsamkeit.
Also sägen wir meinem Bett die Ecken ab,
und zartes Ocker mischt sich zwischen rot und schwarz.