Das Lied des Zauberers

Viele Tage sind vergangen
Und viele Nächte
Der Mond kam, wenn die Sonne ging
Einsam ist der Weg der Wanderer
Allein sind jene, die suchen

Ich durchquere die dunklen Wälder
Steige auf die Höhen der grauen Berge
Ich begleitete den Silberfluss
Und sah das Einhorn einsam klagen
Doch mein Weg sollte noch lange vor mir liegen

Im Nebel der Grasebenen von Dunaine
Offenbarten sich mir die Schicksalswege
In den Höhlen der Zwerge
Wo einst das kleine Volk grosse Feste feierte
Fand ich nur Leere

Die Abgründe von Dämonen beherrscht
Am Himmel flogen schwarze Drachen
Die Denkmäler der Alten zerstört
Der Krieg hatte lange gewütet
Einsam grüsst mich der Mond vom Himmel

Auf Elmerim, dem Berg der Wahrheit
Erschien mir der grosse Feind
Und wir rangen
Im Blute der weinenden Steine
Schreiend stirbt das alte Wesen

Nun sind die Prophezeiungen erfüllt
Besiegt, was Leben verschlang
Doch niemand nannte mir einst den Preis
Dass ich nun weiter wandern muss
Geworden zu dem, was durch mich starb.

23. Juni 1998