{"id":470,"date":"2009-07-10T15:16:03","date_gmt":"2009-07-10T13:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.kopfchaos.ch\/?p=470"},"modified":"2009-07-10T15:16:03","modified_gmt":"2009-07-10T13:16:03","slug":"annas-blut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kopfchaos.ch\/index.php\/2009\/07\/10\/annas-blut\/","title":{"rendered":"annas Blut"},"content":{"rendered":"<p>anna sass mit Freunden im Caf\u00e9. Sie hatte spontan eine &#8218;Weil-heute-Dienstag-ist&#8216;-Party ausgerufen, und die meisten konnte auch tats\u00e4chlich kommen. Es machte allen Spass, an diese Partys zu kommen. Meist traf man sich in einem der Caf\u00e9s der Stadt. Sie erz\u00e4hlten sich, was sie so machten, lachten und diskutierten.<\/p>\n<p>anna ging kurz raus&#8230; wie immer waren ihr die vielen Leute irgendwann zuviel geworden. Die frische Luft war befreiend. Sie ging an ein paar Schaufenstern vorbei. Stellte sich vor, dass sie nur eine Fussg\u00e4ngerin w\u00e4re, die nach Hause ging. Schaute einem sch\u00f6nen Mann hinterher. Und ging wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8222;Du hast uns schon gefehlt&#8220;, t\u00f6nte es ihr entgegen. &#8222;Ich weiss&#8220;, antwortete anna mit einem frechen Grinsen im Gesicht. &#8222;anna?&#8220; anna drehte sich um. Auch wenn es nicht ihr richtiger Name war, sie reagierte auf ihn. Ein junger Mann stand vor ihr. Sah sie an. Er hatte blondes Haar. Ein glattes Gesicht. anna konnte ein Parfum riechen, dass ihr nicht vertraut war. &#8222;Ja?&#8220;, antwortete sie fragend. &#8222;Bist du anna?&#8220;, hackte der junge Mann nach. &#8222;Kennen wir uns?&#8220;, gab anna zur\u00fcck und runzelte \u00e4rgerlich die Stirn. &#8222;Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich. Und ich habe etwas f\u00fcr dich&#8230;&#8220;, zischte der Mann.<\/p>\n<p>Was dann passierte, wurde anna sp\u00e4ter erz\u00e4hlt. Sie selbst hatte keine Erinnerung daran. Nur an das Blut&#8230; Der junge Mann musst wohl ein K\u00fcchenmesser gez\u00fcckt haben. Eines jener breiten Fleischermesser. Und rammte es ihr in den Bauch.<\/p>\n<p>anna dr\u00fcckte ihre H\u00e4nde auf ihren Bauch. Sofort f\u00fchlten sie sich schmierig an. Irritiert hob sie die h\u00e4nde. Blut, \u00fcberall Blut&#8230; anna kippte nach hinten und der junge Mann drehte sich um und st\u00fcrmte zur T\u00fcr.<\/p>\n<p>Wie aus tausend Kehlen erklang pl\u00f6tzlich ein Befehl: &#8222;Bleib steh&#8217;n!&#8220; Der junge Mann blieb stehen. Drehte sich langsam wieder um. Blickte mit panikerf\u00fcllten auf anna, die wie eine Marionette an unsichtbaren F\u00e4den wieder aufgestellt wurde. Ihr Blut quoll dunkel aus ihrer Wunde und tropfte auf den Boden. Ihre Jeans waren voller dunkler Flecken. Wie von einer unsichtbaren Kraft wurde der junge Mann zu ihr hingezogen. Wieder stimmten die Kehlen einen Befehl an: &#8222;Trink!&#8220;, schrien sie. Und der Mann begann zu trinken. Mit gierigen Schlucken saugte er anna das Blut aus dem K\u00f6rper. Und mit jedem Tropfen wich ihr die Farbe aus dem Gesicht. Die Leute im Caf\u00e9 starrten die beiden an, bewegten sich jedoch nicht. Es war, als h\u00e4tte eine Macht einen Film angehalten.<\/p>\n<p>Als annas Lippen weiss geworden waren, liess sie den Mann gehen. Er stolperte r\u00fcckw\u00e4rts weg, starrte sie immer noch voller Entsetzen an. Als er die T\u00fcr im R\u00fccken sp\u00fcrte, drehte er sich gehetzt um, riss sie auf und st\u00fcrmte raus.<\/p>\n<p>Ihm entgegen kam ein Polizist, der nur einen Kaffee trinken gehen wollte. So war er nat\u00fcrlich erstaunt, als ihm ein blut\u00fcberstr\u00f6mter junger Mann entgegenfiel, der aussah, als w\u00e4re er abgestochen worden.<\/p>\n<p>Der junge Mann erkannte die Uniform, doch es war zu sp\u00e4t. Er prallte gegen den Polizisten. Fiel auf die Knie. Und \u00fcbergab sich. Kotzte all das Blut wieder raus. Jeder Tropfen, den er anna ausgesaugt hatte wie ein Vampir fiel nun auf das Pflaster. Frauen schrien entsetzt auf, Kinder begannen zu weinen, M\u00e4nner zu w\u00fcrgen. Das Blut ergoss sich \u00fcber das Pflaster und f\u00e4rbte den Stein rot.<\/p>\n<p>12. April 2002<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>anna sass mit Freunden im Caf\u00e9. Sie hatte spontan eine &#8218;Weil-heute-Dienstag-ist&#8216;-Party ausgerufen, und die meisten konnte auch tats\u00e4chlich kommen. Es machte allen Spass, an diese Partys zu kommen. Meist traf man sich in einem der Caf\u00e9s der Stadt. 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