Willkommen im Kopfchaos

Auf dieser Website sind Gedichte und Kurzgeschichten zu finden, die ich von 1997 bis heute geschrieben habe.

Die Texte sind in der Regel nicht überarbeitet, da ich zum eigenen Vergnügen schreibe.

Viel Spass beim schmökern.

Nicole

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26.11.2006

„Manchmal bin ich einfach nur fürchterlich müde. Ich möchte mich ins Bett legen, die Decke über den Kopf ziehen und tagelang schlafen. Vielleicht sogar mein ganzes Leben verschlafen.“
„Sind Sie körperlich müde, oder ist es eher eine…“, er stockte einen Moment. Später würde ich mich fragen, warum er diese kleine Pause gemacht hatte. Er musste doch jeden Tag mit Leuten wie mir zu tun haben, wieso viel ihm diese Frage so schwer? „Ist es vielleicht eher eine Lebensmüdigkeit?“ Er sah mir mit einem alles durchdringenden Blick in die Augen. Achtete auf jede Bewegung, auf jedes Gefühl, dass sich auf meinem Gesicht zeigen konnte.

Der Psychiater hatte meerblaue Augen. Manchmal glaubte ich zu sehen, wie sich die Farbe langsam bewegte, als würden sich Wellen in seiner Iris bewegen. Seine Stimme war sanft und seltsam einlullend. Als wollte er mich in Sicherheit wiegen und in eine Trance reden, damit ich ihm noch mehr von mir offenbaren konnte.

Ich starrte auf einen roten Punkt im Muster des Teppichs zwischen uns. Was sollte ich nur auf diese Frage antworten? Mein Gehirn schien mir verlangsamt zu arbeiten. Ich hatte keine Lust, seine Frage zu analysieren, zu hinterfragen, ob dies auf mich zutraf, ob ich wirklich nur erschöpft oder tatsächlich lebensmüde war. Ich hatte keine Lust, mit ihm zu reden. Ich wollte ihn einfach nur ansehen, seine meerblauen Augen beobachten und dabei still sitzen.

Seine Frage hing tot zwischen uns. Während ich mühsam nachzudenken versuchte, war sie plötzlich verdorrt wie ein Schössling an einem zu heissen Tag.

Der Psychiater sah durch mich durch und starrte die Wand an. Nun waren wir also gefangen, wegen einer einzigen Frage verdammt, hier zu sein und hier zu bleiben. Ohne zu wissen, was die Tage uns bringen würden.

TV

23.11.2006

„Kommen wir nun zum Kovariations- und Konfigurationsprinzip von Kelley.“
Ich war irritiert. Seit wann beschäftigten sich die japanischen Ninjakinder aus meiner derzeitigen Lieblings-Trickfilmserie mit Attributionstheorien? Verwirrt schüttelte ich den Kopf. War ich auf dem Sofa eingeschlafen? Naruto regte sich gerade mal wieder über Sasuke an und war bereits zum Sprung bereit. Gleich würde er angreifen. Sasuke nahm eine Defensivhaltung ein. Böse Blicke wurden getauscht.
„Beim Kovariationsprinzip benötigen wir jeweils drei Informationen!“, stiess Naruto hervor und rannte los. Er griff in seine am rechten Oberschenkel befestigten Tasche und holte einige Wurfmesser hervor.
„Nämlich Konsens, Distinktheit und Konsistenz.“
Machte irgendwie Sinn. Die Attribution wäre… mal sehen. Konsens: Nur Naruto greift Sasuke an. Distinktheit: Naruto greift sonst niemanden an. Konsistenz: Naruto hat Sasuke schon früher angegriffen. Macht: N/H/H. Mist, nicht auf der Liste.

Als ich erwachte, lief gerade der Abspann der Serie. Die ganzen Folien zum Thema Attribution waren mir aus der Hand gefallen und hatten sich auf dem Boden verteilt. Mist. Echt jetzt.

23.11.2006

Verzweifelt versuchte ich, ruhiger zu Atmen. Meine Kehle fühlte sich wund an, und ich hatte den Geschmack von Blut im Mund. Mein Atem kam stossweise, verzweifelt rang ich nach Luft. „Ruhig. Atme ruhig.“

Es war mal wieder einer jener Tage, an denen ich für alles drei Minuten zu spät war. So hatte ich in Rekordzeit zum Bus rennen müssen. Und zahlte nun den Preis. Heute Abend würde der Husten anfangen, der jedesmal folgte, wenn ich mich von Null auf 100 so anstrengte. „Leider war keine Zeit führ Dehnübungen“, dachte ich sarkastisch.

Der Bus überquerte die Stadtgrenze und fuhr gemächlich übers Land. Ich steckte mir Kopfhörer in die Ohren und genoss das Ambiente. Draussen herrschte Endzeitstimmung. Der Himmel war bewölkt. Alles hatte eine seltsame Klarheit. Das Gras auf den Feldern begann bereits zu verdorren, und die ersten Blätter wurden gelb. Auf den Wiesen weideten Kühe und Schafe, und einmal fuhren wir an einem Bauern vorbei, der sein Feld pflügte.

Ich musste wohl eingenickt sein, denn als der Busfahrer die letzte Haltestelle ansagte, schreckte ich hoch. Endlich da.

Ich stieg aus. Die automatische Tür schloss sich hinter mir. Der Bus gab ein Zischen von sich, und fuhr dann weg. Ich liess die Umgebung auf mich wirken.

Der Hügel war breit und fiel nur leicht ab. Er fügte sich so harmonisch in die Landschaft ein. Ein Wind riss an meinen Haaren, und es roch nach Freiheit. In der Ferne konnte ich eine mächtige Eiche sehen, deren Äste sich unwillig wiegten. „Zeit, sich auf den Weg zu machen“, dachte ich mir, und lief los.

Anfangs hatte mich noch Gedanken unterhalten. Doch je länger ich unterwegs war, je grösser die Zahl der Schritte wurde, die ich ging, desto mehr fielen sie von mir ab, wie Blätter von einem Baum im Herbst. Ich spürte plöztlich meinen Körper, der mit der ungewohnten Anstrengung und der und schon lange andauernden Bewegung fertig zu werden versuchte. „Bin halt ein Bürogummi“, huschte es mir durch den Kopf. Ich gab mich keinen Illusionen hin: Der Weg war noch weit.

Der Wind kam immer wieder in Stössen und zerrte wie ein ungeduldiger Liebhaber an meiner Kleidung und meinem Haar. Er flüsterte durch die Blätter der Bäume, an denen ich ab und zu vorbeikam und schien sich unter Steinen zu verstecken.

Als meine Hüften zu schmerzen begannen, versuchte ich mich mit der Frage abzulenken, warum ich dieses Wetter so genoss. Ob dies vielleicht eine tief in meinen Genen verankerte Erinnerung war? Das Gefühl, dass die Zeitsteinmenschen hatten, wenn sie von einem Ort zum anderen zogen, oder gar auf der Jagd waren?

Plötzlich trieb der Wind einen weissen Plastiksack vor mir her. Ich konnte nicht erkennen, woher er kam. Das feine Material blähte sich auf und wurde dicht über den Boden gerissen. Ich schenkte meiner Umgebung wieder mehr Beachtung und versuchte mich zu orientieren. Zum Glück war der Plastiksack aufgetaucht. Ich musste nun meine Richtung ändern.

Vor mir ragte in der Ferne ein Berg auf. Erleichtert mobilisierte ich nochmal meinen Körper und ging frisch beschwingt weiter. Das Ziel vor Augen war dieser Marsch um einiges einfacher.

Als ich näher kam, konnte ich ihn entdecken. Anfangs war er nur ein kleiner Punkt. Doch ich wusste, wonach ich suchen musste. Langsam wurde der Punkt zu einer Gestalt. Es stand hoch oben, am Rand eines steilen Abhangs, der viele hundert Meter in die Tiefe führte. Bald konnte ich erkennen, dass der Wind auch an ihm riss. Dort oben musste er noch stärker sein als hier unten. Sein T-Shirt flatterte wild an seinem Körper. Ich nahm die Kopfhörer aus den Ohren, es war Zeit.

Er sprang.

22.11.2006

„Oah, mein Rücken tut weh! Das darf doch einfach nicht wahr sein, verdammt! Dieser beschissene Rücken!… Verdammt!“, stöhnend liess ich mich in den Stuhl neben Beat fallen, allerdings nicht, ohne noch kurz vor Schmerz zusammen zu zucken. „Was ist denn mit dir los?“, fragte der mich völlig entsetzt, „Du siehst ziemlich Sch….. lecht aus.“ „Ich fühl mich auch so. Mein Rücken mal wieder. Gestern Abend wollte ich die Futterschalen meiner Katzen aufheben, um sie abzuwaschen, und da ist plötzlich ein mächtiger Stromstoss durch meinen Rücken gejagt. Ich hab wieder mal Hexenschuss.“ „Und wieso kommst du dann?“ Die Frage war natürlich berechtigt, die Antwort allerdings auch sonnenklar: „Weil wir hier anwesenheitspflichtig sind vielleicht?“ Ich versuchte, möglichst viel Sarkasmus in meine rhetorische Frage einfliessen zu lassen. „Ach komm schon, dieses eine Mal ist doch kein Problem! Wir haben zwölf Wochen Vorlesungen, zwei können wir entschuldigt und zwei unentschuldigt fehlen. Du hast bisher noch nie gefehlt.“ „Ja, okay, das stimmt. Also um ehrlich zu sein, ich will unbedingt den einen Vortrag heute hören. „Marilyn Manson – Musiker oder Monster?“, ich meine, nur schon für den Titel würde ich der Frau eine gute Note geben. „Ich gebe ja zu, das Thema ist interessant, aber du solltest wirklich nicht deine Gesundheit aufs Spiel setzen.“ „Wieso setzt Anna ihre Gesundheit aufs Spiel?“ Annabelle war gerade durch die Tür gerauscht und hatte natürlich die letzten Worte von Beat aufgeschnappt. Ich sah ihn böse an. „Ich hab mal wieder Hexenschuss, will aber heute den einen Vortrag unbedingt hören“, antwortete ich ihr pflichtschuldig. „Ach so ist das. Dann hab ich das war für dich.“ Annabelle begann in ihrer Tasche rum zu kramen und holte ihren berüchtigten Kulturbeutel hervor. Das „Reise-Necessaire“, wie wir es auf gut Schweizerdeutsch nannten. Das Ding sah völlig harmlos aus: Durchsichtige Plastikfolie, die von einem pinkfarbigen Band eingefasst war. Doch wenn Annabelle den Reissverschluss öffnete, entpuppte sich der Beutel als schwarzes Loch. Ich schwöre, Annabelle könnte darin eine Leiche verstecken! Tatsächlich schleppte sie darin ungefähr folgenden Inhalt mit sich:

– Kopfwehtabletten in drei verschiedenen Stärken
– Drei Lippenstifte, je einen in braun, hellbraun und rot
– Ein kleines Fläschchen Parfum
– Ein Fläschchen mit Augentropfen
– Einen Kugelschreiber
– Ein Feuerzeug (Annabelle war Nichtraucherin)
– Eine Reservepackung der Verhütungspille
– Lidschatten in dunkelbraun und dunkelrot mit Glitzer
– Einen kleinen Kosmetikspiegel
– Lingualtabletten gegen Übelkeit

Dies war zumindest alles, was ich bisher davon gesehen hatte. Wie gesagt, das Ding schien keinen Boden zu haben.

„Hier“, sagte sie, und hielt mir eine Tablette hin. Ich beäugte sie misstrauisch. Das chemische Zeug hatte eine geradezu übelkeiterregende grüne Farbe. Wahrscheinlich waren dafür die Lingualtabletten. „Was ist das?“, fragte ich nun skeptisch nach. Eigentlich hatte ich gehofft, das Problem „Rücken“ ohne Medikamente in den Griff bekommen zu können. Gerade sitzen, eine professionelle Massage und eine Heizdecke in der Nacht sowie zwei Tage Bettruhe hatten das letzte Mal Wunder gewirkt. „Das ist Requiam. Ist ein Schmerz- und Muskelentspannungsmittel. Wird dir helfen“, antwortete sie lapidar. „Requiam? Wie von Requiem? Was soll das bedeuten, dass ich tot umfalle, wenn ich das Zeug schlucke?“ „Von der Farbe her würde ich der Pilla das zutrauen“, warf Beat einen wenig konstruktiven Beitrag ein. „Nun hab dich nicht so. Die Farbe ist vielleicht hässlich, aber das Zeug hilft wirklich! Hier, runterschlucken!“ Sprachs und hielt mir ihre Wasserflasche hin.

Wie ein hilfloser Patient im Krankenhaus nahm ich die Tablette und die Flasche entgegen und schluckte das Teufelszeug runter.
„Ach ja, nur so als Vorwarnung: Das Zeug fährt ziemlich ein. Falls du plötzlich bunte Kreise siehst oder dich high fühlst, ist das ganz normal.“
Ich starrte Annabelle einen Moment entsetzt an und überlegte dann, ob ich auf die Toilette rennen und die Pille wieder rauswürgen sollte. In dem Moment kam unser Seminarleiter herein.

Im Nachhinein denke ich, dass Marilyn Manson wahrscheinlich gar kein so spannender und ausgeflippter Kerl ist, wie es mir damals während es Vortrags vorkam. Wobei, er ist eigentlich doch seeeehr ausgeflippt… Aber glaubt mir Leute: Jurisprudenz ist keine wertlose Wissenschaft!

20.11.2006

Liebes Tagebuch

Es ist mitten in der Nacht, und ich kann wieder einmal nicht schlafen. Während der Woche läuft so spät nichts Spannendes. Nicht, dass sonst mal was Spannendes gesendet würde. Draussen regnet es. Es regnet schon seit Wochen. Mir scheint, der Himmel wird nie mehr aufhören damit. Von meinem Schreibtisch aus kann ich den Vollmond sehen. Es ist spät. Ich werde nun einfach in mein Bett liegen und warten, bis ich vor lauter Langeweile einschlafe. Schöne Träume.

Deine Anna

Wunden

23.11.2006

„Glaubst du, dass alle Wunden heilen können?“ Beat sah mich mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an. Die Frage schien ihm peinlich zu sein.
„Ich denke nicht. Meist heilen sie, aber manchmal auch nicht. Wenn der Körper zu schwach ist, oder eine Entzündung die Heilung verhindert. Und manche Wunden hinterlassen Narben. Ob man das wirklich geheilt nennen kann? Schliesslich bleibt immer eine Erinnerung an die Verletzung.“
„Ich meine nicht körperliche Wunden. Es geht mir um die seelischen.“
„Hm, dann muss ich als gute Psychologin wahrscheinlich ja sagen.“ Beat sah mich verblüfft an.
„Wieso das?“
„Wenn ich nicht glaube, dass man jeden von seinen Verletzungen heilen kann, werde ich vielleicht den Mut verlieren, wenn jemand mit einer unglaublich schlimmen Geschichte kommt. Wenn ich denke, dass ich ihm helfen kann, werde ich mein Bestes tun.“
„Und was ist mit den Selbstmördern?“
„Die haben doch nicht alle Wunden! Manche verlässt vielleicht einfach der Lebensmut. Dann ist keine Verletzung da.“
„Aber bei Vielen ist es doch so, dass…“
„Sorry, aber ich muss jetzt in meine nächste Vorlesung. Diskutier doch mit Annabelle weiter.“
Erleichtert flüchtete ich vor diesem Gespräch. Ob alle Wunden heilen können? Was hatte er vor, dass mir von der Frage der Schädel platzte?

21.11.2006

Wir blickten alle wie betäubt zu den mächtigen Reitern auf. Lautlos galoppierten sie über den Himmel, und ich überlegte mir einen Moment abwesend, ob es einen mächtigen Knall geben würde, wenn sie vorübergezogen waren, wie bei einem Flugzeug, das die Schallmauer durchbrach.

Hanna zitierte weiter die Offenbarung des Johannes, und wieder rissen sich meine Gedanken von dem Anblick über mir los und ich wunderte mich, ob sie wohl die ganze Bibel auswendig gelernt hatte. Und falls nicht, wieso ausgerechnet die Offenbarung? War sie vielleicht das Opfer von ultrareligiösen Eltern, die sie wie eine Gefangene hielten und sie zwangen, jeden Tag auf trockenen Erbsen kniend die Bibel zu lesen?

Viele der Leute die mit uns nach draussen gestürmt waren, fielen ebenfalls auf die Knie und begannen zu beten. Die einen leise, die anderen flehten laut zum Himmel. Um Vergebung, um Verschonung. Einen Moment war ich versucht, es ihnen gleich zu tun. Als Katholikin aufgewachsen zu sein, hatte seine Spuren hinterlassen. Es riss mich förmlich auf die Knie. Doch ich hatte schon lange entschieden, dass dieser Gott nicht in mir wohnte, also war es unnötig, ihn um Vergebung zu bitten. Sollte es ihn geben, und war er nun wirklich dabei die Menschheit zu richten, konnten die Gebete der Knienden ja vielleicht nicht schaden. Wie wohl die Angehörigen anderer Religionen dies alles erlebten? Hatten die Katholiken am Ende doch Recht?

Ich stand also da, unentschlossen, was ich tun sollte, als sich sich erhoben. Beinahe hätte ich laut gelacht. War es also wahr? War die Hölle unten, oder genauer gesagt in der Mitte der Erde? Hatten die Menschen instinktiv gewusst, dass der glühende Kern unseres Planeten die ewige Verdammnis unserer bemitleidenswerten Überreste war? Wie bleiche Geister stiegen die Seelen aus der Erde auf und stiegen langsam auf, dem roten Zentrum zu, aus dem die vier Reiter erschienen waren. Zu tausenden erhoben sie sich langsam aus ihrer Ruhe. Lautlos durchschwebten sie Wände und Menschen. Es gab keinen Fleck, an dem nicht plötzlich ein Kopf erschien. Sie verbanden sich zu einem gewaltigen weissen Stom, und immer kamen noch mehr. Fast erwartete ich, dass einer der Menschen um mich herum vor Schreck starb, und auch seine Seele sich auf den Weg nach oben machte. Es war Zeit, etwas zu unternehmen.

„Hanna“, sprach ich sie an. Ihre Augen waren unverwandt auf die Reiter gerichtet. Das musste schon fast wehtun, so sehr wie sie ihre Augen auf riss. Tat es zumindest bereits beim zusehen. „Hanna“, rief ich etwas lauter und rüttelte sie an der Schulter. Langsam wandte sie ihren Blick von dem schaurigen Schauspiel ab und sah mich an. „Hanna, was passiert als nächstes?“

„Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen.
Und sie schrien mit lauter Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand…“

„Das ist recht beeindruckend Hanna, aber ich dachte eher an eine Kurzfassung. Was wird passieren?“
„Bist du sicher, dass du das wirklich wissen willst?“, fragte Beat. Ich hatte angenommen, dass er wie die anderen in den Himmel starrte und sprang fast einen Meter hoch vor Schreck.
„Himmel, bist du verrückt? Beinahe hätte ich mich diesen Seelen angeschlossen wegen dir!“
„Hä?“
„Ach vergiss es. Und ja, ich will wirklich wissen, was als nächstes passiert. Also?“, fragend drehte ich mich zu Hanna um.

„Und ich sah: als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird.“

„Hm, Sonne und Mond sind ja bereits finster. Erdbeben und fallende Sterne macht mir nun aber wirklich Sorgen… Irgendeinen Plan, Beat?“
„Was heisst hier, irgendeinen Plan, Beat? Ich dachte, du hast einen Plan?“, kiekste er mit entsetzter Stimme.
„Ähm, nein, tut mir echt leid. Annabelle? …. Annabelle?“

20.11.2006

Ich sass in meinem Arbeitsplatz und wartete darauf, dass der Handwerker endlich kam.
„Ich ruf da jetzt nochmal an, das geht doch nicht!“, rief ich plötzlich erbost aus.
Heiner versuchte mich zu beschwichtigen: „Er hat gesagt, er komme zwischen 8 und 9 Uhr, also kann er auch um 8.55 Uhr auftauschen.“
„Es ist aber schon halb zehn!“