Anemonen

13.05.2007

„’Anemone and the Truth’?“ Annabelle blickte fragend von dem Flyer in ihrer Hand auf. „Es wird ‚Anemon’ ausgesprochen. Das E ist stumm“, berichtigte ich sie. Beat schnappte sich den Flyer und musste auch seinen Senf dazu geben: „’Anemone and the Truth?’ Wieso denn dieses ‚Anemone’? Heisst der Kerl etwas so? Oder ist er etwa ein Seeungeheuer?“ „Hat er vielleicht so viele Arme wie ein Seestern?“, fiel Andrea in die Frotzelei ein. Ich musste grinsen. „Woher kennst du überhaupt diesen Kerl?“, platzte Annabelle plötzlich heraus. „Kerl? Welchen Kerl?“ Für einen Moment war ich doch etwas verwirrt. „Den Anemone! Anna, konzentrier dich gefälligst“, wies sie mich zurecht. „Komm schon Annabelle, wir wollen jetzt erst wissen, wieso diese Band so einen komischen Namen hat!“, mischte sich Beat wieder ein. Mir schwirrte mittlerweilen der Kopf. „Buh, Leute, ihr überfordert mich etwas. Ich brauch noch einen Kaffee. Und bevor ich den hole, zu euren Fragen: Anemone heisst tatsächlich so und ich kenne ihn aus dem Tanzkurs. Und auf den Bandnamen kamen sie wie die meisten Band mit schrägen Namen: viel Alkohol und dumme Labereien. Bis gleich.“

Als ich bereits fünf Meter vom Tisch entfernt war, hörte ich Beat mir fassungslos nachrufen: „Du gehtst in einen Tanzkurs?“ Für einen Moment befürchtete ich, der obere Teil meines Kopfes würde runterfallen, so breit war mein Grinsen.