Lebensträume

1.11.2006

„Hei anna, was würdest du machen, wenn du morgen eine Menge Geld erben würdest?“
„Von wem?“
„Egal, von einem deiner Grossväter oder so.“
„Meine Grossväter sind tot, ausserdem würden dann meine Eltern erben, nicht ich.“
„Och komm, machs mir nicht so schwer… OK, was würdest du machen, wenn du im Lotto gewinnst?“
„Wie gross wäre der Gewinn?“
„Warum spielt das eine Rolle?“
„Das spielt ja wohl eine eminent wichtige Rolle. Wenn ich nur 50.- Fr. gewinne, kann ich damit ja nicht so viel machen, wie wenn ich 50 Millionen gewinne!“
„Aaaaah, du bist unmöglich! Ok, sagen wir, du gewinnst 50 Millionen. Was würdest du damit machen?“
„Hm. Mein Studium bezahlen und meinen Lebensunterhalt.“
„Ist das alles?“
„Wieso?“
„50 Millionen! Damit müsstest du nicht mehr arbeiten gehen, könntest das Geld quasi zum Fenster rauswerfen! Komm schon, ich will was Besseres hören als „Mein Studium und mein Lebensunterhalt“.“
„Ich geb doch meinen Job nicht auf, nur weil ich 50 Millionen gewonnen habe! Wo bekomme ich denn da den Ausgleich her? Ausserdem kann ich das ganze Geld sowieso nicht behalten, weil man dem Staat noch kräftig was abgeben muss. Und natürlich würde ich einen grossen Teil des Geldes für den Weltfrieden ausgeben, was denkst du denn?“, erwiderte ich gelassen und grinste Beat breit an.
„Du nervst.“
„Stimmt. Und jetzt lass mich weiter mein Sudoku lösen. Solange ich keine 50 Millionen gewinne, muss ich mir zum Glück auch keine Gedanken darüber machen, wie ich sie anlegen und ausgeben würde.“
Ich konnte Beat förmlich mit den Zähnen knirschen hören.