Der Zug war voll mit müden Menschen. Ihre Gedanken, schwer und sorgenvoll, hingen im Raum, vom Geräusch des dahinbrausenden Zuges übertönt und dennoch greifbar. Ich sass unter ihnen still an meinem Platz, ohne mich zu bewegen, ohne gar zu denken. Die Spannung in der Luft drückte auf meine Lungen, und es fiel mit schwer, zu atmen. Vor den Fenstern zog die Landschaft dahin, schnell, leise, unberührt von den Gedanken. Ich sah den Menschen in die Gesichter, und ich konnte ihnen ihre Gedanken ansehen. Sie leuchteten aus ihren Augen, sie leuchteten in ihren Gesichtern, Müdigkeit war nicht die einzige Erklärung für ihren starren Blick, für ihre glasigen Augen. Sie dachten an die Vergangenheit und hinterfragten sie. Ob sie es richtig gemacht hatten, ob es richtig war? Als der Zug hielt, verschwanden die Gedanken aus ihren Augen und wichen der Freude, zu Hause angekommen zu sein. Doch sie verschwanden nicht für immer. Sie waren noch da. Ob sie jemals zu E
10. Juni 1997