20.11.2006
„Kommen wir nun zum Kovariations- und Konfigurationsprinzip von Kelley.“
Ich schraubte zum wiederholten Male meinen Kugelschreiber auf, legte alle Einzelteile vor mir auf die schmale Tischplatte und setzte alles wieder zusammen. „Sie werden vielleicht im ersten Moment etwas erschrecken ob der Theorie.“ Einmal hatte ich einen Kugelschreiber vollständig auseinandergeschraubt, und konnte ihn anschliessend nicht mehr zusammensetzen. Zum Glück hatte ich zu Hause noch ein identisches Exemplar, mit dessen Hilfe ich die Einzelteile wieder zu einem kompletten Kugelschreiber zusammen fügen konnte. „Ich versichere Ihnen, diese beiden Prinzipien wenden wir tagtäglich an.“ Ich wusste nicht mal, wie die korrekte Bezeichnung all dieser Teile lautete. Die Kugelschreibermine konnte ich noch benennen, vielleicht noch die Feder, aber der Rest? „Beim Kovariationsprinzip benötigen wir jeweils drei Informationen.“ Vielleicht sollte ich später mal im Internet recherchieren. Irgendwie schein mir das witzig zu sein, wenn ich all die DIN-Ausdrücke für diese Teile wüsste. Was waren nochmal die drei Informationsquellen? Konsens und Distinktheit fielen mir immer sofort ein, nur mit der korrekten Bezeichnung für die dritte Quelle hatte ich jedesmal Mühe. „Nämlich Konsens, Distinktheit und Konsistenz.“ Ah, Konsistenz wars. Ja klar. Ich wusste, es hatte was mit dem Verhalten über die Zeit zu tun, und das Wort fing mit K an, doch auf Konsistenz wäre ich nun wirklich nicht gekommen. Wie hiess Kelley eigentlich zum Vornamen? Schon schräg, da lernt man eine Theorie, weiss aber nicht mal den Vornamen der Person. Dann stellt man sich so einen alten Psychologen à la Freud vor, und der richtige Erfinder ist eigentlich eine Frau. Aber Kelley war sicher ein Mann. „Ich habe hier eine Folie mit einem einfachen Beispiel.“ Bob stösst Dick. Irgendwie obszön. Will nicht wissen, was die zwei ausserhalb des Hörsaals machen. Kugelschreiber aufschrauben. Noch zwei Minuten.