whoami?

27.11.2006

„Du bist ziemlich computersüchtig, wie?“
Ich machte mir nicht die Mühe, aufzublicken. Ich mochte es nicht, bei der Arbeit am Computer gestört zu werden, schon gar nicht mit abfälligen Bermerkungen über PCs, Internet, Server oder allem anderen, was damit zusammen hängt.
„Hallo? Hast du mich gehört? Anna?“
„Hm“, grunzte ich nur. Der Kerl soll endlich verschwinden.
„Wieso hängst du ständig an deiner Kiste? Das ist doch nicht normal? Bist du so pervers oder einsam?“
Nun blickte ich doch auf und versuchte, den Kerl mit meinem Blick zu töten.
„Zu deiner Information“, stiess ich eisig hervor, „ich arbeite gerade an einem Projekt für mein Studium. Also lass mich gefälligst in Ruhe!“
„Ups. Sorry, ich wollte dich nicht beleidigen.“
„Das habst du aber. Also geh weg!“ Ich starrte konzentriert in den Bildschirm und hoffte, er würde nun endlich verschwinden. Doch das Schicksal meinte es an diesem Tag nicht gut mit mir.
„Gehörst du etwa zu den Leuten, die den Computer verehren?“
Ich stöhnte innerlich auf. Ein religiöser Computergegner war genau das, was mir heute noch gefehlt hatte.
„Genau“, antwortete ich ihm deshalb. Er stutzte wohl einen Moment.
„Und wieso das?“
„Weil mir UNIX auf meine Frage, wer ich bin, eine klare Antwort geben kann. Kann das dein Gott auch?“

Der Kerl sprach mich nie mehr an.