Retrospektion

18.12.2014

“Die Zeit heilt alle Wunden”
fällt es aus all den Mündern
Und ich lächle müde.

Zwischen uns fehlen plötzlich die Jahre
doch sie schmücken unser Haar.
Und die dunklen Nächte sind wieder voller gelbem Licht.

Ich drehe mich immer auf dem gleichen Fleck
tanzend und lachend.
Das Leben ist ausgelassen

Nur manchmal brennt mein Herz

Gestohlene Küsse

21.10.2014

 

Dunkel ist die Nacht
Und tanzt hinter meinen Augen
Die Gefahr
Rast wie dickes Blut durch meine Adern
Zitternd der nächste Atemzug
Und schon treffen sich unsere Lippen
Viel zu früh
Viel zu spät

*

Über die Felder ziehst du mich
Der Wind treibt uns vor sich her
Sternenlicht in unseren Augen
Bis wir sie schliessen
Und nur gestohlene Küsse zurücklassen.

*

Dunkel hängt die Nacht in den Gassen
Und kein Wind verfängt sich in unserem Haar
Ich trage dich an meinem Herzen
Dein Kuss brennt in meiner Seele
Nimm sie zurück, die gestohlenen Küsse
Schliess sie ein, die süssen Gedanken
Trage mein Herz offen
Und weine nicht
Und weine nicht

Zuggeschichten, illustriert von Janet

Zuggeschichten

Im April 2006 wurde ich von Janet angefragt, ob sie für ihre Aufnahmeprüfung zum Grafik-Design Studium in Hildesheim meine Zuggeschichten illustrieren dürfe. Natürlich durfte sie, ich fühlte mich sehr geehrt.

Ende August kam dann die gute Nachricht: Janet war angenommen worden! Und sie schickte mir eine pdf mit ihrer Arbeit zu. Die Bilder sind wie in ihrem Mail angekündigt sehr farbig geworden, ich finde sie jedoch unheimlich passend. Sie lockern vor allem den doch sehr schwermütigen Inhalt gut auf.

Netterweise gab sie mir die Erlaubnis, das pdf hier veröffentlichen zu dürfen:

Zuggeschichten, illustriert von Janet, geschrieben von Nicole (alias anna) (1.4 MB)

Janet hat eine tolle Website:
www.janet-silberfisch.de

Stromausfall

1.11.2006

„Das Kovariationsprinzip nach Kelley…“. Mit einem Knall verabschiedete sich die Stromversorgung des Hörsaals, und 600 Erstsemestrige sassen plötzlich im Dunkeln. Toll. Ganz toll. Einige Frauen begannen hysterisch zu schreien. Der Professor versuchte uns zu beruhigen, doch seine Stimme war kaum zu hören. Ich verfolgte wie gebannt einen Mann, der durch die Schatten an der Wand ging. Er sollte nicht hier sein.

Mondlicht

1.11.2006

Sanftes Atmen strich durch die Vorhänge wie eine verbotene Melodie und der Mond warf geheimnisvolle Muster auf meine Bettdecke. Als ich aufstand und aus dem Fenster sah, konnte ich ein Leuchtfeuer in der Ferne sehen. Wie seltsam. Ein Haus stand doch meiner Wohnung gegenüber. Wo war es nur geblieben?