Hab mein Herz verloren

Hab mein Herz verloren
Weiss nicht, wo es steckt
Hab danach gesucht
Wo es nur sein mag?

Bin durch ein Land geirrt
Hab erst nach und nach bemerkt
’s war mein Kopf
Wie kam ich nur hierher?

Bin über ein Gefühl gestolpert
Und über ein Haufen Naivität
Hab verborgene Träume entdeckt
Und Erinnerungen, schon lange vergessen

’s war eine seltsame Suche
Fand, was ich nicht sehen woll’t
Nur mein Herz blieb verborgen
Wo hat es sich versteckt?

Und als die Hoffnung tot war
Kehrte ich zurück
In meinen Körper
Da war das Herz mir schwer

Und ich spürte es hart in meiner Brust schlagen

22. September 2001

Alles in Ordnung

Alles in Ordnung
Alles O.K.
Und ich lächle

Die Sonne geht auf
Die Sonne geht unter
Wiederholt sich Tag für Tag
Nichts Besonderes
Ich vergesse es manchmal

Und ich verstecke die Tränen in meinen Augen
Keine Angst, ich belästige dich nicht
Ich werde für dich perfekt sein

Weil ich mich selber so sehe
Gross und schön
Und mich dabei selber nicht mehr fühle
Geniesse nur den Augenblick
Kein Gefühl

Das bin ich gern
Ohne Zweifel
Nur ist dann kein Platz für Tränen

Und die Nächte sind nicht dunkel
Nur einsam
Und ich schreibe ein Gedicht
Nicht für dich
Nur für mich

Alles in Ordnung
Alles O.K.
Keine Angst, ich lebe einen weiteren Tag

Und verstecke meine Träume
In kaltem Blut

22. September 2001

Du bist nicht bei mir

Du bist nicht die Antwort auf meine Fragen
Du bist nicht der Sinn meines Lebens
Und wenn ich morgens aufwache
Habe ich nicht von dir geträumt

Du bist keine meiner Erinnerungen
Du bist keiner meiner Gedanken
Und wenn ich durch die Stadt gehe
Sieht dir niemand ähnlich

Du bist nicht mein Glück
Du bist nicht meine Tränen
Und die Liebesbriefe im Schrank
Sind nicht von dir

Du kennst mein Lachen nicht
Du hast mich nie leiden gesehen
Wenn wir aneinander vorbeilaufen
Sind wir uns gleichgültig

Und da rieche ich deinen Duft
Drehe mich um
Du bist nicht bei mir

9. September 2001

Die Störche fliegen gegen Spanien

Die Nächte sind so klar
Tausend Sterne sehen auf mich
Und der Wind
Zerzaust mein Haar

Die Liebe ist gegangen
Und wird erst im Frühjahr wiederkehren
Ich esse derweil Nüsse

Die Felder sind nun gelb
Und werden geerntet
Der erste Schnee
Breitet bald seine Unschuld über uns

Ich entdecke im Wald ein paar Pilze
Sie wissen nichts vom Sommer
Ich bedaure sie

Die Störche fliegen gegen Spanien
Ich sehe ihnen hinterher
Und träume nicht von anderen Ländern
Sehne mich nach dir

28. August 2001

Der Wind II

Der Wind hat sich in den Bäumen verfangen
Alt ist er geworden
Lange war er fort

Kichert in den Feldern
Die schon bald geerntet werden
Um dann der Erde
Vom Winter zu erzählen

Er spielt mit den Blättern
Grüsst die Menschen ein letztes Mal vom Sommer
Die Vögel suchen nach vergessenen Beeren im Busch

28. August 2001

Sterbender Sommer I

Ein Leichenwagen ist unterwegs, um den Sommer abzuholen.
Aus ‚Die falsche Fährte‘ von Hennig Mankell

Und so liegt sie da, die schöne Tote
Und man sieht ihr den Schmerz nicht mehr an
Und alles ist so lange her

Hat sie nicht durch die Felder getanzt?
Durch die Blüten?
Nun sind die Stengel schwer
Und brechen leicht im rauen Wind

Mir ist, als könnte ich ihr Lachen hören
Ein Marienkäfer krabbelt durch ihr Haar
Und ihr bleiches Totengesicht
Wird bald vom Schnee sanft zugedeckt

Nun liegt sie da
Das schöne Sommerkind
Die Augen sanft geschlossen
Verborgen nun
Das Glitzern der Sonne
’s kommt nie mehr zurück
So scheint es mir

Und ich lache in das Morgen
Sieh, der Schössling durchbricht ihren Schoss
Nein, sie ist nicht wirklich gestorben
Und denoch bringe ich die Erinnerung nicht los

Und so liegt sie da, die schöne Tote
Und man sieht ihr den Schmerz nicht mehr an
Und alles ist so lange her

31. August 2001

Sterbender Sommer II

Ein Leichenwagen ist unterwegs, um den Sommer abzuholen.
Aus ‚Die falsche Fährte‘ von Hennig Mankell

Und so liegt sie da, die schöne Tote
Und man sieht ihr den Schmerz nicht mehr an
Und alles ist so lange her

Hat sie nicht durch die Felder getanzt?
Durch die Blüten?
Nun sind die Stengel schwer
Und brechen leicht im rauen Wind

Mir ist, als könnte ich ihr Lachen hören
Ein Marienkäfer krabbelt durch ihr Haar
Und ihr bleiches Totengesicht
Wird bald vom Schnee sanft zugedeckt

Nun liegt sie da
Das schöne Sommerkind
Die Augen sanft geschlossen
Verborgen nun
Das Glitzern der Sonne
’s kommt nie mehr zurück
So scheint es mir

Und ich lache in das Morgen
Sieh, der Schössling durchbricht ihren Schoss
Und es ist schon Frühling
Blumen wachsen ihr aus dem Mund

Und so liegt sie da, die schöne Tote
Und man sieht ihr den Schmerz nicht mehr an
Und alles ist so lange her

31. August 2001