Endgültigkeit

Ich werde getragen von den Winden
In meinem fernen Land
Die Blumen schauen neidisch
Zu mir empor
Ich kann das Leben sehen
Es ist mir so unendlich weit
Ich frage nach dem Sinn
Und weshalb ich nicht falle
Die Winde halten mich
Wenn es ihnen gefällt
So wird mein Körper zerschellen
Vielleicht eine Blume zerquetschen
Die Winde sind meine Wächter
Und mein Los
Ich kann nicht mehr zurück

18. September 1999

Lass los

Lass mich los
Lass meine Seele frei
Du hast sie geweckt
Nun muss ich
Den Wahnsinn mit dir teilen
Doch ich weiss
Wie sehr du leidest
Lass mich los
Denn ich leide mit dir
Doch die Kraft meiner Seele
Vermag ich nicht zu bändigen
Lass mich fliehen
Weg von dir
Damit wir nicht leiden müssen

18. September 1999

Freisein

Lass mich los
Lass mich fliegen
Bin kein Schmetterling
Kein Vogel
Kein Engel
Doch wenn du mich loslässt
Wird meine Seele
Zum Himmel streben
Den beengenden Leib verlassen
Erst wenn ich frei bin
Von mir
Kann ich für dich frei sein
Doch dazu
Musst du mich lassen
Mich sein lassen
Mich loslassen
Lass mich los
Ich will fliegen
Ich will dich lieben

18. September 1999

Einsamer Engel

Wie ein Engel zwischen den Sternen schweben
Gewissheit
Dass jemand dich gemacht
Doch Einsamkeit
Verlorenheit
Die gleichen Seelen verloren
Ewig suchen
Kein Ende sehen
Und im Traum
Stumm um Hilfe flehen
Kein Wort
Keine Wärme
Kein beschützender Arm
Nur die kalten Sterne
Das Mondlicht durch die geschlossenen Lider
Kaum noch Hoffnung
Am Ende das Licht
Am Ende das Nichts

18. September 1999

Unendliches Leben

Das endliche Leben
Erscheint mir zu kurz
Selbst wenn
Ich keinen Sinn darin finde
Das unendliche Leben
Mein Herz verzehrt sich danach
Wie will ich damit fertig werden
Wenn mir dieses schon zu viel ist?
Und dennoch
Ich wünsche mir
Die Jahre verstreichen zu sehen
Dem Lauf der Zeit zu folgen
Die Menschen der Zukunft
Zu Freunden der Vergangenheit zu machen
Ich wünsche mir
Meinen Tod selbst zu setzen
Ich wünsche mir
Das Ende des Universums zu sehen

18. September 1999

Befreiung

Der Wahnsinn ist mein Sein
Mein Bruder
Mein Gefährte
Er wohnt
Tief in meinem Herz
Er scheut das Tageslicht
Er sucht die Stille
Wenn ich fliesse
Kommt er hervor
Seine Fratze erscheint mir
Schön wie das Gesicht eines Engels
Seine Züge sind mir vertraut
Und mögen andere ihn auch ächten
Er ist mir lieb
Doch seine Kraft
Vermag so schnell zu zerstören
Sein wüten
Fürchte ich
Und die Angst
Er könnte mich überwältigen
Erfüllt mein Leben
Mein Wahnsinn dürstet danach
Meine Seele zu verschlingen
Wie ein Löwe
Reisst er ihr Stücke aus
Ich fürchte den Tag
An dem ihre Gedärme freiliegen
Das pochende Herz
Blutend erstickt
Dunkel würde der Himmel werden
Der Wahnsinn kennt keine Gnade
Eine Furie
Gebietet über meinen toten Körper
Den Blick getrübt
Von rasender Trauer
Um ein Sein
Das ausgelöscht
Keine Erinnerung
Könnte ihm Einhalt gebieten
Keine Gewalt
Ihn mehr zurückdrängen
Es würde keine Rettung geben
Kein zurück

Doch noch ist der Wahnsinn
Mein Freund
Gebieter über meine Musen
Noch wohnt er tief in meinem Herz
Tief in meinem Herzen
Noch habe ich die Kraft
Ihn mir Untertan zu halten

Ich fürchte den Tag
Da mein Wahnsinn
Sich befreit

18. September 1999

Zurück

Kehre zurück
Von wo du nie gekommen bist
Du hast nie verstanden
Dass du vor deiner Geburt
Bereits tot warst
Wenn du dich daran nicht erinnern kannst
Wie willst du dich an dein Leben erinnern?
Wie willst du wissen
Dass du weiterlebst?
Kehre zurück
Von wo du nie gekommen bist
Kehre zurück
In dich selbst

19. September 1999