Nacht

Wohin mag es die Vögel ziehen?
Wann verlässt mich die Liebe?
Wer ist schon einsam
ohne mich?

Gleichgültig entlasse ich den Regen
Zwischen meinen Beinen gebiert eine neue Welt
Der Nachtwind schmeichelt mir
nur im vorübergeh’n

Ein Seelenzucken
Ein Zupfen an den dunklen Rosen
Zwischen den Gräbern
Herrscht kein Frieden

Nachtschwarz stehe ich da
Und lausche dem Leben

19. August 2002

Einsamkeit mit dir

Die Nächte sind verschwunden
Sterne behängen nun immer den Himmel
Mir ist die Zeit zerronnen
Blutig in der Erde

Deine Tränen sind schon sinnlos
Ich singe wieder Kinderlieder
Der Regen geht achtlos unter
Im steigenden Meer

Und wir sehen uns den Sonnenaufgang nicht mehr an
Was wäre er uns schon mehr als Erinnerung
Taubheit in allen Gliedern
Das Gesicht wird langsam fahl

Nein, da gibt es nichts mehr
Und mit den Fragen
Sind auch die Gedanken gestorben
Hirntod, lachst du mich aus

Wir vergessen die Einsamkeit
Weil wir uns selbst von vergilbten Fotos anlachen
Die Goldrahmen
Sind rot von Rost

Ich lege mich hin
Du bist noch gar nicht müde
Gehe nochmals alleine
Komm ohne mich zurück.

19. August 2002