Kopfchaos

Wenn sich alles
Im Veitstanz in mir dreht
Jeder Gedanke
Den Kopf für sich beansprucht
Um ein Königreich zu errichten
Möchte ich sie alle auskotzen
Nie mehr Essen
Ihnen keine Nahrung geben

Dann sehe ich eine Blume
Sterben im Schnee
Und lege mich
Geschwächt
Zu ihr

14. Dezember 2001

Es tut nicht weh

Es tut nicht weh
Ich spüre nur einen kurzen Stich
Wenn ich mir das Herz herausreisse

Dann bin ich endlich frei
Wer will schon Glück
Oder erfüllte Wünsche
Danach gibt es nichts mehr zu entdecken

Die Langeweile
Besteht aus erfüllten Hoffnungen
Und jede Hand wird müde
Jedes Wort gleichgültig
Was ist da ein einzelnes Herz

Werde es gut bewahren
Da oben, hinten im Schrank In einer Schachtel
Es soll ja zur Verfügung stehen
Bei Bedarf

Mag nicht mehr leiden
Rot tropft das Blut
Wischt mir alle Tränen fort
Und alle Träume

Ruhe

14. Dezember 2001

Kälte

Es ist Winter
Und der Schnee schmilzt auf meiner Haut
Wie kann das sein
Fühle mich doch so kalt

Breche die letzten Feuer ab
Es ist dunkel in meiner Nacht
Kein Stern zeigt den Weg
Es ist Zeit, zu schlafen

Schmiege mich in die blosse Erde
In mein klammes Grab
Höre keine Engel singen
Hier erreicht mich kein Gedanke

Und ich bin ehrlich
Und es bricht mir das Herz
Was siehst du
Wenn du in meine Augen schaust?

Ich suche noch nach meinem Leben
Und weiss nicht, was das ist
Nichts tut mir leid
Leise ist mein Bedauern

Und ich lache Clownstränen
Erkenne mich selbst
Verstecke mich in der Einsamkeit
Und geniesse jeden Herzschlag

Ich bin durstig
Durstig nach mir selbst
Dein Atem
Längst vergessen auf meiner Haut

Still liege ich
Und horche in meine Ewigkeit
Sie hat mir nichts zu sagen
Stummheit füllte meinen Mund

Das Karusell mit den bunten Pferden
Ist nur noch eine vage Gewissheit
Wie der Sprössling
Unter weissen Decken schläft
Im Winter

Heiterkeit befällt mich
Und sanft entschwebt mein Traum.

14. Dezember 2001