Als hätte ich geträumt
Führt mein Weg mich
Durch einen Garten
Mächtige Bäume
Werfen dunkle Schatten
Zeugen von einer anderen Zeit
Laub liegt zwischen Blumen
Und die Rosen scheinen mir
Als hätten sie tausend Stacheln
Kugelbäumchen
Strauchhecken
Gebändigte Natur
Drohende Blumenköpfe
Finsteres Zwielicht
Unter geduckten Bäumen
Das Gras
Gesträubt
Wie die Gänsehaut eines schlafenden Riesen
Ein Rascheln durch Halm und Blatt
Der Wind bläst seinen Atem
Auch durch mein Haar
Steine unter meinen Schuhen
Die sich bewegen wie ein Bach
Vorwärtskommen erschwert
Elfentänze unter Lauben
Zwergengeschnaufe aus Dachshöhlen
Feen tranken aus giftigen Fingerhüten
Die Margeriten sagen der Sonne Lebwohl
Nachtschattengewächs
Erstickt die Reben
Der Klang meiner Schritte
Eilt vorweg
Sucht nach dem Herrenhaus
Das Gebäude
Strahlendes Weiss im Sonnenlicht
Das Schwarz aus der Seele widerhallt
Der Garten wich davor zurück
Die Pflanzen wenden sich ab
Jeder Grashalm biegt sich weg
Oder verdorrte
Durch blinde Fenster blicke ich in den Garten
Wünsche mich zurück
Sehe zwischen Maiglöckchen
meinen Körper verwesen.
29. Oktober 2000