Mach dich auf was gefasst!

Eins, vor langer Zeit
War ich kraftvoll
Und mein Geist
War voller Leben
Doch mit den Jahren
Habe ich meine Kraft verloren
Und ich wurde schwach
Niemand weiss warum
Vielleicht aus Bequemlichkeit
Doch nun ist meine Kraft zurückgekommen
Es war schmerzhaft
Nicht so einfach wie es beim ersten Mal war
Es war ein Kampf
Meine Kraft zurück zu bekommen
Doch ich bin nun stolz
Und werde dich nicht länger dulden

Mach dich auf was gefasst!

11. März 2001

Zeit

Ich habe schon zu viel Zeit damit verbraucht
Zu bereuen
Schon viel zu viel Zeit
Angst zu haben
Unendlich viel Zeit
Mir zu wünschen

Es ist an der Zeit
Meine Träume wahr zu machen.

9. März 2001

Hetzerei

Keine Zeit
Kein Moment mehr frei
Kein Gedanke
Der zu verschwenden wär
Und alles läuft immer schneller

Das Hetzen
Lässt uns keine Luft holen
Küsse sind flüchtig
Und vergehen mit der Zeit
Alles läuft aus dem Ruder

Die Bäume werden vom Wind geschüttelt
Die Blätter wirbeln durch die Welt
Niemand hält an und sieht das Unglück
Niemand nimmt Anteil
Und schon ist fast das Ende da

Ich drehe mich auf der Stelle
Sehe mir die Menschen an
Erschrecke vor meinem Gesicht in ihren Augen
Gehetzt auch mein Ausdruck
Gejagt von unbarmherziger Zeit

Ich hab noch viel zu lernen
Doch keine Geduld
Noch viel zu verstehen
Doch der Kopf brummt vom beeilen
Die Füsse schmerzen

Keine Zeit
Kein Augenblick
Um Luft zu holen
Die Gräber rufen bereits
Legen wir uns doch
Um Zeit zu sparen
Jetzt schon rein.

9. März 2001

Wirrspiel

Ein Gedanke hat sich lachend
An einen andern geheftet
Sie tanzen im Kreis

Mein Kopf ist eng
Für freie Gedanken
Und manchmal denke ich, sie wollten mich verlassen

Ich bin alleine
Geniesse die Einsamkeit
Wünsche mir meine Gedanken nicht mehr her

Der Blick ist stumpf
Der Körper verlassen
Nackte Haut vermag keine Seele zurück zu bringen

Ich tanze im Vollmondschein
Eine güldene Rose
Befleckt meinen Schoss
Mit dunklem Blut

Ein Engel
Schlägt lachend mit mächtigen Schwingen
Seine Tränen glitzern verlogen

Meine Gedanken erzählen wie kalter Nebel
Was für keine Ohren gedacht
Von keinem Herz verstanden

Ich falle ins taunasse Gras
Nur um zu verstehen
Meine Tränen haben es benetzt
Und alles scheint mir verloren

Will meine Erinnerungen nicht zurück
Das süsse Vergessen
Ist ein feuriger Liebhaber

Und ich verbrenne in seinem Kuss

9. März 2001

Stefanies Stern

Ein Stern steht am Himmel
Er ist heller
Als jeder andere Stern
Leuchtet
Uns aus der Unendlichkeit
Stefanie singt Lieder
In der dunklen Nacht
Und ihre Stimme
Weht durch das Mondlicht
Die Bluttränen färben
Den Himmel rot
Und die Menschen
Erschaudern in ihren Träumen
Und Stefanies Stern
Lächelt traurig

6. März 2001

Medusa

Medusas Lippen
Küssen sanft erstarrte Haut
Das Schlangenhaupt
Lächelt über unerfülltes Verlangen
Allein
Ist sie zwischen all den Steinstatuen
Einsam
Hält sie ihre Geliebten im Arm
Und träumt von Bluttränen
Auf weisser Haut

6. März 2001

Unter vielen

Und dennoch Einsamkeit
Lachen aus der Ferne
Und die Dunkelheit lauert vor dem Fenster
Duckt sich
Will nicht gesehen werden
Kommt durch Ritzen gekrochen
Wenn das Licht erlischt
Das tropfen eines Wasserhahns
Wie Schritte eines Riesen
Der Regen vor dem Haus
Wischt die Spuren fort

28. September 1999

Dornröschenschlaf

Die Wut noch nicht ganz vergessen
Der Groll noch als schwaches Beben
Im müden Herz

Ich habe die Augen geschlossen
will diese Welt nicht mehr sehen
Will schweben
In meinen Himmeln

Die Bewegung in ihrer Stärke
In ihrer Schwäche
Ich bin entrückt
Ein anderes Ich erlebt die Lust

Erbarmungslos
Treibe ich es voran
Sein Flehen verhallt ungehört
Ich muss es zum Schweigen bringe
Zur Vollendung
Ein letztes Beben
Der Schlaf

18. September 1999