Schwermut

Ich suche mir meinen Weg
Zwischen den alten Bäumen
Ohne dich
Der Schmetterlingstau
Ist schon in Träumen verloren
Entsetzt sehe ich mich an

Der Grashalm lügt sich grün
Und alles ist mir so weit
Viel zu weit
Mein Schritt hindert mich
Die Geister des Waldes sind alt
Und ich möchte mich
Ins feuchte Moos legen

25. Juli 2002

Nach dem Regen

Der Kopf ist schwer
Gedanken wie Feuer
Wir suchen uns nicht
Unser Blick erfriert

Der Schmutz des Wartens
Klebt an mir
Ich gehe
Ihn abzuwaschen
Deinen Blick

Und jeder Knochen tut uns weh
Vom viel zu langen Starren
Wir sind erst leer
Wenn wir uns verlier’n

10. August 2002

Zwischenzeit

Ich rede dir
Worte an den Kopf
Du verstehst schon lange nicht mehr

Ich gehe geduckt
Bin mundwund
Wortwund
Dunkel

Die leeren Nächte
Füllen sich mit Todträumen
Glänzend der Eindruck
Schon zerschlagen die Spiegel
Bauchweh den ganzen Tag

Ich blute mir aus Wunden
Die tiefer gehen als dein Blick
Doch du siehst in die Ferne
Entsage den Schwertlilien
sie zerschneiden deine Gedanken
Dein Blut auf ihren Blüten

Einsamkeit
Lass mich nun gehen
Ich verbringe meine Tage
In Zwischenzeit

10. August 2002

Wenn Du mich willst

5.4.2002

wenn du mich willst
greife nach mir
halte mich fest
stoss deine finger
in meine wunden

wenn du mich willst
greife nach mir
rieche mein haar
rieche meine haut
sie verbrennt dich

wenn du mich willst
greife nach mir
ich werde dir
keinen widerstand leisten
berühre meine lächeln

wenn du mich willst
greife nach mir
vergiss nicht dein messer
trinke mein blut
töte mich in deinen armen

Nacht

Wohin mag es die Vögel ziehen?
Wann verlässt mich die Liebe?
Wer ist schon einsam
ohne mich?

Gleichgültig entlasse ich den Regen
Zwischen meinen Beinen gebiert eine neue Welt
Der Nachtwind schmeichelt mir
nur im vorübergeh’n

Ein Seelenzucken
Ein Zupfen an den dunklen Rosen
Zwischen den Gräbern
Herrscht kein Frieden

Nachtschwarz stehe ich da
Und lausche dem Leben

19. August 2002