Ich bin aus meiner Welt gefallen
Und komme nicht mehr zurück
Trotz aller Versuche, aller schwächlichen
Aus dem normalen Gang der Zeit
Fiel mich die Veränderung an
Und ich sehe mich selber schlafend
Mir ist, als würde ich ein paar Schritte neben mir gehen
Mir selber zusehen
Wie ich altvertraute Worte sage
Altvertraute Dinge tue
Doch im Grunde ist mein Herz mir fern
An einem anderen Ort
Wo keine Pflichten bestehen
Und kein Müssen
Mir ist dies alles so eng
Und das in dieser grossen Welt
Mir ist mein eigener Körper zu eng
Ich möchte ihn abstreifen
Und alles was andere von ihm wissen
Denn niemand kann meine Seele sehen
Hinter den Körpermauern
Manchmal erscheint mir das Leben wie ein Weg, von dem es kein Abweichen gib
Und der Tod ist auch nur ein leeres Wort
Doch die Leere in mir
Macht mir angst
Diese Gleichgültigkeit
Der Widerwille
Der Verstand schreit mir zu: „Du musst, denk an deine Zukunft“
Doch mein Herz ist gleichgültig
ist leer
Mein Herz träumt sich an andere Orte
Die frei sind
Und voller Poesie
Voller Mystik
Und wo ich atmen kann
Wo ich nicht des Morgens und des Abends das Gefühl habe
Mich selber auskotzen zu müssen, wegen all der Lügen und all dem Einfach-machen
Ich bin aus meiner Welt gefallen
Und keiner hat’s bemerkt
3. Januar 1999