Im Blut

Und plötzlich wachsen dir hundert Arme. Du sprichst zu mir durch Wolken. Ich spüre dich auf mir, in mir. Höre dich kaum. Deine Hände auf meiner Haut. Und diese Spannung in mir. Weg soll sie, weg. Winde mich. Jemand stöhnt laut. Umklammere dich wie eine Spinne. Küsse deinen Hals. Rieche dich nicht. Dein Schweiss hat keinen Geschmack. Dein Gesicht ist nur ein Schatten. Wieder ein Stoss. Komm endlich, komm! Zu mir! In mich! Mit mir! Und liebe mich! Liebe mich! Das Oben wird zum unten, irgendwo ist das Bett, dein Kuss ist salzig, die Zunge direkt vom Mund ins Hirn, möchte dich aussaugen, dämmere schon weg, noch ein stoss, brichst über mir zusammen, in meine Arme…

Der Vollmond scheint staunend durch das Fenster.

22. Juli 2002