Herzkalt

Was ich getan hab
Ist längst vergessen
Alle meine Träume
Sind eingeschlafen

Wenn du mich fragst
Was ich fühle
Bleibe ich stumm
Leere

Vielleicht wäre es erträglich
Wenn die Sterne verschluckt wären
Ist deshalb der Mond so voll?
Ich lausche in die Nacht

Und dann weine ich
Mein Lachen bringt den Tag
Denke nicht mehr an die Gräber
Vergesse ihren Ruf

Und du berührst mich
spürst meine fieberheisse Haut
Spürst die Kälte nicht
In meinem Herz

17. Dezember 2001

Janus

Beschaue nicht mein Leben
Dazu hast du kein Recht
Auch wenn ich es vor dir ausbreite

Du hast so viele Gesichter
Kann dich nie richtig erkennen
Wenn du dich umdrehst
Lacht es mich an
Dein Janusgesicht

18. Dezember 2001

Berühre mich!

Berühre mich!
Sieh mich an!
Sieh mir in meinen Kopf!
Erkenne mich!

Dir will ich meinen Wahnsinn zeigen
Das Tier, das in mir schläft
All die Tränen
Die verborgen sind in meiner Hand

Berühre mich!
Ich will eins sein mit dir!
Lass mir diese Illusion für immer!
Lass mich nie mehr allein!

Dir werde ich mich ergeben
Dir werde ich mich hingeben
In deinen Armen werde ich schwach sein
Wie ich es nie war

Berühre mich!
Erkenne mich!
Keine Maske soll mich vor dir schützen
Sterben werde ich
An einer Berührung von dir

17. Dezember 2001

Fass mich nicht an!

Fass mich nicht an!
Lass mich nicht los!
Hör mir nicht zu!
Versteh mich doch!

Du hast schon zu viel von mir gesehen
Ich verstecke mich vor dir
Komm nicht näher
Du findest mich nicht

Ich träume nicht von dir
Zumindest nicht bei Nacht

17. Dezember 2001

Alt

Du warst der Tag in meinen Augen
Die Nacht in meiner Seele
Wer weiss schon
Wohin die Liebe geht
Wenn sie uns verlässt?

Wir waren schon alt
Als du mir jung in den Armen lagst
Schon schön
Bevor unsere Seelen zerfielen

Nun ist mein Haar weiss geworden
Und wir sind uns unendlich weit
Deine Schönheit blendet mein Auge
Ich sehe deine Berührung nicht
Zucke zusammen

Der flammenrote Juni
Ertrank im dunklen Wasser
Nur der Mond sah schweigend zu

Ich strecke meine Hand nach dir
Berühre dein Gesicht
Weine
Weine nicht um mich

14. Februar 2002

Verarbeitung

Der Schlaf hält mich süss umfangen
Da ist keine Erinnerung
Kein Gedankenfetze
Kein Traum

Und ich laufe über Wasser
Schreibe, bis meine Seele verstummt
Ja ich lache
Wer bin ich nur?

Und ein Wind erfast mich
Streicht mit rauhen Fingern durch mein Haar
Erinnert mich an die Unschuld
An die Unwissenheit vergangener Zeit

Was würdest du hergeben?
Fragst du mich
Nichts
Ist meine Antwort
Und dann glaube ich es

14. Februar 2002

Entfernung

Ich liege an deiner Haut
Und du schläfst weit von mir
Kann deine Träume nicht erraten
bin so allein

15. Februar 2002

***

Ich liebe an deiner Haut
Und du schläfst weit von mir
Kann deine Träume nicht erraten
bin so allein

15. Februar 2002

Schmerz

Ich liege in meiner Haut
Bin schon viel zu lange
Viel zu weit weg von hier
Der Planetengedanke kommt mir wieder

Ich wäre gern Gevatter Mond
Rund und leuchtend am Himmel
In manchen dunkeln Nächten
Und meine Wiederkehr wäre stets ungewiss

Ich habe mir selber
Soviel Schmerz zugefügt
Wie es nie ein anderer vermochte
Mein Blick ist traurig

Ich halte meine Hände
In das helle Kerzenlicht
Meine Haut
Sie brennt wie Papier

Und ich wache schweissgebadet auf
Aus viel zu tiefen Träumen
Und der Schmerz
Ja, der Schmerz bleibt dort, tief in mir

17. Februar 2002