Nach dem Regen

Der Kopf ist schwer
Gedanken wie Feuer
Wir suchen uns nicht
Unser Blick erfriert

Der Schmutz des Wartens
Klebt an mir
Ich gehe
Ihn abzuwaschen
Deinen Blick

Und jeder Knochen tut uns weh
Vom viel zu langen Starren
Wir sind erst leer
Wenn wir uns verlier’n

10. August 2002

Zwischenzeit

Ich rede dir
Worte an den Kopf
Du verstehst schon lange nicht mehr

Ich gehe geduckt
Bin mundwund
Wortwund
Dunkel

Die leeren Nächte
Füllen sich mit Todträumen
Glänzend der Eindruck
Schon zerschlagen die Spiegel
Bauchweh den ganzen Tag

Ich blute mir aus Wunden
Die tiefer gehen als dein Blick
Doch du siehst in die Ferne
Entsage den Schwertlilien
sie zerschneiden deine Gedanken
Dein Blut auf ihren Blüten

Einsamkeit
Lass mich nun gehen
Ich verbringe meine Tage
In Zwischenzeit

10. August 2002

Wenn Du mich willst

5.4.2002

wenn du mich willst
greife nach mir
halte mich fest
stoss deine finger
in meine wunden

wenn du mich willst
greife nach mir
rieche mein haar
rieche meine haut
sie verbrennt dich

wenn du mich willst
greife nach mir
ich werde dir
keinen widerstand leisten
berühre meine lächeln

wenn du mich willst
greife nach mir
vergiss nicht dein messer
trinke mein blut
töte mich in deinen armen

Nacht

Wohin mag es die Vögel ziehen?
Wann verlässt mich die Liebe?
Wer ist schon einsam
ohne mich?

Gleichgültig entlasse ich den Regen
Zwischen meinen Beinen gebiert eine neue Welt
Der Nachtwind schmeichelt mir
nur im vorübergeh’n

Ein Seelenzucken
Ein Zupfen an den dunklen Rosen
Zwischen den Gräbern
Herrscht kein Frieden

Nachtschwarz stehe ich da
Und lausche dem Leben

19. August 2002

Einsamkeit mit dir

Die Nächte sind verschwunden
Sterne behängen nun immer den Himmel
Mir ist die Zeit zerronnen
Blutig in der Erde

Deine Tränen sind schon sinnlos
Ich singe wieder Kinderlieder
Der Regen geht achtlos unter
Im steigenden Meer

Und wir sehen uns den Sonnenaufgang nicht mehr an
Was wäre er uns schon mehr als Erinnerung
Taubheit in allen Gliedern
Das Gesicht wird langsam fahl

Nein, da gibt es nichts mehr
Und mit den Fragen
Sind auch die Gedanken gestorben
Hirntod, lachst du mich aus

Wir vergessen die Einsamkeit
Weil wir uns selbst von vergilbten Fotos anlachen
Die Goldrahmen
Sind rot von Rost

Ich lege mich hin
Du bist noch gar nicht müde
Gehe nochmals alleine
Komm ohne mich zurück.

19. August 2002

Zeittot

Ich lebe mich durch den Tag
Durch jede Stunde
Jede Minute

Der Bauch ist leer
Das Gehirn hat schon länger seinen Geist aufgegeben
Gefühle auf Standby

Kunstlicht in den Augen
Musik tropft aus den Ohren
Das Nichtstun

Macht mich Zeittot

26. September 2002