Nicht mehr bei dir

Aber da, wo ich war, triffst du mich nicht wieder.
Sarah Kirsch

Ich bin gegangen
Leise
Hab‘ ich mich von dir entfernt
Du hörst vielleicht von irgendwo mein Lachen
Siehst mich noch in einem Spiegel
Riechst mich an deiner Haut

Aber wo ich war, wo ich war
Bin ich nicht mehr
Ich bin nicht mehr
Hier
Bei dir

Und ich erinnere mich
Erinnere mich an dich
Und stelle mir vor
Wie du an mich denkst
Denkst du an mich?
Gehen deine Gedanken über die alten Wege?

Aber wo ich war, wo ich war
Bin ich nicht mehr
Ich bin nicht mehr
Hier
Bei dir

Die Zeit
Hält nicht still
Ich verlasse den vertrauten Ort
Verberge meine Gedanken
Spreche sie dir nicht mehr aus
Ich bin dir schon lange gegangen

Und wo ich war, wo ich war
Bin ich nicht mehr
Ich bin nicht mehr
Hier
Bei dir

17. Februar 2002

Wo ich war

„Wo ich war“,
Fragst du mich
Und reisst mich damit
Aus meinen Gedanken

Ich schwebte in einem Himmel
Es war alles so schwarz
Und in der Dunkelheit
Sah ich nur mich

Ich war ein bleiches Gespenst
Weiss war mein Gesicht
Schon fragte ich mich
Bin ich denn tot?

Die Lippen nur waren rot
Und sie sangen ein lautloses Lied
Und Sehnsucht
Sprach aus den Worten

„Wo ich war“,
Möchte ich dir antworten
„Dahin kannst du nicht kommen.
Dazu bist du mir zuwenig nah‘.“

„Dort ist der Geist verdammt,
Einsam zu sein.“
Ich sehe dich an
Deine Augen tragen noch die Frage

Und ich weiss
Du wirst mich nicht versteh’n
Also lächle ich
„Ist der Himmel nicht voller Sterne?“

17. Februar 2002

Gedanken

Ich machte mir einige Gedanken
Um die Wahrheit zu sagen
Ich dachte die ganze Zeit
Kopfchaos nannte ich es

Und die vielen Fragen
Blieben meist unbeantwortet
Was gut sein mag
Oder auch nicht

Ich starb manchmal ein kleines bisschen
Oder lachte
Und oft spürte ich
Das Leben mir in den Adern pulsieren

Da waren Männer und Frauen
Und manchmal fühlte ich mich alt
Oder kraftlos
Aber immer waren da die Gedanken

Und sie mischten sich mit Gefühlen
Bis ich nicht mehr denken konnte
Bis alles nur noch war
So wie es war
So wie es ist

Manchmal mag es Antworten geben
Oder auch mal ein Happy End
Wer weiss schon
Wo was anfängt?
Oder endet?

17. Februar 2002

Wenn die Liebe geht – Analytisch

Wenn die Liebe geht
Was bleibt dann noch?

Wann ist es
Liebe
Wann nur eine Illusion?

Und ich sezierte meine Gefühle
Das tat nicht weh
Nur bisher
Fand ich noch keine Antwort

Dann war da plötzlich Leere
Und eine Traurigkeit
Nun ja, was solls
Sagte ich mir
Und lebte einen weiteren Tag

17. Februar 2002

Wenn die Liebe geht – Gefühlsmässig

Wenn die Liebe geht
Was bleibt dann noch?

Nichts mehr
Es schmerzt
Ich möchte in die Leere schreien

Und meine Seele weint
Ich frage mich
Wohin geht die Liebe
Wenn sie geht?

Und die Welt versinkt in Schatten
Alles ist so grau
Wohin sind alle meine Gefühle
Mir ist als wäre ich tot
Wie ein Zombie schlägt mein Herz.

17. Februar 2002

Gefühlskoma

Ich sehe dich an
Und bleibe stumm dabei

Die Tage sind grau
Ich vergrabe mich
Unter Wolkendecken
Die Sonne macht Urlaub
In anderen Herzen

Du, mein Spiegelbild
Träumst nur noch
Ein anderes Leben
Wenn ich schlafe
Sind meine Nächte leer

Die Einsamkeit
Wird zur chronischen Krankheit
Kein Antibiotika dagegen ist bekannt

Der Sinn des Lebens ist dahin
Erstarrt mit meiner Seele
In Traurigkeit
Im Gefühlskoma.

1. August 2002

Schwermut

Ich suche mir meinen Weg
Zwischen den alten Bäumen
Ohne dich
Der Schmetterlingstau
Ist schon in Träumen verloren
Entsetzt sehe ich mich an

Der Grashalm lügt sich grün
Und alles ist mir so weit
Viel zu weit
Mein Schritt hindert mich
Die Geister des Waldes sind alt
Und ich möchte mich
Ins feuchte Moos legen

25. Juli 2002