Nichts sollst du von mir wissen

Erschreckt sehe ich in deine Augen
Hast du mich erkannt?
Wollte dir gar nichts über mich erzählen
Bin nun nackt und durchsichtig vor dir

Brennen
Ein Brennen tief in mir
Und ein Verstand
Der jedes Feuer erstickt

Hörst mir zu
Wenn ich gar nichts sage
Erkennst
Was niemand bisher sah

Doch das steht dir nicht zu
Will es dir nicht zeigen
Nichts sollst du von mir wissen
Für die Zeit, die wir zusammen sind

Sollst nur meinen Duft kennen
Wenn er sich mit deinem vermischt
Sollst nur meinen Kuss kennen
An deinen Lippen

Nichts sollst du von mir wissen
Als mein Lächeln
Als meine Stärke
Nicht sollst du wissen

Von meinen Träumen

26. November 2001

Bestimmt keine Liebe

Wenn ich dich liebe
liebe ich
Doch nur mich
Dein Bild in mir

Wie kannst du denken
Dass ich dich mag
Du und ich
Wirs sind zwei verschiedene Menschen

Wir berühren uns
Nur
Zum unverbindlichen Wangenkuss
Und deine Bartstoppeln
Nach einem langen Tag
Die feinen
Bemerke ich gar nicht.

30. November 2001

Kontrolle

Mein Herz ist aus Stein
Ich spüre es nicht
Die Gedanken
Fliessen
Die Gefühle
Eingesperrt im dunklen Verliess

Ich sehe mich brennen
Und bin doch schon lange zu Eis erstarrt
Sehe mich fliegen
Im tiefen Grab

30. November 2001

Missverständnis

„Entschuldige“, sagt mein Herz
Und ich würge blutige Worte
Aus meinem Hals

Schon habe ich deine Augen vergessen
Verschwende keinen Gedanken mehr
Treibe das Leben vor mir her

Vielleicht hast du mehr in meinem Blick gesehen
Als da war
Ein Miss-Verständnis passiert uns allen mal

„Und jetzt geh“, sagt mein Herz
Und ich packe es
Sorgfältig wieder in meine leere Brust

2. Dezember 2001

Verloren

„befreit uns denn niemand, auch nicht durch zauberei?“

Die Blume ist zerfallen
Blütenblätter am Boden
Vergessene Wünsche
Liegen sinnlos im Staub

Wohin ich auch sehe
Blickt mich Traurigkeit an
Und ich ertrage mein Gesicht
Im Spiegel nur

Trage noch deine Züge
Auf der gefurchten Stirn
Trag noch deine Liebe
In meinen erschreckten Augen

Viel zu lange konnte ich keinen Atem holen
Hast mich fast erstickt
Bist in mir gestorben
Hab dich oft vermisst

Die Jugend ist vorbei
Die Rosen lassen ihre Köpfe hängen
Und an den Wänden
Erinnern mich bleiche Bilder an dich

Hätte ich mich selbst verloren
War ja nie ein Teil von mir
Suche immer noch nach dir
Werde nie ganz sein
Ohne dich
Ohne mich
Du, mein früheres Ich

9. November 2001

Versprechen

Schwermut zieht seine Kreise
Schlafend liegt er da
Und trägt den Frieden dieser Welt
In seinen Augen

An seinen Schulterblättern
Zerbricht das Leben
An seinem Rücken
Zerbricht die Welt

Und seine Haut verspricht mir
Das ich nicht hier sein muss
In mir
Für kurze Zeit

Irgendwann und 6. November 2001

Es ist Zeit zu gehen

Und ich sammle meine Schatten ein
Du siehst mich nicht
Siehst nur mein Gesicht
Ich halte die Schatten hinter meinem Rücken versteckt

Die Lippen so süss
Erinnere mich an deine Haut
Sehe mich in deinen Augen lachen
Wende mich weinend ab

Es ist Zeit zu gehen
Weit weg von dir
Du wechselst dein Gesicht
Verstand dich noch nie

Nagle meine Schatten an den Füssen fest
Sie sollen mir nicht mehr entkommen
Ihre langen Finger
Legen sich um meine Kehle

Und ich ringe nach Luft
Schmecke Salz auf meinen Lippen
Ersticke an deinem Kuss

13. Oktober 2001

Hätte ich einen Wunsch frei

Hätte ich einen Wunsch frei

Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich würde mein Herz hergeben
Wäre kalt wie Stein

Nichts könnte mich mehr berühren
Unverletzbar
Keine Seele
Sinnloses Leben

Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich würde mir einen Tod wünschen
Und ein Leben

Schlaflos jede Nacht
Träume, die niemals wirklich sind
Ich würde rennen
Um die ganze Welt

Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich würde keine Träne mehr vergiessen
Ich würde nur noch lachen

Das Leid dieser Welt tilgen
Und dem Sinnlosen Sinn geben
Das Universum noch mal zusammenpacken
Den Himmel zum Bräutigam nehmen

Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich wünschte mir den Wahnsinn
Und nasse Haare

Ich würde tanzen
Und singen, die ganze Nacht
Bis meine Stimme bricht
Würde dir den Wunsch schenken
Was soll ich schon damit?

13. Oktober 2001

Kopfchaos

Wenn sich alles
Im Veitstanz in mir dreht
Jeder Gedanke
Den Kopf für sich beansprucht
Um ein Königreich zu errichten
Möchte ich sie alle auskotzen
Nie mehr Essen
Ihnen keine Nahrung geben

Dann sehe ich eine Blume
Sterben im Schnee
Und lege mich
Geschwächt
Zu ihr

14. Dezember 2001