Der stille Ort

Er flog. Wie im Traum, über Hügel und Täler, über Wüsten und Meere und schliesslich, ganz plötzlich, landete er. Es war eine sanfte Landung, er fiel in weiches Gras, fast ertrank er darin, es reichte ihm bestimmt bis zu den Hüften. Er war auf dem Rücken gelandet. Das Gras war ein gemütliches Bett, die Sonne ging langsam unter, blutrot hing sie am Himmel. Einen Moment dachte er noch etwas besorgt an mögliche Gefahren, an Insekten oder wilde Tiere, doch dann schlief er friedlich ein. Er erwachte durch zartes Vogelgezwitscher, die Sonne schien schon hell, doch der Tag war jung, frisch und klar. Alles schlief noch, nur die Vögel zwitscherten. Er lief ein Stück, und als er an einen Bach kam, liess er sich auf die Knie nieder, um zu trinken. Das Wasser war eiskalt, wie frisches Quellwasser, er wusch sich prustend, liess das kalte Wasser über seinen Körper fliessen und beobachtete dann vergnügt, wie sich glitzernde Perlen bildeten. Er blieb noch etwas am Ufer sitzen, genoss die Einsamkeit und die Sonne. Dann stand er auf, breitete seine Arme aus und flog in den Himmel, schliesslich musste er rechtzeitig zum Frühstück zurück sein…

10. Februar 1997