Medusas Lippen
Küssen sanft erstarrte Haut
Das Schlangenhaupt
Lächelt über unerfülltes Verlangen
Allein
Ist sie zwischen all den Steinstatuen
Einsam
Hält sie ihre Geliebten im Arm
Und träumt von Bluttränen
Auf weisser Haut
6. März 2001
Diese Gedichte sind in den Jahren 1997 bis 2002 entstanden.
Medusas Lippen
Küssen sanft erstarrte Haut
Das Schlangenhaupt
Lächelt über unerfülltes Verlangen
Allein
Ist sie zwischen all den Steinstatuen
Einsam
Hält sie ihre Geliebten im Arm
Und träumt von Bluttränen
Auf weisser Haut
6. März 2001
Das Kind der Nymphe
Springt lachen über das Wasser
Tautropfen
Hängen im goldenen Haar
Die Nachtigall schläft
Erschöpft vom Liede der Nacht
28. September 1999
Und dennoch Einsamkeit
Lachen aus der Ferne
Und die Dunkelheit lauert vor dem Fenster
Duckt sich
Will nicht gesehen werden
Kommt durch Ritzen gekrochen
Wenn das Licht erlischt
Das tropfen eines Wasserhahns
Wie Schritte eines Riesen
Der Regen vor dem Haus
Wischt die Spuren fort
28. September 1999
Die Wut noch nicht ganz vergessen
Der Groll noch als schwaches Beben
Im müden Herz
Ich habe die Augen geschlossen
will diese Welt nicht mehr sehen
Will schweben
In meinen Himmeln
Die Bewegung in ihrer Stärke
In ihrer Schwäche
Ich bin entrückt
Ein anderes Ich erlebt die Lust
Erbarmungslos
Treibe ich es voran
Sein Flehen verhallt ungehört
Ich muss es zum Schweigen bringe
Zur Vollendung
Ein letztes Beben
Der Schlaf
18. September 1999
Und ich sammle meine Schatten ein
Du siehst mich nicht
Siehst nur mein Gesicht
Ich halte die Schatten hinter meinem Rücken versteckt
Die Lippen so süss
Erinnere mich an deine Haut
Sehe mich in deinen Augen lachen
Wende mich weinend ab
Es ist Zeit zu gehen
Weit weg von dir
Du wechselst dein Gesicht
Verstand dich noch nie
Nagle meine Schatten an den Füssen fest
Sie sollen mir nicht mehr entkommen
Ihre langen Finger
Legen sich um meine Kehle
Und ich ringe nach Luft
Schmecke Salz auf meinen Lippen
Ersticke an deinem Kuss
13. Oktober 2001
Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich würde mein Herz hergeben
Wäre kalt wie Stein
Nichts könnte mich mehr berühren
Unverletztbar
Keine Seele
Sinnloses Leben
Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich würde mir einen Tod wünschen
Und ein Leben
Schlaflos jede Nacht
Träume, die niemals wirklich sind
Ich würde rennen
Um die ganze Welt
Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich würde keine Träne mehr vergiessen
Ich würde nur noch lachen
Das Leid dieser Welt tilgen
Und dem Sinnlosen Sinn geben
Das Universum nochmal zusammenpacken
Den Himmel zum Bräutigamnehmen
Hätte ich einen Wunsch frei
Nur einen
Ich wünschte mir den Wahnsinn
Und nasse Haare
Ich würde tanzen
Und singen, die ganze Nacht
Bis meine Stimme bricht
Würde dir den Wunsch schenken
Was soll ich schon damit?
13. Oktober 2001
Dann lache ich dir mitten ins Gesicht
Denn du kennst mich nicht
Und glaubst es doch
Ich werde dir deinen Fehler zeigen!
Ich bin glücklich Unglücklich
Ich bin unglücklich Glücklich
Ich bin das Licht und der Schatten
Auf dem du täglich gehst
Und du lachst mich aus
Oder wendest dich ab
Was ich bin, gefällt dir nicht
Und du kannst mich nicht sehen
Viel zu schnell hast du dich blenden lassen
Von dem, was ich für dich war
Nur Zaubernebel
Verblasen in Wind
Du brachst eine Seele
Um mich zu verstehen
Und selbst dann kennst du mich nicht
Erkenne dich selbst
Vielleicht bin ich du
1. Oktober 2001
„Wenn ich die Liebe nicht mehr finde“,
so sprach ich einst als Kind,
„will ich lieber sterben,
als nur halb zu Leben!“
Und die Jahre sind vergangen
Und es ist noch gar nicht lange her
Nun laufe ich durch die Welt
Und wünsche mich tot
So vieles ist geschehen
Womit sich ein Leben halt so füllt
Und ich hab noch viel mehr vor mir
Doch ist es mir jetzt schon zu viel
Wenn ich die Liebe nicht mehr finde
Sie nicht mehr fühle in meinem Herz
Und nur noch Stürme in mir toben
Erkenne mich schon lange nicht mehr
Und ich wünsche mir
Wieder ein Kind zu sein
Nur die Liebe zu den Eltern
Und alles ist so einfach
Wenn ich sie auf den Strassen sehe
Wende ich mich weinend ab
Mein Herz weint so laut
Ich möchte nur noch weglaufen
Weiter, immer weiter
Niemand kriegt mich jemals
Viel zu schnell für jeden Menschen
Viel zu schnell für jedes Gefühl
Und dann sehe ich dein Gesicht
Unklar, denn du bist alle
Und ich denke:
Wenn ich die Liebe nicht mehr finde
Will ich lieber sterben.
1. Oktober 2001
Ich sehe den Mond vom Himmel scheinen
Und er deucht mir viel zu gross
Sein mattes Licht dringt in jede Ritze
Nur nicht in meine Augen
Nur nicht auf mein Gesicht
Nur nicht in meine Seele
Und ich grüble
Laufe blindlings durch die Welt
Die Blätter wirbeln schon wieder im Wind
Der Nebel liegt trübe über dem Land Und die Nächte werden länger
Und kälter
Und einsam
Woher soll ich noch einmal die Kraft nehmen?
frage ich mich und lache
Du bist schon lange nicht mehr hier
Und noch nicht
Vielleicht noch nicht
Vielleicht nur ein Gespenst in meinem Kopf
Vielleicht nur eine dumme Illusion
Ja, ich bin viel stärker
Als meine Träume mir flüstern
Ein weiteres Mal ist nur eines unter vielen
Dunkelheit bedingt das Licht
Wäre nur gerne nicht allein
Wäre nur gerne nicht so stark
Wäre nur gerne beschützt
Wäre nur gerne ein bisschen weniger traurig.
1. Oktober 2001
Hab mein Herz verloren
Weiss nicht, wo es steckt
Hab danach gesucht
Wo es nur sein mag?
Bin durch ein Land geirrt
Hab erst nach und nach bemerkt
’s war mein Kopf
Wie kam ich nur hierher?
Bin über ein Gefühl gestolpert
Und über ein Haufen Naivität
Hab verborgene Träume entdeckt
Und Erinnerungen, schon lange vergessen
’s war eine seltsame Suche
Fand, was ich nicht sehen woll’t
Nur mein Herz blieb verborgen
Wo hat es sich versteckt?
Und als die Hoffnung tot war
Kehrte ich zurück
In meinen Körper
Da war das Herz mir schwer
Und ich spürte es hart in meiner Brust schlagen
22. September 2001