Die Wahl

Und hätte ich wählen können
Ich hätte wieder das Leben
gewählt
Hätte das Lachen gewählt
Und den Schmerz
Und hätte geweint

Den Apfel genommen
Die Zunge der Schlange geführt
Und ihre Hand
Hätte ich mich vom Himmel
gestürzt
Und wäre immer wieder
immer wieder
Mensch geworden

29. Mai 2001

Eindrücke

Ich hab dich geschickt
Und du bist wieder gekommen
Niemand sah deine Tränen

Woher sind wir gekommen
Ohne Sinn
Der Weg vermag nicht grade zu sein

Schlangen säuseln Verheissungen
Das Paradies verloren
Äpfel auf allen Bäumen

Ich küsse den Engel
Sehe den Schmetterling
Er steht in Flammen

Und das Weltende ist nur ein Wort
Schreie aus vielen Kehlen
Richter steigen hinab
und hinauf

Wenn wir suchen
Finden wir nur die Quellen
Unsere Fragen versiegen nicht mit ihnen

Ich suche
Du kennst mich nicht
Höhlen aus Diamanten

Du stehst da
Mit tauben Ohren
Suche nicht

Tote Rosen
Leere Felder
Nie war Einsamkeit so einsam

Schönheit
In ihrer Strenge sucht sie den Stein
Woher sind die gelben Blumen
Auf deinem Grab?

Kerzenlicht auf wächsener Haut
Niemand der spricht
Jeder versteht

Du sprichts von Liebe
Ich sehe nur die Angst
in deinen Augen

Mein Herz ist kalt
Und Traurigkeit
Erhebt sich schweigend aus grauer Erde

11. Mai 2001

Der Weg

Gehe deinen Weg
Jeder Schritt bringt dich näher an dein Ziel
Auch wenn du es nicht kennst
Es wartet

Dunkel ist der Tod
Und seine Stimme
Säuselt dir ins Ohr
Hörst du den Wind erzählen?

Der alte Freund
Er steht noch immer
Zwischen den Bäumen wacht er
Erwartet deine Rückkehr

Drachen sind durch die Lüfte geflogen
Elben sangen mit hellen Stimmen
Zwerge gruben tief unter den Bergen
Lang ists her

Dein Haar ist weiss geworden
Niemand kann deine Falten zählen
Im glatten Gesicht
Verzweifle

Verzweifle nicht.

3. 5. 01

All jenen, die manchmal so müde sind wie ich…

Mach dich auf was gefasst!

Eins, vor langer Zeit
War ich kraftvoll
Und mein Geist
War voller Leben
Doch mit den Jahren
Habe ich meine Kraft verloren
Und ich wurde schwach
Niemand weiss warum
Vielleicht aus Bequemlichkeit
Doch nun ist meine Kraft zurückgekommen
Es war schmerzhaft
Nicht so einfach wie es beim ersten Mal war
Es war ein Kampf
Meine Kraft zurück zu bekommen
Doch ich bin nun stolz
Und werde dich nicht länger dulden

Mach dich auf was gefasst!

11. März 2001

Zeit

Ich habe schon zu viel Zeit damit verbraucht
Zu bereuen
Schon viel zu viel Zeit
Angst zu haben
Unendlich viel Zeit
Mir zu wünschen

Es ist an der Zeit
Meine Träume wahr zu machen.

9. März 2001

Hetzerei

Keine Zeit
Kein Moment mehr frei
Kein Gedanke
Der zu verschwenden wär
Und alles läuft immer schneller

Das Hetzen
Lässt uns keine Luft holen
Küsse sind flüchtig
Und vergehen mit der Zeit
Alles läuft aus dem Ruder

Die Bäume werden vom Wind geschüttelt
Die Blätter wirbeln durch die Welt
Niemand hält an und sieht das Unglück
Niemand nimmt Anteil
Und schon ist fast das Ende da

Ich drehe mich auf der Stelle
Sehe mir die Menschen an
Erschrecke vor meinem Gesicht in ihren Augen
Gehetzt auch mein Ausdruck
Gejagt von unbarmherziger Zeit

Ich hab noch viel zu lernen
Doch keine Geduld
Noch viel zu verstehen
Doch der Kopf brummt vom beeilen
Die Füsse schmerzen

Keine Zeit
Kein Augenblick
Um Luft zu holen
Die Gräber rufen bereits
Legen wir uns doch
Um Zeit zu sparen
Jetzt schon rein.

9. März 2001

Wirrspiel

Ein Gedanke hat sich lachend
An einen andern geheftet
Sie tanzen im Kreis

Mein Kopf ist eng
Für freie Gedanken
Und manchmal denke ich, sie wollten mich verlassen

Ich bin alleine
Geniesse die Einsamkeit
Wünsche mir meine Gedanken nicht mehr her

Der Blick ist stumpf
Der Körper verlassen
Nackte Haut vermag keine Seele zurück zu bringen

Ich tanze im Vollmondschein
Eine güldene Rose
Befleckt meinen Schoss
Mit dunklem Blut

Ein Engel
Schlägt lachend mit mächtigen Schwingen
Seine Tränen glitzern verlogen

Meine Gedanken erzählen wie kalter Nebel
Was für keine Ohren gedacht
Von keinem Herz verstanden

Ich falle ins taunasse Gras
Nur um zu verstehen
Meine Tränen haben es benetzt
Und alles scheint mir verloren

Will meine Erinnerungen nicht zurück
Das süsse Vergessen
Ist ein feuriger Liebhaber

Und ich verbrenne in seinem Kuss

9. März 2001

Stefanies Stern

Ein Stern steht am Himmel
Er ist heller
Als jeder andere Stern
Leuchtet
Uns aus der Unendlichkeit
Stefanie singt Lieder
In der dunklen Nacht
Und ihre Stimme
Weht durch das Mondlicht
Die Bluttränen färben
Den Himmel rot
Und die Menschen
Erschaudern in ihren Träumen
Und Stefanies Stern
Lächelt traurig

6. März 2001

Ich denke an Deine Haut

19. 08.2001

Die Hitze
Deines Atems

Deine Haut
Brennt auf mir

Ich bin süchtig nach dir
Nach deinen Augen

Wer wir sind spielt keine Rolle
Noch woher wir kommen
Oder was aus uns wird

Ich liebe dich
So wie du bist

Und deine Liebe ist mir
Nur eine Illusion

Dennoch
Kerzenlicht in unseren Köpfen
Und kein Morgen

Ich will kein Herz von dir
Keine Versprechen
Nur eine Umarmung
Eine Nacht voller Vergessen

Dein Haar riecht nach Frieden
Dein Blick lässt mich schweben
In nie erreichten Himmeln

Und wenn ich gehe
Wohin ich auch geh
Du bist meine Erinnerung

Niemand kann uns trennen
Nie waren wir uns nahe

Und ich kann dich lieben
Nur dann kann ich dich lieben
Wenn du mir so nahe bist
Und so fern

Ich denke an deine Haut